Zum Hauptinhalt springen

Dampfmaschinen: Umbau nicht prüfen

Betrieb mit Holzpellets? Der Grosse Rat hat einen Oberländer SVP-Vorstoss knapp abgeschrieben.

Könnten die Lokomotiven der Brienz-Rothorn-Bahn auch mit Pellets betrieben werden? Dieser Frage will der Grosse Rat nicht nachgehen.
Könnten die Lokomotiven der Brienz-Rothorn-Bahn auch mit Pellets betrieben werden? Dieser Frage will der Grosse Rat nicht nachgehen.
Archiv/Valérie Chételat

SVP-Grossrat Ueli Abplanalp aus Brienzwiler wollte den Regierungsrat beauftragen, prüfen zu lassen, ob die Dampfmaschinen der Brienz-Rothorn-Bahn (BRB) und die beiden Dampfschiffe Lötschberg (Brienzersee) und Blüemlisalp (Thunersee) mit Holzpellets betrieben werden können. Zudem sollte abgeklärt werden, welche direkten Kosten den beiden Unternehmungen (Brienz Rothorn-Bahn und BLS) aus einem eventuellen Umbau entstehen würde.

Ferner soll der Prüfauftrag nach Möglichkeit als Studienarbeit an ein Bildungsinstitut des Kantons Bern vergeben werden. So lautete Abplanalps Vorstoss in Form eines Postulats, welches er zusammen mit Parteikollege Andreas Michel (Schattenhalb) eingereicht hatte. Die Regierung hatte sich bereit erklärt, Studien bei der Rothornbahn und der BLS anzuregen und im Rahmen seines Förderprogramms oder des geplanten Wyss Centers Bern zu unterstützen.

Am Mittwoch hat nun der Grosse Rat mit 135 Ja- zu 3 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen Ja gesagt zur Überweisung des Postulats. Gleichzeitig ist der Vorstoss mit 68 Ja- zu 67 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen abgeschrieben worden.

Die freisinnige Fraktionssprecherin Sandra Hess (Nidau) wies unter anderem darauf hin, dass aus einem der Partei vorliegenden Bericht des Verwaltungsrates der Rothornbahn, hervorgeht, dass der für einen Umbau notwendige Raum in der Lokomotive der Bahn gar nicht vorhanden ist.

Ratskollege Beat Kohler (Grüne/Meiringen) machte sich stark für ein Verbot von Ölheizungen. «Dann gäbe es mehr Pelletheizungen und die Produktionsfirma in Ringgenberg könnte ihre Auslastung von derzeit zwanzig Prozent massiv steigern», sagte Kohler. Als «sicher gut gemeint» deklarierte SVP-Sprecher Ernst Wandfluh (Kandergrund) den Vorstoss seiner Parteikollegen, doch seien Holzpellets in erster Linie als guten Ersatz zu Ölheizungen zu bezeichnen.

Einzelsprecher Peter Flück (FDP/Interlaken) konnte, nachdem er seine Interessen als VR-Präsident der Brienz-Rothornbahnen offengelegt hatte, seinen Unmut nicht verhehlen. «Es geht doch nicht an, dass über die Köpfe von Privatunternehmen hinweg, von ihnen seitens des Kantons Prüfungen verlangt werden.» Dies irritiere und erstaune ihn zutiefst. Denn seines Wissens besitzen weder der Kanton noch die Postulanten Aktien der BRB, sagte Flück.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch