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Burgistein: Eine Gemeinde räumt auf

Personelle Wechsel in Gemeinderat, Verwaltung und Kommissionen haben Burgistein zugesetzt. Der Berg unerledigter Aufgaben wuchs. Jetzt kostet sein Abbau viel Geld.

Die Gemeinde Burgistein im Gürbetal steht vor einer grossen Aufgabe.
Die Gemeinde Burgistein im Gürbetal steht vor einer grossen Aufgabe.
Bruno Petroni

Ein Flugblatt mit dem Titel «Optimierung der Gemeinde- und Verwaltungsführung»: Das finden die Einwohnerinnen und Einwohner von Burgistein dieser Tage im Briefkasten.

Und wer die Amtsanzeiger-Ausgabe dieser Woche studiert, findet eine Pub­likation aus der Gürbetaler Gemeinde, die besagt, dass der Gemeinderat zulasten der Rechnung 2018 die stolze Summe von 118 000 Franken «im Bereich Personal bzw. externe Beratungen» verbucht.

Gemeindepräsident Martin Franceschina sagt, dass diese Summe etwa einem Viertel des ordentlichen Personalbudgets entspreche. Was ist also passiert, dass eine Gemeinde ihre Personalkosten derart drastisch aufstocken muss?

Kumulation von Faktoren

«Vor allen Dingen kam es auf allen drei Ebenen – Gemeinderat, Verwaltung und Kommissionen – innerhalb kurzer Zeit zu überdurchschnittlich vielen personellen Wechseln», sagt Franceschina. So wurden per Anfang 2017 drei von sieben Gemeinderäten ausgewechselt; ein vierter Wechsel folgte wenige Monate später.

In der Verwaltung kam es zu personellen Rochaden, die nicht alle ohne Nebengeräusche vonstattengingen. Der aktuelle Gemeindeschreiber Roland Juen ist erst seit Anfang dieses Jahres im Amt.

«In diesen Turbulenzen ist viel Wissen verloren gegangen, und Arbeiten sind liegen geblieben», sagt der Gemeindepräsident. Diese Pendenzen abzuarbeiten, sei nun die Hauptauf­gabe bis zum Ende der laufenden Legislatur Ende 2020.

Im Flugblatt erklärt der Gemeinderat ausführlich das Vorgehen der letzten und nächsten Monate: Eine Arbeitsgruppe mit Gemeindepräsident Martin Franceschina, Vizegemeindepräsident André Schmid, Gemeinderätin Regina Fuhrer und Gemeindeschreiber Roland Juen wurde eingesetzt. Diese hat «die Situationsanalyse abgeschlossen, Pendenzen erkannt, Handlungsfelder definiert und einen Massnahmenplan zur Optimierung der Gemeinde- und Verwaltungsführung erstellt», heisst es im Flugblatt.

Personal-Etat aufgestockt

Wichtigste Massnahme: Bis auf weiteres soll der Personaletat auf den aktuellen 370 Prozent, verteilt auf vier Personen, bleiben. «Das wird unsere Rechnung bis Ende 2020 zwar belasten, ist aber finanziell verkraftbar und organisatorisch unabdingbar», sagt Martin Franceschina.

Als wichtigste anstehende Aufgaben sind die Revision der baurechtlichen Grundlagen, Pro­jekte in der Wasserver- und -entsorgung oder die Prüfung von Reglementen und Verordnungen aufgeführt. Und: «Im Auftrag der Gemeindeversammlung haben wir bei den Nachbargemeinden die Fühler bezüglich einer allfäl­ligen Fusion ausgestreckt», sagt der Gemeindepräsident. Er versichert: «Selbstverständlich werden alle Massnahmen im Lichte der Ergebnisse dieser Gespräche betrachtet.»

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