Das Kakadu ist Geschichte

Uetendorf

50 Jahre war die Quartierbeiz und frühere Bäckerei in Uetendorf mit Tea Room im Besitz der Familie Beurer. Mit dem Verkauf geht eine Familienära zu Ende.

Ein Abschied mit Wehmut: Urs Beurer vor dem geschlossenen Restaurant Kakadu.

Ein Abschied mit Wehmut: Urs Beurer vor dem geschlossenen Restaurant Kakadu.

(Bild: Debora Stulz)

Das Restaurant Kakadu, das einst beliebte Quartierbeizli auf der Uetendorfer Allmend, ist seit einigen Tagen geschlossen. 50 Jahre nach dem Kauf durch Walter und Verena Beurer im Jahr 1969 wurde die Liegenschaft von ihren Nachkommen per 1. April an die BHG Kakadu verkauft. Was mit der Liegenschaft, der noch bestehenden Backstube im Untergeschoss und dem Restaurant dereinst geschehen soll, konnte bis dato nicht in Erfahrung gebracht werden.

Während vieler Jahre haben das damalige Tea Room Bellevue mit Bäckerei und Confiserie und spätere Restaurant Kakadu floriert. Kakadu wurde das Restaurant genannt, weil Verena Beurer Kakadus geliebt und auch gehalten hatte. Einer dieser Vögel konnte sprechen und hat jeweils den Gästen zu deren Freude «Hesch zaut?» nachgerufen. Beurers waren bekannt für ihre Leidenschaft für ihren Beruf und für ihre offene und kommunikative Gastfreundlichkeit. Die Kreationen der zwei Generationen Bäcker und Konditoren Beurer waren weitherum beliebt.

Legendär waren unter anderem die Schwarzwäldertorten von Walter, die Spezialbrote von Rolf und später die Pizzen von Urs Beurer. 1977 hatte Urs Beurer als Bäcker-Konditor-Meister von seinem Vater die Bäckerei übernommen und sie bis 1986 geführt. Seine Eltern führten damals das Restaurant weiter, sein Bruder Rolf die Bäckerei. Danach hat Urs sein Wissen und Können als Gewerbeschullehrer an den Nachwuchs weitergegeben. 1991 kehrte er in den Familienbetrieb zurück, übernahm von seinen Eltern das Kakadu und führte den Betrieb bis zu seiner Pensionierung Ende 2012.

Abschied mit Wehmut

Danach haben nacheinander zwei Pächter ihr gastronomisches Glück in dem Traditionsbetrieb auf der Uetendorfer Allmend gesucht. Das Konzept des Speisewerk, wie das Restaurant zwischenzeitlich genannt wurde, ist bei den traditionsbewussten Gästen nicht auf Erfolg gestossen. Daniela Frieden, die letzte Pächterin, hat den Vertrag per Ende März aus persönlichen Gründen gekündigt. Diese Kündigung war denn auch der Anstoss für den Verkauf.

Da kein Mitglied der dritten Generation Beurer Interesse an der Liegenschaft und dem Restaurant hatte, haben sich die letzten Besitzer, die Brüder Urs und Rolf Beurer, zu dem Schritt entschieden. Mit dem Verkauf der Liegenschaft ist die Ära Beurer jetzt endgültig abgeschlossen. Urs Beurer, der viel Freude und Kraft in den Betrieb investiert hatte, bleiben nur noch seine selbstgemalten Bilder, die bis zu der Schliessung in den Gasträumen zum Verkauf ausgestellt waren.

Wenn er die Kraft dazu hat, will er die Bilder holen. Im Gespräch mit dieser Zeitung war zu spüren, dass ihm der endgültige Abschied vom Kakadu noch Mühe bereitet: «Die Wehmut nehme ich mit in die Osterferien, dort habe ich Zeit, alles zu verarbeiten», sagte Beurer zum Abschied.

Parkplatz wird ebenfalls verkauft

Der grosse Parkplatz an der Uttigenstrasse, der zum Kakadu gehörte und auch von der Kirchgemeinde Thierachern als Parkplatz für das Kirchgemeindehaus Uetendorf Allmend genutzt wird, soll ebenfalls verkauft werden. Vom Präsidenten der Kirchgemeinde, dem Uetendorfer Stefan Wüthrich, war zu erfahren, dass sich die Kirchgemeinde derzeit mit der künftigen Parkplatzsituation rund um das Kirchgemeindehaus auseinandersetzt. Ein Erwerb des Kakadu-Parkplatzes sei derzeit nicht ausgeschlossen. Die Gesamtsituation müsse jedoch genau abgeklärt werden, so Wüthrich gegenüber dieser Zeitung.

Thuner Tagblatt

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