Beschuldigter Tierquäler schwänzte Verhandlung

Thun

Ein Mann erhielt wegen Tierquälerei einen Strafbefehl. Zur Hauptverhandlung in Thun erschien er nicht.

Ein 46-jähriger portugiesischer Staatsangehöriger misshandelte seinen jungen Labradorhund. (Quelle: I Stock/ Symbolbild)

Ein 46-jähriger portugiesischer Staatsangehöriger misshandelte seinen jungen Labradorhund. (Quelle: I Stock/ Symbolbild)

Ein 46-jähriger portugiesischer Staatsangehöriger liess seinen jungen Labradorhund, der an einer Hüftdysplasie (Fehlentwicklung des Hüftgelenks) leidet, nicht operieren, obwohl ihm der Tierarzt dazu geraten hatte.

Die Sache kam ins Rollen, weil Nachbarn bemerkten, dass das Tier lahmte, und in der Folge den kantonalen Veterinärdienst informierten.

In diesem Zusammenhang kam auch aus, dass der Mann den Hund ungenügend oft, das heisst circa zwei- bis dreimal pro Woche, für je 15 Minuten im Freien ausführte.

Mann erhob Einsprache

Dieser Sachverhalt bescherte dem Portugiesen einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland. Er wurde wegen Tierquälerei und Übertretung gegen die Tierschutzgesetzgebung für schuldig erklärt und mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 120 Franken bei einer Probezeit von drei Jahren bestraft.

Ausserdem wurden dem Mann eine Verbindungsbusse von 600 Franken und eine ­Busse von 200 Franken aufgebrummt. Zusammen mit Gebühren hätte er insgesamt 1300 Franken bezahlen müssen.

Weil er gegen den Strafbefehl Einsprache erhob, war am Freitag eine Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland in Thun angesetzt.

«Der Mann hat die Vorladung abgeholt», sagte der Gerichtspräsident vor dem festgelegten Verhandlungsbeginn. Trotzdem war von ihm auch eine Viertelstunde danach keine Spur zu entdecken.

Zusätzliche Kosten

Nach der Strafprozessordnung gilt die Einsprache als zurückgezogen, wenn der Beschuldigte der Verhandlung unentschuldigt fernbleibt.

Damit wird der Strafbefehl im vorliegenden Fall rechtskräftig. Dem fehlbaren Hundehalter erwachsen wegen seines Fernbleibens ausserdem zusätzliche Gerichtskosten von 200 Franken.

Thuner Tagblatt

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