Bei der STI ist vielseitige Flexibilität gefragt

Thun

Die Verkehrsbetriebe STI haben immer noch keinen Standort für ihr Unternehmen gefunden. Grossflächige, eingeschossige Bauten sind schwer zu realisieren.

Der Hauptsitz der Verkehrsbetriebe STI befindet sich im Schwäbisquartier an der Grenze zwischen Thun und Steffisburg. Foto: Patric Spahni

Der Hauptsitz der Verkehrsbetriebe STI befindet sich im Schwäbisquartier an der Grenze zwischen Thun und Steffisburg. Foto: Patric Spahni

Das Motto des STI-Apéros vom Dienstag in der Hotelfachschule Thun war «Wenn Bauen zur Herausforderung wird». «Wir suchen seit über zehn Jahren nach einem neuen Standort für unser Unternehmen – bisher ohne Erfolg», hielt VR-Präsident Hans Rudolf Zaugg vor rund 100 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft fest.

«Das Ziel ist nicht in Sicht», doppelte Direktor Thomas Wegmann nach. Die Probleme: Der Platz an der Grabenstrasse ist zu klein, ein Ausbau an Ort praktisch unmöglich. Und wenn eine Idee für einen Alternativstandort geprüft wird, steht das Land nicht zur Verfügung, ist nicht zonenkonform, kann aus gesetzlichen Gründen nicht umgenutzt und umgezont werden oder stösst auf Widerstand.

Viele Unwegsamkeiten

Grossflächige, eingeschossige Infrastrukturbauten, wie sie die STI benötigen würden, sind schwer zu verwirklichen. Sie widersprechen dem Raumplanungsgesetz bezüglich nach innen verdichteten Bauens, Nutzungsdichte, Schonung von Kulturland und Schutz von Fruchtfolgeflächen. «Die konkrete Umsetzung ist anspruchsvoll», folgerte Wegmann. Angesichts der Komplexität von Bauvorhaben wünscht er sich eine bessere Koordination unter und mit den betroffenen Ämtern bei Bund, Kanton und Gemeinden.

Flexibilität wäre gefragt

«Wir kennen die Problematik», bestätigte Urs Fischer, Geschäftsführer der Thuner Lohner + Partner GmbH. Als möglichen Lösungsansatz plädierte er für Flexibilität, sowohl vonseiten der Bauherrschaft wie auch der Gesetzgebung.

Zum Beispiel sollte der Nachweis der Nutzungsdichte auch volumetrisch erfolgen können, etwa indem ein grossflächiges Infrastrukturgebäude für weitere Nutzungen aufgestockt werden könnte. So etwas sei im Gürbetal und beim Buszentrum RBS (Bern-Solothurn) in Ittigen geplant. Im Zürcher Tramdepot konnte die Idee verwirklicht werden. Über diesem wurden mehrere Stockwerke mit Wohnungen erstellt.

Aufstocken haben die STI auch für ihren Sitz an der Grabenstrasse geprüft, aber als unrealisierbar abgeschrieben. Das ginge laut Direktor Wegmann aus statischen Gründen nicht. Und darüber zu wohnen, wäre wegen der Fahrzeugbewegungen zu Garage und Werkstatt unattraktiv und könnte für die Bewohner ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Zwei Vorhaben

Die STI wollten ihre Garage in Blumenstein durch einen Neubau ersetzen. Wegen Opposition wurde das Vorhaben abgebrochen. «Es gibt aber eventuell eine Alternative», stellte Wegmann in Aussicht. In der Pipeline ist aber ein Neubau für Garage, Werkstatt und Administration auf dem Militärplatz in Wilderswil – dies als Folge der Übernahme der AVG (Auto-Verkehr Grindelwald) durch die STI, deren Infrastruktur noch auf BLS-Gelände in Bönigen untergebracht ist.

Thuner Tagblatt

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