«Spiezerli» ist wieder im Wasser

Thunersee

Nach zehn Jahren ausser Betrieb berührte der Schraubendampfer Spiez am Mittwoch zum ersten Mal wieder Wasser. Die Renovation ist auf der Zielgeraden.

Das Spiezerli wurde am Mittwochvormittag in den Thunersee gehoben – erstmals seit zehn Jahren.<p class='credit'>(Bild: Irina Eftimie)</p>

Das Spiezerli wurde am Mittwochvormittag in den Thunersee gehoben – erstmals seit zehn Jahren.

(Bild: Irina Eftimie)

Am Mittwoch um Punkt 10 Uhr morgens wurde das «Spiezerli» mit einem Kran angehoben und berührte fünf Minuten später zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder die Oberfläche des Thunersees.

Damit ist der erste Schritt für die Inbetriebnahme des ältesten Schiffes in der Flotte der BLS Schifffahrt getan und eine bewegte Geschichte erhält ein neues Kapitel.

Nicht ganz dicht, aber stabil

«Ich bin sehr froh, ist das ‹Spiezerli› wieder da, wo es sein soll», sagt Claude Merlach, Leiter der BLS Schifffahrt. Die Einwasserung des Schraubendampfers war aber nicht ganz einfach: Da nach dem Ausbau des Dieselmotors wieder eine Dampfmaschine eingebaut werden soll, ist der Bug des Schiffes komplett leer.

«Dadurch ist der Überbau des ‹Spiezerli› schwerer als der Rumpf – und das kann dazu führen, dass es kippt», erklärt Claude Merlach. Um diesem Problem vorzubeugen, wurden nach der Einwasserung unter Deck zwei Wassertanks mit Wasser gefüllt. Das «Spiezerli» sei nach so vielen Jahren an Land auch nicht mehr ganz dicht.

«Die Dichtung um die Welle ist in der Zwischenzeit ausgetrocknet, deshalb dringt ein wenig Wasser ein. Nach ein paar Tagen wird sie sich aber ausdehnen und wieder dicht sein», sagt Ralph Darmstädter, Leiter Technik/Infrastruktur, der die Einwasserung beaufsichtigte.

Beginn der Renovation

Im Auftrag der BLS baut nun die Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik AG in Winterthur eine neue Dampfmaschine, welche im Verlauf der nächsten vier Monate eingebaut werden soll. Auch der Innenraum wird renoviert und neu eingerichtet. Ausserdem soll das Hauptdeck teilweise geöffnet werden, damit die Dampfmaschine für die Passagiere sicht- und hörbar wird.

Ab dem Frühling 2019 soll das «Spiezerli» dann als Rundfahrten- und Charterschiff genutzt werden. Finanziert wird der Umbau durch Spenden des Vereins «Freunde der Dampfschifffahrt Thuner- und Brienzersee»; die Interessengemeinschaft «Spiezerli» 1901 spendet Sacheinlagen. Von den insgesamt 4,8 Millionen Franken Kosten wurden bereits 3,3 Millionen Franken gesammelt.

Berner Oberländer

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