Bahnhof Thun-Nord: Regierungsrat enttäuscht

Thun

Dass in Thun-Nord keine neue S-Bahn-Haltestelle gebaut werden soll, enttäuscht den Regierungsrat.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt», antwortete Christoph Neuhaus (SVP) auf die Frage, ob sich die Regierungsvertreter des Kantons weiter für die Haltestelle Thun-Nord einsetzen werden.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt», antwortete Christoph Neuhaus (SVP) auf die Frage, ob sich die Regierungsvertreter des Kantons weiter für die Haltestelle Thun-Nord einsetzen werden.

(Bild: Valerie Chetelat)

Im Gebiet des kantonalen Premium-Entwicklungsschwerpunktes ESP Thun-Nord sollen zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese werden eine dichte Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr erforderlich machen, um die schätzungsweise 6'000 Personen täglich an ihre Arbeitsorte zu bringen.

Die Regionale Verkehrskonferenz Oberland-West (RVK 5) setzt sich deshalb für eine neue S-Bahn-Haltestelle Thun-Nord ein. Weitere wichtige Argumente sind die Entlastung des Bahnhofs Thun und der Innenstadt sowie die Erhöhung der Standortattraktivität des Wirtschaftsraums Thun und die Reduktion überregionaler Pendlerströme sind wichtige Argumente.

«Bei der Eingangsprüfung durch das Bundesamt für Verkehr erfüllte die Haltestelle alle nötigen Kriterien», hatte RVK-5-Präsident Jürg Marti aus Steffisburg an der Mitgliederversammlung Anfang Dezember erklärt. Er dämpfte aber allfällige Erwartungen: Obwohl die Haltestelle in die erste Dringlichkeitsstufe aufgenommen wurde, sei sie aber nicht Teil des Ausbauschrittes 2035, sagte Jürg Marti.

Entwicklung erschwert

Am Dienstag hat sich nun der Kanton Bern in dieser Angelegenheit zu Wort gemeldet. Er habe den Entscheid der ständerätlichen Verkehrskommission zum Ausbauschritt 2035 der Bahninfrastruktur zur Kenntnis genommen, wie es in der Medienmitteilung der Staatskanzlei von Dienstag heisst. Aber der Regierungsrat sei enttäuscht darüber, «dass die Kommission die beantragte neue S-Bahn-Haltestelle Thun-Nord nicht berücksichtigt hat».

Als Folge dieses Entscheids könne die Haltestelle in den kommenden zehn Jahren nicht gebaut werden. «Dies erschwert die Entwicklung des wichtigen kantonalen Entwicklungsschwerpunkts Thun-Nord wesentlich. Darunter wird auch die Umsetzung des Agglomerationsprogramms Thun leiden. Der Entscheid zeigt auf, dass die Planungsprozesse zu den Agglomerationsprogrammen und zur Bahninfrastruktur auf Bundesebene nicht genügend aufeinander abgestimmt sind.»

«Hoffnung stirbt zuletzt»

Auf Anfrage erklärte Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP), Vorsteher der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion: «Es ist die ständerätliche Kommission, die den vorläufigen Verzicht auf die Haltestelle vorschlägt, und in dieser Kommission hat es keine Berner.» Dies im Gegensatz zu National- und Ständerat, die im Frühling das letzte Wort zum Ausbauschritt 2035 und damit zur Haltestelle Thun-Nord sprechen werden.

Werden sich die Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Bern erfolgreich für die Erschliessung des Entwicklungsschwerpunkts Thun-Nord durch die Bahn einsetzen? «Die Hoffnung stirbt zuletzt», antwortete Christoph Neuhaus vielsagend.

mi

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