Der «Fels in der Brandung» ist bereit

Thun

Die neue Mokka-Saison steht vor der Tür. Clubchef Pädu Anliker sagt, wen man diesen Herbst gesehen haben muss und wen er gerne selber mal auf der Mokka-Bühne sähe.

Pädu Anliker neben dem Aufgang zur Mokka-Bühne. Am Donnerstag beginnt die Club-Saison 2015/2016.

Pädu Anliker neben dem Aufgang zur Mokka-Bühne. Am Donnerstag beginnt die Club-Saison 2015/2016.

(Bild: Markus Hubacher)

Mokka-Chef Pädu Anliker führte kürzlich eine Gruppe Gymnasiasten durch seinen Club. Als er die Jugendlichen am Ende des Rundgangs fragte, welche Musik sie denn hören würden, meinte ein Mädchen vielsagend: «Wir wissen es eigentlich nicht mehr.»

Dass es mit diesem Zeitgeist nicht ganz einfach ist, ein Programm auf die Beine zu stellen, versteht sich von selbst. Dennoch wird die Mokka-Bühne auch in der Saison 2015/2016 alles andere als verwaist sein. Den Auftakt macht übermorgen Donnerstag der Spoken-Word-Anlass «Talk 3600».

Bekannte Namen, Neues und Konzerte «just for fun»

Der Markt für Livemusik befinde sich einerseits nach wie vor im Sinkflug, andererseits seien Clubs trotz allem der «Fels in der Brandung der schlingernden Unterhaltungsindustrie», meint Anliker. Für die Mokka-Saison Nr. 30 hat er einmal mehr versucht, einen breiten Mix an verschiedenen Stilen zu programmieren:

«Es sind bekannte Namen dabei, es hat Neues, und einige Shows machen wir ‹just for fun›.» Definitiv in die erste Kategorie gehören Patent Ochsner, die Mitte Dezember zwei Konzerte im Bärensaal Dürrenast spielen. Sie sind bereits ausverkauft. «Der Vorverkauf lief so gut wie noch nie. Wir hätten locker eine dritte oder vierte Show machen können», erzählt Anliker.

Und auf wen freut sich der Clubbetreiber sonst noch? «Evelinn Trouble wird sicher wieder grosses Kino abliefern. Schade, dass man sie in Thun noch kaum kennt.» Als Geheimtipp bezeichnet Anliker die Girlie-Pop-Punk-Band The Tuts aus London, die am 9. Oktober in Thun haltmachen wird (vgl. Kasten «Programm»).

Inwiefern sich das Publikum auf noch eher unbekannte Künstler einlässt, wird sich zeigen. Es sei ohnehin immer schwieriger, abzuschätzen, was gut laufen werde und was nicht. «Letzte Saison hatten wir zum Beispiel Arstidir aus Island gebucht. Wir gingen davon aus, dass höchstens eine Handvoll Leute ans Konzert kommen würde – bis plötzlich sogar Reservationen aus Deutschland oder Österreich eintrafen», erinnert sich Anliker.

Er fand später heraus, dass die Band einen Youtube-Hit hat, der entsprechend grosse Kreise zog. Ähnlich ergehen könnte es dem Duo Berge, das im Oktober nach Thun kommt und dessen Videos auf Youtube derzeit hunderttausendfach angeklickt werden.

Weiterhin im Programm ist die Reihe «Cocoon» des Colin-Vallon-Trios. Vallon, Patrice Moret und Julian Sartorius werden in der Regel zweimal pro Monat auf der Bühne Platz nehmen. «Diese Reihe ist längst zur Herzensangelegenheit geworden, sowohl für uns als auch für die Band», sagt der Mokka-Chef.

Anliker: «Ich muss einfach gesund bleiben»

2016 wird der Musikclub an der Allmendstrasse 14 das 30-jährige Bestehen feiern können. Wie lange Anliker den Unterhaltungsdampfer Mokka noch selber steuern wird, weiss er selber nicht: «Ich muss einfach gesund bleiben, dann läuft es weiter. In den letzten 30 Jahren war ich nur an drei Tagen krank. Das stimmt zuversichtlich.»

Und wen sähe er nach all den Jahren gerne auf der Mokka-Bühne, wenn er einen Wunsch frei hätte? «Sie füllt mittlerweile viel grössere Hallen, aber es wäre cool, mal einen Gig mit Sophie Hunger zu machen.»

Thuner Tagblatt

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