Dampfschiffe mit Holzbefeuerung unterwegs?

Dampfschiffe und die Brienz-Rothorn-Bahn sollen künftig mittels Holzpellets Dampf erzeugen.

Das Dampfschiff Blüemlisalp: Fährt es bald mit Pellets?

Das Dampfschiff Blüemlisalp: Fährt es bald mit Pellets?

(Bild: Bruno Petroni)

Fahren die Dampfmaschinen der Brienz-Rothorn-Bahn und die beiden Dampfschiffe Lötschberg (Brienzersee) und Blüemlisalp (Thunersee) bald mit Holzpellets statt fossiler Brennstoffe? Wenn es nach dem Willen von Ueli Abplanalp und Andreas Michel geht, jedenfalls schon.

Die beiden SVP-Grossräte reichten Anfang Juni ein Postulat ein, in welchem sie den Regierungsrat beauftragten, die alternative Antriebsart zu prüfen und abzuklären, welche direkten Kosten den beiden Unternehmungen Brienz-Rothorn-Bahn und BLS aus einem eventuellen Umbau entstehen würden. Auch sei der Prüfauftrag nach Möglichkeit als Studienarbeit an ein Bildungsinstitut des Kantons Bern zu vergeben.

Touristische Leuchttürme

Die Dringlichkeit ihres parlamentarischen Vorstosses begründen die Berner Oberländer Grossräte damit, dass sowohl die Dampfschiffe als auch die Dampfzahnradbahn touristische Leuchttürme seien, die jedoch mit fossilen Brennstoffen zur Dampferzeugung betrieben werden und deren Verbrauch durch Verluste höher sei als bei direkten Verbrennungsmotoren.

Es sei jedoch technisch möglich, Dampf mittels Holz oder anderer nachwachsender Brennstoffe zu erzeugen. Holzpellets seien dabei eine noch junge, CO2-neutrale Brennstoffart.

Regierungsrat hilft mit

In seiner Antwort teilt der Regierungsrat nun mit, dass die Idee, Dampfschiffe mit erneuerbaren Energien zu betreiben, nicht neu sei. Schon vor 13 Jahren hätten der Kanton Bern und die Stadt Thun eine Studie über die Revaporisierung von Dampfschiffen mit einer Holzpelletsfeuerung des Ökozentrums Langenbruck mitfinanziert. Als Herausforderungen hätten sich jedoch das erhöhte Leergewicht und der Aufwand für die Logistik zur Nachfüllung des Brennstoffs erwiesen.

Der Regierugsrat ist «bereit, entsprechende Studien bei der Brienz-Rothorn-Bahn und der BLS anzuregen und im Rahmen eines Förderprogramms oder des geplanten Wyss-Centers Bern zu unterstützen». So solle die bereits vorliegende Studie von 2007 für die Dampfschiffe aktualisiert werden können, sofern die Betreiberfirmen daran Interesse hätten. Für die Dampflokomotiven müsse eine neue Studie in Auftrag gegeben werden. Die Kostenschätzungen müssten nicht nur die direkten Kosten beinhalten, sondern auch die indirekten Zusatzkosten für den Unterhalt und Betrieb sowie der allenfalls eingeschränkten Nutzung.

Schliesslich müsse die Prüfung der Machbarkeit und der Kostenfolgen in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmungen und Industriepartnern erfolgen. Am sinnvollsten wären solche Studien im Rahmen des Projekts für CO2-neutrale Tourismusregionen des geplanten Wyss-Centers Bern durch die Bildungsinstitute der Universität Bern und der Fachhochschule Bern.

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