Der Sparauftrag wurde halbiert

Thun

Die Hotelfachschule Thun muss ab 2021 eine halbe statt einer ganzen Million einsparen. Dennoch ist Schuldirektor Christoph Rohn enttäuscht.

Noch ist unklar, wie die Hotelfachschule Thun jährlich 500'000 Franken einsparen will (Archivbild/Patric Spahni).

Noch ist unklar, wie die Hotelfachschule Thun jährlich 500'000 Franken einsparen will (Archivbild/Patric Spahni).

Die Verantwortlichen der Hotelfachschule müssen den Gürtel enger schnallen. Dennoch sind sie am Montag im Grossen Rat mit einem blauen Auge davongekommen. Der Regierungsrat hatte im Sinn, bei der Schule ab 2021 jährlich eine Million Franken einzusparen. Bei einem 4,7-Millionen-Budget hätte dies rund einem Viertel der Einnahmen entsprochen.

Das Parlament gab indes mit 125 zu 18 Stimmen der Planungserklärung von Jakob Etter (BDP, Treiten) den Vorzug: Er schlug vor, die geplanten Einsparungen um die Hälfte zu reduzieren – nicht nur bei der Hotelfachschule Thun, sondern auch den zwei anderen betroffenen Institutionen, der Höheren Fachschule Holz Biel und der Gartenbauschule Oeschberg.

Mehrere Grossräte aus der Region Thun-Oberland hatten vorher kräftig die Werbetrommel für die Hotelfachschule gerührt. «Dass wir uns für sie einsetzen, ist nicht nur regionalpolitisch motiviert. Sie ist ein bildungspolitischer Pfeiler für den ganzen Kanton», meinte Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP). Parteikollegin Madeleine Amstutz (Sigriswil) sah in der Schule nicht zuletzt ein Mittel, «dass die Hotellerie im Oberland in Schweizer Händen bleibt».

Derweil rechnete Marc Jost (EVP, Thun) vor, dass sich die Gebühren für die Schulabsolventen über die ganze Ausbildungszeit von 24'000 auf 48'000 Franken verdoppeln könnten. Jost, der eine Motion gegen den Sparplan eingereicht hatte, musste aber auch Kritik einstecken: Etter und Fritz Wyss (SVP, Wengi) warfen ihm vor, mit seinem Vorstoss die einzelnen betroffenen Schulen gegeneinander auszuspielen. Letztlich wurde die Motion Jost mit 83 zu 54 Stimmen abgelehnt. Damit war der Weg frei für die Kompromisslösung.

Christoph Rohn, Direktor der Hotelfachschule Thun, äusserte sich in einer ersten Reaktion «enttäuscht» über die Ablehnung der Motion. «Wir haben nun drei Jahre Zeit, Lösungen zu finden», so Rohn. Was dies im Detail bedeute, sei offen: Möglich sind Kosteneinsparungen, aber auch die Erhöhung der Studiengebühren oder die Suche nach neuen Erträgen.

Thuner Tagblatt

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