Der Weinberg wird zur Freilichtbühne

Steffisburg

«Der fröhlech Wybärg» heisst das neuste Stück der Stäffisburger Spil-Lüt. Gespielt wird unter freiem Himmel im Steffisburger Weinberg. Bald ist Premiere.

Sie freuen sich auf die Premiere: Regisseurin Barbara Ami Rauch und Rolf Ryser, Hauptdarsteller und Vereinspräsident der Stäffisburger Spil-Lüt.

Sie freuen sich auf die Premiere: Regisseurin Barbara Ami Rauch und Rolf Ryser, Hauptdarsteller und Vereinspräsident der Stäffisburger Spil-Lüt.

(Bild: Stefan Kammermann)

Eine stattliche Linde, daneben ein überdeckter Gemüsekeller als Hügel mit einer ebenso stattlichen Anzahl Weinfässer aus Holz. Gleich daneben der Weinberg von Steffisburg. Dies ist die Freilichtszenerie der Stäffisburger Spil-Lüt für ihre neuste Produktion. «Die Proben laufen auf Hochtouren», sagt Präsident Rolf Ryser, der auch gleich die Hauptrolle spielt.

Aufgeführt wird das berndeutsche Lustspiel «Der fröhlech Wybärg» nach dem gleichnamigen Lustspiel des deutschen Autors Carl Zuckmayer. Am 10. Juli ist Premiere. Dann ist im Steffisburger Weinberg auch mal eine ordentliche Feier angesagt. In 19 Vorstellungen wird bis zum 17. August beim Rebhaus Wygarte im Ortbühl die Geschichte des alternden Weingutbesitzers Gunderloch, der seine Tochter verheiraten möchte, unter freiem Himmel aufgeführt.

Zu früh fürs Altenteil

Die Komödie dreht sich rund um den reichen Witwer Gunderloch, der eine Hälfte seines prächtigen Weinguts versteigern will, um sich zur Ruhe zu setzen. Mit der anderen Hälfte als Mitgift möchte er seine uneheliche Tochter Klärchen mit dem hochnäsigen Studenten Knuzius verheiraten. Da Gunderlochs Ehe kinderlos blieb, soll der zuku?nftige Schwiegersohn allerdings erst seine Zeugungsfähigkeit beweisen.

Klärchen liebt aber einen anderen und ist von Knuzius wenig angetan. Am Winzerfest entsteht zwischen den Rivalen Streit, den Gunderloch energisch unterbindet und dadurch für seine Haushälterin Annemarie zum begehrenswerten Helden wird. Gunderloch erkennt, dass es fürs Altenteil noch zu früh ist, und beschliesst, seinen Besitz nicht zu verkaufen, während Klärchen indessen ihre eigenen Pläne schmiedet.

Mit dem 1925 in Berlin uraufgeführten Stück gewann Autor Carl Zuckmayer den begehrten Kleist-Preis. Nach der erfolgreichen Premiere bewarben sich über 100 Bühnen um die Aufführungsrechte. Auch heute noch gehört das Stück zu den beliebtesten Werken von Zuckmayer und wird häufig aufgeführt.

23 Leute auf der Bühne

Insgesamt 23 Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller aus der Region sind derzeit am Proben. «Wir sind auf Kurs», sagt Regisseurin Barbara Ami Rauch. Die Theaterregisseurin hat bereits die beiden letzten Aufführungen der Spil-Lüt inszeniert. «Ich habe die neue Aufgabe sehr gerne übernommen, weil viele Leute involviert sind und das Stück in der Natur spielt», erläutert sie.

«Eine solche Produktion ist mit viel persönlichem Aufwand verbunden.»Rolf RyserPräsident Stäffisburger Spil-Lüt

Wie Präsident Rolf Ryser ausführt, sei es indes nicht ganz einfach gewesen, die 23 Rollen zu besetzen. Zwar zähle der Verein auf dem Papier rund 70 Mitglieder. Trotz dieses recht ordentlichen Bestandes konnten nicht alle Rollen mit Spil-Lüt besetzt werden. «Denn eine solche Produktion ist eben auch mit viel persönlichem Aufwand verbunden», so der Präsident, zumal die Proben bereits im Januar begonnen haben. «Jetzt freuen wir uns sehr auf die Premiere», betont Ryser.

Thuner Tagblatt

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