Bundesfeier mit Humor und Musik direkt am See

Thun

Statt auf dem Rathausplatz feierte Thun die offizielle Bundesfeier auf der Lindermatte. Besucherinnen und Besucher wurden vom Komikerduo Gilbert und Oleg jedenfalls köstlich unterhalten.

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«Ich hoffe, der Shuttlebus vom Rathausplatz ist unterdessen auch eingetroffen», sagte Komiker Gilbert an der Thuner 1.-August-Feier auf der Lindermatte dem Publikum, während sein Bühnenpartner Oleg seinem angeblichen Hunger nach grillierten Bratwürsten nachging. Die Frage nach dem Shuttlebus war natürlich ein Gag und wurde vom zahlreich aufmarschierten Pu­blikum mit einem Lacher quittiert. Dennoch kam die Frage nicht von ungefähr.

«Ich hoffe, der Shuttlebus vom Rathausplatz ist unterdessen auch eingetroffen.»Gilbert, Komikerduo Gilbert und Oleg

Erstmals hatte am Donnerstagabend die Stadt Thun nämlich auf die Durchführung einer Feier auf dem Rathausplatz als Versuch verzichtet und gemeinsam mit dem Neufeld-Leist die Bundesfeier auf der Lindermatte durchgeführt. «Wir hoffen schon auf etwas mehr Leute», meinte Matthias Wyler, Präsident des Neufeld-Leists, der die Feier auf der Matte direkt am Thunersee in Abwechslung mit dem Dürren­ast- und dem Gwatt-Schoren-Buchholz-Leist seit Jahren organisiert. Und er fügte an: «Wir haben einzig ein paar Festbänke zusätzlich aufgestellt, aber sonst nicht viel geändert.»

Einfach gemütlich

Die Stimmung jedenfalls war direkt am See rasch auf der ausgelassenen Seite. Dafür sorgte vorab das Komikerduo Gilbert und Oleg mit einem Feuerwerk an Witz und Slapstick. «Die Feier ist sehr angenehm und einfach gemütlich», betonte Do van Dieyen. Die Holländerin wohnt seit Jahren in Thun und war auch schon auf dem Rathausplatz, um den Geburtstag der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu feiern. «Hier am See ist es viel sympathischer», meinte sie weiter.

Kurz nachdem sie sich auf einer der Festbänke einen Platz gesichert und ihr Sitznachbar Robert Spiess aus dem Gwatt bereits die erst Strophe des Schweizerpsalms zu üben begonnen hatte. Robert Spiess jedenfalls war bester Laune: «Es macht hier einfach Spass.» Dieses Gefühl hatte auch ein Ehepaar, das extra aus Reutigen angereist war. Zuge­geben, nicht wegen der Bundesfeier, sondern eben vielmehr wegen dem Komikerduosund ihres Fahrieté.

«Ich haben eine sehr ausgewogene Feier erlebt, mit einer sehr schönen Stimmung.»Raphael Lanz, Thuner Stadtpräsident

Natürlich ging es auf der Lindermatte auch traditionell zu und her. Ein Stück nach dem anderen intonierte das Jodlerdoppelquartett Bärgfründe Thun. Da durfte natürlich das Jodellied «Chum zu üs a Thunersee» nicht fehlen. Und da war auch noch mit dem Künstler Heinrich Gartentor aus Horrenbach der Festredner. Auf launische Art sprach er vom kalten Kanderwasser, das vermutlich bald immer wärmer werde, er sprach aber auch von Napoleon, welcher der Schweiz die Demokratie und die Blasmusik gebracht habe. «Tragt Sorge zueinander, bleibt anständig. Wenn es den Leuten in eurer Umgebung gut geht, geht es euch und uns allen auch gut», meinte er zum Schluss.

Erste Bilanz ist positiv

«Ich haben eine sehr ausgewogene Feier erlebt, mit einer sehr schönen Stimmung», zog Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) eine erste Bilanz. Der Versuch, auf die Feier am Rathausplatz zu verzichten, werde nun ausgewertet. «Wir sind aber auch gespannt auf die Reaktionen der Bevölkerung», sagte Lanz.

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