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Bildungszentrum Pflege prüft Schliessung

Der kantonale Spardruck hat Folgen: Der Verwaltungsrat des Berner Bildungszentrums Pflege will die Schliessung des Standorts Thun und eine Campuserweiterung in Bern prüfen.

Das BZ Pflege klärt ab, ob es möglich ist, die Auszubildenden aus Thun nach Bern zu zügeln.
Das BZ Pflege klärt ab, ob es möglich ist, die Auszubildenden aus Thun nach Bern zu zügeln.
Patric Spahni

«Der Verwaltungsrat des Berner Bildungszentrums Pflege (BZ Pflege) hat entschieden, Möglichkeiten für eine Campuserweiterung in Bern zu erarbeiten.» Das hat das BZ Pflege am Donnerstag in einem Communiqué schriftlich mitgeteilt. Aus Thuner Sicht besonders brisant: «Gleichzeitig hat er für den Standort Thun den Auftrag erteilt, alternative Nutzungen zu prüfen.»

Sprich: Das BZ Pflege klärt ab, ob es möglich ist, die Auszubildenden aus Thun nach Bern zu zügeln. Dieses Vorgehen sei die «Umsetzung des Sparauftrages», welchen der Kanton im Sommer ausgegeben hat.

Masterplan bis Mitte 2018

Das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) gab dem BZ Pflege am 30. Juni 2017 die Sparvorgaben bis 2021 bekannt. «Ausgehend von der verabschiedeten Strategie hat der Verwaltungsrat des BZ Pflege ein Organisationsentwicklungsprojekt lanciert, das diese Sparvorgaben miteinbezieht», heisst es in der am Donnerstag versandten Mit­teilung. Bis Mitte 2018 soll ein Masterplan zur Umsetzung der überarbeiteten Strategie sowie Modelle «für eine strategiebegünstigende Organisationsstruktur» erarbeitet werden.

Forderung des Kantons

Das BZ Pflege sei laut MBA frei, wo die Kosten über die nächsten Jahre reduziert wer- den. Der Verwaltungsrat des BZ Pflege komme nun «der erneut geäusserten Erwartung» des MBA nach, die Integration des Standorts Thun in den Campus Bern zu prüfen. Bereits vor vier Jahren forderte der Kanton die Schliessung des Standorts Thun. Damals konnte das BZ Pflege aufzeigen, dass eine Integration des Standortes Thun in den Campus Bern nicht machbar gewesen wäre und keine finanziellen Vorteile gebracht hätte.

Campuserweiterung in Bern

Eine allfällige Integration sei nach wie vor nur mit einer Vergrösserung des Campus Bern realisierbar, schreibt das BZ Pflege. «Der Verwaltungsrat hat auf ­Basis verschiedener Vorabklärungen zu Machbarkeit und ­Finanzierung die Erarbeitung entsprechender Möglichkeiten in Auftrag gegeben», heisst es in der Mitteilung. Ein richtungsweisender Entscheid sei im ersten Semester 2018 geplant.

Widerstand im Oberland

Nach Bekanntgabe des Entlastungspaketes hat sich auf regionalpolitischer Ebene und beim Verband Berufsbildung Pflege Berner Oberland Widerstand gegen eine mögliche Schliessung des Schulstandortes Thun des BZ Pflege geregt (wir haben berichtet). Der Verwaltungsrat des BZ Pflege nehme die vorgebrachten Anliegen sehr ernst, schreibt das BZ. Er habe deshalb den Auftrag erteilt, alternative Nutzungen des Standorts Thun zu prüfen. «Dabei bleibt auch der Fortbestand als Schulstandort eine Option – für den Fall, dass die beabsichtigte Campuserweiterung in Bern nicht möglich ist.»

1400 Studierende

Das BZ Pflege bietet im Auftrag des Kantons Studiengänge für die Pflegeausbildung auf Stufe ­Höhere Fachschule (HF), Nachdiplomstudiengänge und Nachdiplomkurse an. Mit mehr als 1400 Studierenden ist es gemäss eigenen Angaben «das grösste Pflegebildungszentrum auf tertiärer Bildungsstufe in der Schweiz». Träger sind die Stiftung Inselspital Bern, die Stiftung Lindenhof Bern, die Stiftung Diaconis Bern, der Verband Berufsbildung Pflege Berner Oberland und die Stiftung Pflegebildung Seeland.

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