...bis auch Hasi happy hüpfte

Hünibach

Die siebte Ausgabe des Cholererock-Open-Airs in Hünibach war ein voller Erfolg. Obwohl die Veranstaltung so früh ausverkauft war wie nie zuvor, blieb der familiäre Charme des grössten Quartierfests der Region erhalten.

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Marco Zysset@zyssetli

Hasi ist Logistiker. Er mag gute Musik und hat gerne Abwechslung. Da kann Rapper Knackeboul noch so lange, noch so schnell und noch so wortgewaltig freestyle rappen – wenn Hasi findet, es sei langweilig, dann sagt er das laut und deutlich. So geschehen am letzten Samstag am Cholererock-Open-Air in ­Hünibach. Und was machte nun Rapper Knackeboul – noch vor wenigen Wochen in Deutschland neunmal im Vorprogramm von Herbert Grönemeyer vor jeweils Zehntausenden von Leuten? Er widmete Hasi einen ganz persönlichen Song und holte den gelangweilten Logistiker wieder mit an Bord – als Teil der grossen Cholererock-Familie.

Wo an anderen Festivals die familiäre Atmosphäre primär zu Marketingzwecken angepriesen, aber selten wirklich geboten wird, da ist das Cholererock tatsächlich eine sprichwörtlich familiäre Angelegenheit. Die Mutter des OK-Chefs persönlich sorgt für das Catering der Bands, der Bruder des Gitarristen der Red Shoes, die heuer zum vierten Mal auf der Cholere-Bühne rockten, nahm eine Woche Ferien, um bei den Aufbauarbeiten zu helfen, bei den Thuner Engelsstimmen von Another Me standen zwei ­Geschwisterpaare auf der Bühne, und der Radiomann aus dem Aargau, angereist mit seiner Radiofrau und mit Sohn, traf per Zufall seine Cousine, die an den Gestaden des Thunersees lebt.

Damit nicht genug: Cholererock ist auch das Festival, an dem Bläser Obi zuerst mit Troubas Kater Radiohits wie «Säg kes Wort» oder «Mach Fähler» in den glühend heissen Nachmittag schmetterte und zwei Stunden später mit den Guerilla-Troubadours von Tomazobi Hits von Ramazotti, Sinatra, Queen und anderen durch den Mundart-Punk-Troubadour-Fleischwolf drehte.

Newcomerin Veronica Fusaro liess es sich nicht nehmen, nach einem erfrischenden Auftritt zusammen mit ihrer Band bei den Zanella-Brüdern von The Two Romans auf die Bühne zu stehen. «Schliesslich sind wir die einzigen drei Italos hier», erklärte ­Samuele dem begeisterten Pub­likum. Christian Häni, Frontmann der Mundart-Värslischmiede Halunke, gastierte, kaum auf dem Gelände angekommen, bereits bei den Red Shoes auf der Bühne – bloss um wenig später Gegenbesuch von Shoes-Frontmann Josua Romano zu erhalten.

Eine Schülerband, die Folk-Rocker Even You, Simon Pauli und sein Instrumental Project sowie die Reggae-Youngsters Friskit komplettierten das familiäre Stelldichein der Thuner Pop- und Rockszene. Und am Ende waren es die Berner Open Season, die mit ihrem energiegeladenen Mix aus Ska, Reggae und Versatzstücken von Elektro das Publikum euphorisiert in die zweite Nachthälfte tanzen liessen – sodass ein Traum in Erfüllung ging, den die Organisatoren seit der Neuauflage des Open Airs am Eingang der Cholereschlucht vor sechs Jahren hegten. Und man munkelt, am Ende sei sogar Hasi happy zu den pumpenden Beats der Berner gehüpft.

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