Cholererock: Stimmung und Spektakel an der Derniere

Am Samstag fand das beliebte Cholererock-Open-Air zum letzten Mal in dieser Form statt. Für die nächste Durchführung suchen die Organisatoren einen neuen Standort. Zum Abschluss sorgten unter anderem Newcomer für Spektakel.

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«Ich war noch nie so entspannt während unseres Festivals», antwortet Tim Stauffer, OK-Präsident des Cholererock, auf die Frage, wie er sich fühle. Es ist die letzte Ausgabe der Open-Air-Perle am Rande der Kohlerenschlucht – und die Veranstalter schauen mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück auf acht Jahre Cholererock. Elf Bands spielen bei der Derniere auf und bieten dem Publikum einen würdigen Abschluss einer kleinen ­Erfolgsgeschichte.

Überraschende Newcomer

Nebst dem Abendprogramm mit etablierten Bands wie Yokko, Modern Day Heroes und Kummerbuben wird der Nachmittag wie gewohnt von Nachwuchsacts dominiert. Eine dieser Bands ist das junge Thuner Benjahndo Trio, welches das Publikum ab 16 Uhr in seinen Bann zieht. Das Trio spielt am Cholererock gerade mal sein fünftes Konzert. In dieser Formation sind sie eher unbekannt, doch kennen viele Musikfans einen Teil der Truppe von der Thuner Band Friskit.

«Vor allem die Leute, die hier mithelfen, sind ein sehr wichtiger Aspekt, wieso das Cholererock so ist, wie es ist», sagt Gitarrist Nando Fend. Direkt nach dem Benjahndo Trio kommen Liebhaber wuchtigen Gitarrenrocks auf ihre Kosten. Als Höhepunkt des Nachmittags entpuppen sich Pablo Infernal aus Zürich. Die vierköpfige Rockband liefert mit ihrem 70er-Jahre-Rock eine spektakuläre Show ab, in der zum Schluss sogar der Bass dran glauben muss.

Rooftop Sailors auf der Höhe

Am späten Nachmittag ist das Organisationstalent des OK gefragt. Die beiden Zürcherinnen Steiner und Madlaina bleiben im Stau stecken und müssen ihren Auftritt kurzfristig absagen. Ein Ersatz ist schnell gefunden. Die Rooftop Sailors, deren Mitglieder als Helfer im Einsatz sind, können die Lücke füllen. Vor der letzten Band würdigt Moderator Josua Romano das Cholererock-OK und verdankt das Team unter tosendem Applaus auf der Hauptbühne. Schliesslich bieten die Modern Day Heroes mit ihrem Rock-’n’-Roll-Feuerwerk ein eindrückliches Schlussbouquet.

Suche nach neuem Standort

Es ist zwar das letzte Cholererock, jedoch nicht die letzte Veranstaltung des Cholererock-Initianten Tim Stauffer. Das OK ist auf der Suche nach einem geeigneten Austragungsort (wir berichteten). Auf die Frage, weshalb es eigentlich nicht mehr am selben Standort sein solle, entgegnet der 27-jährige Thuner: «Der Platz hier im Quartier bietet uns nicht mehr die Möglichkeiten, um das Open Air so weiterzuentwickeln, wie es uns vorschwebt.» Die Organisatoren wollen die Veranstaltung wenn möglich schon 2018 an einem neuen Standort durchführen.

Die Meinungen über den Umzug des Anlasses gehen auseinander. Während ein Teil der Besucher den kleinen Veranstaltungsort inmitten eines Wohnquartiers bestimmt vermissen wird, macht Tim Stauffer darauf aufmerksam, dass die Vorzüge des Cholererock nicht nur von der Lokalität abhängig sind. «Wir legen auch in Zukunft Wert auf eine optisch ­herausstechende und detailverliebte Gestaltung des Events.» So darf man gespannt sein, wie es mit dem Open Air weitergeht. Die vielen Besucherinnen und Besucher werden die letzten acht Jahre mit Sicherheit in guter Erinnerung behalten.

Thuner Tagblatt

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