«Derzeit sind Steuersenkungen einfach nicht möglich»

Thun

Wir fühlen den Thuner Gemeinderatskandidierenden auf den Zahn. Heute Nicole Krenger (GLP).

Sie geben als Beruf «Projekt­leiterin steuerpolitische Geschäfte» an, sind also Steuerexpertin. Müsste Thun die Steuern eher erhöhen oder senken?
Nicole Krenger: Mein liberales Herz schlägt für tiefere Steuern. Die Ausfälle müssen allerdings immer kompensiert werden. Solche Sparübungen sind nie einfach. Gerade im Bereich Unterhalt und Investitionen kommt einiges auf Thun zu. Derzeit sind Steuersenkungen deshalb auf Gemeindeebene einfach nicht möglich.

Was bedeutet Thun für Sie?
Thun ist mein Zuhause. Meine Familie lebt hier. Hier bin ich verwurzelt.

Wo hapert es in Thun?
Derzeit ist die Verkehrssituation in der Innenstadt für Anwohner, Besucher und KMU nicht ideal. Für die Zukunft ist es nicht zuletzt aus finanzpolitischen Gründen wichtig, dass die Innenstadt ansprechender wird. Dazu ist der Kern als Begegnungszentrum komplett verkehrsfrei zu gestalten. Für KMU und Arztbesuche können geeignete Ausnahmen vorgesehen werden. Auch die Anliegen der Jungen und Junggebliebenen sollen dabei angemessen berücksichtigt werden, indem vermehrt Aussenbestuhlung und Gastronomie zugelassen werden.

Was lieben Sie an Thun?
Die Lage und die Umgebung. Wir sind umrahmt von Bergen und sind am Wasser. Wir besitzen eine schöne Altstadt. All dies lädt zum Besuchen und Verweilen ein. Umso wichtiger ist, dass diese Vorteile in der Ortsplanungsrevision hervorgehoben werden.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Gemeinderätin setzen?
Das zentrale Geschäft wird die Ortsplanungsrevision sein. Was hier vorgespurt wird, prägt das Bild der Stadt Thun für lange Zeit. Wichtig sind mir folgende Bereiche: attraktive Innenstadt mit genügend Platz für Kultur und Nachtleben, klare Zuordnung von Gewerbe-, Wohn- und Industriezonen mit Verdichtung nach innen, Aufwertung von Grünflächen und Naherholungsgebieten, intelligente Verkehrs- und Erschliessungsplanung sowie die Förderung erneuerbarer Energien und zeitgemässer Lebens- und Arbeitsformen.

Wenn Sie die Stadt als Wohnort verlassen würden – wohin würden Sie am ehesten ziehen?
Lebenswerte Orte gibt es viele in der Schweiz und auf dieser Welt. Vom sehr nahen Bern oder Lausanne über Paris bis hin zu Vancouver, Hongkong und, und, und. Derzeit zieht es mich aber nicht, Thun zu verlassen.

Mit welcher Person möchten Sie gerne einmal ein paar Runden auf dem Thuner Riesenrad drehen – und warum?
Am Thunfest fahre ich oft eine Runde mit Freunden – das ist die perfekte Begleitung.

Was ist ausserhalb der Politik Ihre grösste Leidenschaft?
Ich bin ein politischer Mensch. Sei dies regional oder bei meiner Arbeit auf Bundesebene in der Steuerpolitik. In meiner Freizeit lasse ich es gemütlich angehen. Mit dem Hund raus, mit Freunden bei einem guten Glas Wein, beim Billard oder auch bei meinen ersten Versuchen mit Golf.

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Thuner Vergangenheit reisen könnten – welche Epoche würden Sie wählen?
Um die Stimmung zu erleben, die Belle Epoque. Wichtiger ist aber, dass wir in der Gegenwart die Herausforderungen unserer Zeit wahrnehmen und uns hier einsetzen.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Thun?
Ich mag den Strandweg ab Höhe Pfaffenbühl. Nach einem schönen Spaziergang ist der Sonnenuntergang bei der Campingplatzwiese einmalig.

Thuner Tagblatt

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