Bedingte Gefängnisstrafe von 18 Monaten für Drogendelikte

Ein 41-Jähriger hat Drogen erworben, weiterverkauft und selber konsumiert. Nun wurde er verurteilt.

Der Beschuldigte handelte mit Amphetamin und MDMA (Symbolbild).

Der Beschuldigte handelte mit Amphetamin und MDMA (Symbolbild).

(Bild: iStock)

Ein 41-jähriger Schweizer erwarb in den Jahren 2015 und 2016 auf Verkaufsplattformen im Darknet unter einem Pseudonym mindestens 200 Gramm Amphetamingemisch zu einem Preis von 6 bis 10 Franken pro Gramm. Und der Beschuldigte und ein weiterer Mann beauftragten dessen Kollegen, ihnen zwei Kilogramm Amphetamingemisch zu liefern. Dieser bestellte die Menge im Darknet zu einem Kaufpreis von 4000 Franken pro Kilogramm. Es war abgemacht, das Amphetamin hälftig unter den Auftraggebern aufzuteilen.

Unklar bleibt der Zahlungsmodus für den Erwerb der Droge unter den drei Beteiligten. Der Beschuldigte will seinen Anteil dem Lieferanten bezahlt, das Betäubungsmittel aber nie erhalten haben. Das im Darknet selbst erworbene Amphetamingemisch hat der Mann zum Teil für den Eigenkonsum verwendet oder an Bekannte veräussert. Die Vorwürfe bedeuten ein Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Im Weiteren werden dem Beschuldigten Vergehen gegen dieses Gesetz zur Last gelegt, indem er die Droge MDMA erwarb und eine Menge davon verkaufte. Schliesslich konsumierte er MDMA und Marihuana, was als Gesetzesübertretung geahndet wird. Zu guter Letzt beging er eine Verkehrsregelverletzung, indem er als Autolenker das Handy bediente.

Belastende Zeugenaussagen

Am Mittwoch hatte sich der Beschuldigte am Regionalgericht in Thun zu verantworten. Die meisten der ihm vorgeworfenen Delikte bestritt er. Zugegeben hat er den Erwerb von Amphetamingemisch auf einer Verkaufsplattform im Darknet.

Gerichtspräsidentin Franziska Friederich Hörr hatte die beiden Männer, die in das Drogengeschäft involviert waren und ein rechtskräftiges Strafverfahren hinter sich haben, als Zeugen vorgeladen. Im Grossen und Ganzen belasteten deren Aussagen den Beschuldigten. Die Staatsanwältin erachtete die Zeugenaussagen als glaubwürdig und die Straftatbestände gemäss Anklageschrift als erfüllt. Sie beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren, eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 90 Franken, eine Busse von 400 Franken und die Überbindung der Verfahrenskosten.

Demgegenüber ortete der amtliche Verteidiger unter anderem Widersprüche in der Anklageschrift. Er hegte auch Zweifel an den Zeugenaussagen. Er forderte in den meisten Fällen Freisprüche und beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von 6 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren und eine Busse von 600 Franken.

Die Einzelrichterin folgte im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwältin. Sie verurteilte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 80 Franken, zu einer Busse von 400 Franken, zu Verfahrenskosten von 14378 Franken sowie 9757 Franken für die amtliche Verteidigung.

Thuner Tagblatt

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