Das Komitee mobilisierte

Oberhofen

Ziemlich viele Zahlen präsentierte das Komitee, das sich dem geplanten Um- und Neubau der Schule Friedbühl entgegensetzt.

Die Zukunft des 70 Jahre alten Schulhauses Friedbühl in Oberhofen wirft im Dorf hohe Wellen.

Die Zukunft des 70 Jahre alten Schulhauses Friedbühl in Oberhofen wirft im Dorf hohe Wellen.

(Bild: Patric Spahni)

Es war vorbereitet. Gleich beim Eingang stapelten sich Dokumentationen in farbigen Mappen. «Wir bezahlen dies alles aus dem eigenen Portemonnaie», sagte Hans Ulrich Bieri, Präsident der SVP Oberhofen und Mitglied des Komitees «Für eine finanzierbare Schulanlage mit Zukunft», derweil sich der Saal in der Riderbachhalle in Oberhofen mehr und mehr mit Leuten füllte. Eingeladen zum Informationsabend hatte das Komitee, um der Öffentlichkeit eine Alternative zum geplanten Um- und Neubau des Schulhauses Friedbühl zu präsentieren.

«Wir sind keine Verhinderer. Wir haben das gemeinsame Ziel, eine gute Schule zu realisieren», hielt Bieri gleich zu Beginn fest. Mit «wir» meinte er ein rund zehnköpfiges Komitee, dem das kurz vor der Abstimmung stehende Projekt «Panorama» ein Dorn im Auge ist.

Alternative «Grüne Wiese»

Für rund 29 Millionen Franken will der Schulverband der Gemeinden Hilterfingen, Oberhofen und Heiligenschwendi das rund 70-jährige Schulhaus Friedbühl in Oberhofen auf Vordermann bringen (wir berichteten). «Das können wir uns schlicht nicht leisten», betonte Bieri und sprach auch von einer damit verbundenen Steuererhöhung. Er und seine Mitstreiter haben deshalb in den vergangenen drei Monaten ein Alternativprojekt unter der Bezeichnung «Grüne Wiese» ausgearbeitet. Das Projekt soll auf der unbebauten Nachbarparzelle des Schulhauses Friedbühl, welche der Gemeinde Oberhofen gehört und an die Gartenbauschule Hünibach verpachtet ist, realisiert werden.

Das Komitee stützt sich dabei auf das «Panorama». «Dies ist ein gutes Projekt, wir möchten auch mit den beteiligten Firmen weiterfahren», sagte Hans Ulrich Bieri.

15,6 Millionen mit Verkauf

Er und seine Mitstreiter Edwin Rothenbühler und Hans Woodtli legten in einer 27-seitigen farbigen Dokumentation ziemlich viele Zahlen vor. Denn kosten werde die alternative Variante kaum weniger. Das Komitee setzt deshalb vorab auf den Verkauf der durch den vorgeschlagenen neuen Standort frei werdenden Parzelle der bisherigen Schulanlage zu Wohnzwecken.

Nach Berechnungen des Komitees würde der Landverkauf rund 15,6 Millionen Franken in die Kasse spülen. «Damit würde Oberhofen fast zum Nulltarif zu einem neuen Schulhaus kommen», meinte der Redner.

Mit der Präsentation des alternativen Vorschlags löste das Komitee im Publikum unterschiedliche Reaktionen aus. So wurde etwa der vorgeschlagene Landverkauf kontrovers diskutiert, weil damit der Bau von günstigem Wohnraum für junge Familien nicht möglich sei. Zudem werde mit dem Neubau auf der verpachteten Parzelle die Existenz der Gartenbauschule Hünibach gefährdet, auch von «Risiko» und «Pokerspiel» war die Rede.

Im Weiteren würde eine allfällige Steuererhöhung nicht wirklich ins Gewicht fallen. Laut wurden auch Bedenken, dass es mit der Idee des Komitees zu Verzögerungen kommen werde.

Prekäre Schulsituation

«Wir haben eine prekäre Schulsituation, je länger diese andauert, geht dies stark ins Geld», betonte Therese Haueter, Präsidentin des Schulverbands. «Mit der Gartenbauschule sind wir im Gespräch, wir sind zuversichtlich, eine Lösung zu finden», erwiderte Bieri. Es gab aber auch positive Stimmen. «Dieser Vorschlag ist ein gutes Beispiel, wie man es auch machen könnte», meinte ein Votant.

Am 25. November findet in Oberhofen die Urnenabstimmung über den Kredit statt. Eine knappe Woche zuvor werden an der Gemeindeversammlung mit einem Landverkauf an den Schulverband und dem Organisationsreglement erste Weichen gestellt. «Stimmen sie dreimal nein», forderte Bieri die Anwesenden auf. In Hilterfingen wird am 28. November an der GV entschieden.

Thuner Tagblatt

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