Thun

Darüber lachen die Thuner Narren

ThunFünf Gruppen gaben am Freitag an der obligaten Schnitzelbank-Soirée in Thun ihre zotigen Verse zum Besten. Politiker, der FC Thun oder auch Polo Hofer wurden dabei auf die Schippe genommen.

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Clochard
Ranzenweh darfsch kes meh ha
Chasch nid itz Spital Thun ga
Weisch nie wär di operiert
Isch dä würkli diplomiert
Z’Bärndütsch chasch au grad vergässe
Muesch no uf Hauchdütsch wächsle
Mundart het er mache z`Rocke
Bi sir Musig bliebt niemer hocke
Ändspurt heisst si letschti Schiebe
Das söll äm Polo no viu Gäld itriebe
Mir hei dr Schwizer des Jahres troffe
Eifach beschwingt äbe nit bsoffe
Zur Zyt chan er grad nüeme Rocke
Es hätt ne uf Schnurre gschlage wäg de falsche Socke

Schnitzu-Seck
Dä Moser wäri schampar gärn
im Ständerat vom Kanton Bärn.
E zwöite Wahlgang wird erzwunge.
S‘het usser Chöschte gar nüt brunge!
Mit em Gäld wome so versout
Wär d‘ Scherzligfähre lang scho bout.

Büfflä, büglä, Probä schriibä,
es isch ir Schuel haut ned z’vermiedä!
Wottsch vo dem e Pouse ha,
leisch eifach mal es Chopftuech a!
Wäg somne Hudel wosch kei Striit,
doch s’Edelwiis-Hemli, das geit z’wiit!

Rätschbäse

Im Schadaupark, das tuet d‘Lüt plaage,
Wott d’Schtadt paar alti Böim umsaage.
Das git, schmunzlet dr Schtadtrat stolz,
Paar Ster vom beschte Ofeholz.
Me seit, dr Hädener würds reize,
Drmit im Büro ds Cheminée z’heize.
Dr Schtapi het, trotz viel Talänt,
E Sitz verfählt im Parlamänt.
Mir hätt ihm’s gönnt, doch blibts drby:
S mues ds ganze Volk verträtte sy.
Drum fingsch im Bundeshuus ir Summe
Näb gschyde Chöpf halt o di dumme.
Dr FC Thun het Chance gha,
U wider kene ine tah.
Si chönnte zwar scho Fuessball spile,
Doch sött‘ si vorem Gool nid schile.
Nach jedem blöd verlorne Mätsch
Gits itz vom Gärber - Füdlebrätsch.

Pfannehouer

(Video: Manuel Lopez)

Na ‘m nöie Schtadtratspresi sim Begriff
Gliicht d Schtadt Thun amene Chrützfahrts-Schiff
Ja, wott dä mittem Zuunpfahl winke
Vo wäge Chrützfahrts-Schiff, wo sinke?
Dr Gimmel süüfzget tief: O wäri
dä Scherz verbii bir Scherzlig-Fähri
Chöi d Lütt nid eifach übereschwümme?
De bruuchtis ds Hallebad o nümme
Die zungerscht hoffe, dass die zoberscht öppis biete
schtatt z Oberhofe ga z ungermiete
Dr Gmeindrat seit: «Mir plane nümme,
tüe lieber i de Dossiers schwümme.»

Wöschwyber

Jitz wei si für d Auto e zwöite Tunnu düre Gotthard boue.
S sig nume zur Entlaschtig heissts, e Löu, wär däm tuet troue.
Mir hätte ne Lösig, umwäutveträglech, günschtig, das tüe mir schwöre.
Eh, mir chlöpfe dr Amstutz a Gotthard häre, dä het e grossi Röhre.
(mbs)

Erstellt: 29.01.2016, 22:02 Uhr

Urgestein tritt ab

2008 wars, als der Thuner Martin Hauswirth (Bild) – begeisterter Anhänger der Basler Schnitzelbänkler – das erste Mal an der Thuner Schnitzelbank-Soirée teilnahm – und restlos enttäuscht war. «In einem Leserbrief im Thuner Tagblatt kritisierte ich die mageren Dichtkünste – in astreiner Versform», erinnert er sich. «Bei Holprigkeit rebelliert mein Gefühl für Takt und Musik.» Es dauerte nicht lange, und Hauswirth konnte «die Suppe, die ich mir selbst eingebrockt hatte, auch auslöffeln». Ein Mitglied der 2008 neu gegründeten Rätschbäse sprach ihn auf seinen Leserbrief an und engagierte ihn kurzerhand als Hausdichter. «So kam ich wie die Jungfrau zum Kinde zu einer neuen Aufgabe: Fortan amtete ich als Värslibrünzler», sagt Martin Hauswirth lachend. Gewisse Regeln der Verslehre müssten beachtet werden, stellt er klar. «Und der Feinschliff braucht viel Zeit.» Zudem hielten er und die Rätschbäse sich stets an ein Credo: Nie verletzend und nie unter der Gürtellinie «rätschen»: Das sei für ihn immer ein Tabu gewesen. Mit der Schnitzelbank-Soirée 2016 ist nun Schluss: Die Rätschbäse gaben ihren Abschied – und mit ihnen Hausdichter Martin Hauswirth. Die grösste Ehrung hat er schon erhalten: «Letztes Jahr gab es für uns ein dickes Lob aus Basel – von einem Ur-Schnitzelbänkler.» heh

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