Oberhofen

Brand auf Baustelle: Wer ist schuld?

OberhofenEin Heizungsmonteur verrichtete Arbeiten auf einer Baustelle in Oberhofen – und war kurz darauf mit dem Vorwurf des fahrlässigen Verursachens einer Feuersbrunst konfrontiert.

Der Brand wurde offenbar vom Schweissgerät ausgelöst. Doch wer haftet? <i>Symbolbild/Marc Dahinden</i>

Der Brand wurde offenbar vom Schweissgerät ausgelöst. Doch wer haftet? Symbolbild/Marc Dahinden

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An einem Werktag im vergangenen Juli geschah das Unglück auf einer Baustelle in Oberhofen: Ein Heizungsmonteur war im Untergeschoss des Schulhauses mit der Entfernung zweier Radiatoren beschäftigt. Anschliessend sollte er die nun frei stehenden Leitungen in der Wand miteinander verschweissen.

Ein Lehrling, der ihm dabei assistierte, bemerkte plötzlich, dass in der Wand ein Feuer ausgebrochen war; offensichtlich verursacht durch das Schweiss­gerät. Sofort begannen die beiden Arbeiter, den Brand mit einer Giesskanne zu bekämpfen. Da anschliessend noch immer Rauch festzustellen war, rief der Heizungsmonteur die Feuerwehr. «Um sicherzugehen», wie er am Dienstag vor dem Regionalgericht Oberland in Thun sagte.

Die Feuerwehr durchbrach Teile der Gipswand und der Decke, um brandgefährdetes Material zu entfernen, nahm jedoch keine Löscharbeiten mehr vor. Dennoch entstand ein Sachschaden von 22'000 Franken. Da das fahrläs­sige Verursachen einer Feuersbrunst gemäss Strafgesetzbuch ein Offizialdelikt ist, erliess die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen den Heizungsmonteur, wogegen dieser Einsprache erhob. Darum wurde der heute 30-jährige Schweizer vor Gericht als Beschuldigter einvernommen.

Schrauben oder Schweissen?

Die Frage lautet, wer bei diesem Unglück zur Rechenschaft gezogen werden soll. Der Beschuldigte sagte, er habe vorgängig seinem Vorgesetzten vorgeschlagen, gar nicht zu schweissen, sondern die Leitungen zu verschrauben. Der Vorgesetzte habe nach Rücksprache mit dem Architekten an der Verschweissung festgehalten; nicht zuletzt aufgrund der anfallenden Mehrkosten: Die Verschraubung hätte grössere Löcher in der Wand und dadurch zusätzliche handwerkliche Arbeiten erfordert. Der Monteur habe daraufhin den Anweisungen seines Vorgesetzten Folge geleistet. «Ich ­habe auf seine Erfahrung und sein Fachwissen vertraut.»

Als Zeugen wurden der heute 20-jährige Lehrling sowie der 38-jährige Vorgesetzte befragt. Der Lehrling bestätigte mit seinen Schilderungen den Unfallhergang, den bereits der Beschuldigte zu Protokoll gegeben hatte. Der Vorgesetzte sagte aus, eine Verschraubung sei vorgängig mit dem Architekten thematisiert worden. Jedoch an einen entsprechenden Vorschlag des Heizungsmonteurs könne er sich nicht mehr erinnern.

Er beschrieb den Beschuldigten als «pflichtbewussten und hilfsbereiten Arbeiter mit einem hervorragenden Kundenumgang». Der Monteur verliess die Firma übrigens kurz nach dem Vorfall. Sein Abgang stehe jedoch in keinerlei Zusammenhang mit dem Vorfall, wie der Beschuldigte und auch sein Vorgesetzter angaben.

Folgeverhandlung angesetzt

Die Staatsanwaltschaft hatte darauf verzichtet, an der Verhandlung teilzunehmen. Gerichtspräsident Thomas Zbinden sprach noch kein Urteil, sondern leistete einem Antrag der Anwältin des Beschuldigten Folge, wonach zusätzlich der Einsatzleiter der Feuerwehr zu befragen sei. Eine Folgeverhandlung wird angesetzt. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 15.05.2018, 19:35 Uhr

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