Oberhofen

Baugesuch erst nach der Fällung

OberhofenDie geschützte Atlaszeder an der Seepromenade Wichterheer ist längst gefällt. Das für das Fällen nö­tige Baugesuch wurde allerdings erst kürzlich publiziert.

An der Seepromenade erinnert nur noch unebene Erde an den Standort der geschützten Atlaszeder.

An der Seepromenade erinnert nur noch unebene Erde an den Standort der geschützten Atlaszeder. Bild: Stefan Kammermann

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Fällung einer geschützten Atlaszeder mit Ersatzpflanzung»: Das ist der Titel einer Baupublikation der Gemeinde Oberhofen, die jüngst im Thuner Amtsanzeiger veröffentlicht wurde.

Gemäss Publikation steht der kommunal geschützte Hochstammbaum an der Seepromenade Wichterheer. Doch wer dort, in unmittelbarer Nähe zum Winston-Churchill-Denkmal, Ausschau hält, sucht den Nadelbaum vergebens. «Die Zeder wurde bereits im vergan­genen Spätsommer gefällt», sagt Beatrice Frey, Bauvorsteherin und Vizegemeindepräsidentin, auf Anfrage.

Und weiter: «Weil es gefährlich war, sich unter dem Bau aufzuhalten, mussten wir aus Sicherheitsgründen rasch handeln und den Baum fällen.» Zumal die Zeder an der Seepromenade im Sommer oft vielen Leuten als Schattenspender diente.

«Es bestand unmittelbare Gefahr, dass Äste abbrechen.»Gemeinderätin Beatrice Frey

«Es bestand unmittelbare Gefahr, dass Äste abbrechen. Wir wollten deshalb nicht zuwarten, bis das Baupublikationsverfahren über die Bühne ist», sagt die SVP-Gemeinderätin. Dies auch, weil die Atlaszeder vom Borkenkäfer befallen war. Wegen der drohenden Gefahr musste die Wiese unter dem Baum gar eine Zeit lang abgesperrt werden.

Im November eingereicht

Das Baugesuch sei im Nachgang der Fällaktion im November eingereicht worden, nachdem man festgestellt hatte, dass die Zeder gemäss Oberhofner Baureglement als geschützt galt.

Wegen der Feiertage im Dezember habe sich die Publikation dann verzögert. Die Gemeinde will die Zeder in diesem Frühjahr durch einen jungen Baum ersetzen. Die Kosten für das Fällen und die Ersatzpflanzung belaufen sich auf rund 8000 Franken.

Die Atlaszeder ist kein einheimisches Gewächs. Ihre Heimat ist vorab das nordafrikanische Atlas- und Rif-Gebirge. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird sie im milden Klima Europas als beliebter, winterharter Zier- und Parkbaum gepflanzt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.02.2018, 08:07 Uhr

Artikel zum Thema

Fichte im Schlosspark nicht mehr zu retten

Utzenstorf Der Borkenkäfer hat einer alten Fichte im Park von Schloss Landshut dermassen zugesetzt, dass sie gefällt werden muss. Mehr...

Geschützte Linde gefällt – Urteil folgt

Um eine Linde ging es am Freitag vor Gericht. Im Zusammenhang mit einer Wohnüberbauung wurde in einem Dorf westlich von Thun eine schützenswerte Linde gefällt. Mehr...

Erfolg des Kammi-Centers wird zwei Birken zum Verhängnis

Interlaken Das 2016 eröffnete WSI Kammi-Center ist vollvermietet. Damit das knappe Parkplatzangebot erweitertwerden kann, müssen zwei Birken gefällt werden. Mehr...

Kommentare

Blogs

Schlagerette Aller Anfang ist schwer

Michèle & Friends Drogen konsumieren für Fortgeschrittene

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Light Abo.

Das Thuner Tagblatt digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Explosive Abrüstung: An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea werden die Bewachungsposten abgebaut. (15. November 2018)
(Bild: Jung Yeon-je/Getty Images) Mehr...