«Die Digitalisierung ist Chefsache»

Die X-Days 2018 widmeten sich der nächsten Stufe der ­Digitalisierung. Unter den 450 Teilnehmern im Grand Hotel Victoria-Jungfrau waren auch Entscheidungsträger aus dem Oberland.

Oberländer Teilnehmer an den X-Days (v. l.): Bruno Guggisberg (CEO Spital STS AG), Peter Feuz (VR-Präsident Schilthornbahn AG) und Marcel Baillods (CEO Tropenhaus Frutigen AG) im Grand Hotel Victoria-Jungfrau.

Oberländer Teilnehmer an den X-Days (v. l.): Bruno Guggisberg (CEO Spital STS AG), Peter Feuz (VR-Präsident Schilthornbahn AG) und Marcel Baillods (CEO Tropenhaus Frutigen AG) im Grand Hotel Victoria-Jungfrau.

(Bild: Fritz Lehmann)

«Dieses Jahr konnte ich keine neuen Inputs erhalten, welche sich bei uns im Tropenhaus gleich umsetzen lassen», zieht Marcel Baillods, CEO der Tropenhaus Frutigen AG, Fazit seiner Teilnahme an den X-Days in Interlaken. Was ihm jedoch jetzt bewusst sei, ist, dass die digitalen Instrumente und Daten nicht mehr und auch nicht weniger als ein Werkzeug sind. Das A und O sind laut Baillods das Erhalten von möglichst einer Vielzahl von verschiedenen Kundendaten. Damit lasse sich laut Baillods «spezifische, ganz individuelle Angebote für die Gäste des Tropenhauses schaffen».

Strategie für Youtube?

«Wir haben die Digitalisierung zur Chefsache erklärt, den Informatikchef in die Geschäftsleitung geholt und damit klargemacht, dass uns dieses Geschäftsfeld besonders am Herzen liegt», sagte gestern Bruno Guggisberg, CEO der Spital STS AG in Thun. Dass dies der richtige Entscheid gewesen ist, habe seine Teilnahme an den X-Days bestätigt, so Guggisberg weiter. Hängen geblieben ist beim CEO der Spitalgruppe unter anderem der Hinweis einer Referentin vom ersten X-Days-Tag, wonach sich Entscheidungsträger, die keine Strategie für die Videoplattform Youtube hätten, sich doch noch eine solche zulegen sollten. «Ich denke, diesem Hinweis werden wir intern nachgehen», sagt Guggisberg.

«Wir haben klar­gemacht, dass uns dieses Geschäftsfeld am Herzen liegt.»Bruno GuggisbergCEO Spital STS AG

Vorgängig seiner erstmaligen Teilnahme an den X-Days in Interlaken hatte der Verwaltungsratspräsident der Schilthornbahn AG, Peter Feuz, vor ­allzu grossen Erwartungen gewarnt respektive hatte erklärt, sich überraschen lassen zu wollen. «In der Tat habe ich keine grossen Neuigkeiten erfahren», lässt sich VR-Präsident Peter Feuz nach Abschluss der Konferenz entlocken.

Dass Bargeld beim Bezug von Tickets für Bahnfahrten eine immer kleinere Rolle spielt und dereinst gar ganz ohne Noten und Kleingeld touristische Angebote genutzt werden können, davon ist Feuz fest überzeugt.

«Die branchenübergreifenden Networking-Gelegenheiten auf hohem Niveau machen die ­X-Days beliebt», erklärte denn auch Dominik Isler im Namen der Organisatoren.

Drinks aus dem Drucker

Digital ist ein umfassendes Thema. So umfassend, dass man neben den Hauptveranstaltungen auf ­allerlei Interessantes und ­Kurioses stösst.

Drinks mixt in Zukunft der Roboter. Diesen Eindruck erhielt man am Stand der Firma Tech2b Inkubator aus Österreich. Am Unterhaltungsabend der X-Days war ihr Roboterarm der Hingucker: In biologischen Traubensaft träufelte der Roboter punktgenau Zitronenöl, das nach ­kurzer Zeit Form annahm. Dabei entstanden dreidimensionale Objekte wie Fussbälle, Riesenräder, Figuren oder Buchstaben.

Ein Drucker schreibt tröpfchenweise Zahlen in den Drink (Foto: Fritz Lehmann).

Und sogar der Wiener Prater schwebte wie von Zauberhand im Glas. «Das Verfahren kombiniert Methoden und Techniken aus Robotik, Labortechnik und Molekularküche und erschliesst ein völlig neues Marktsegment», nämlich den 3-D-Druck für trinkbare Lebensmittel, heisst es seitens der Firma.

Für das Kind im Manne

Übrigens: An der sogenannten ­X-Night gab es kein Filet, dafür aber gemäss dem Motto «Schweiz» einheimische Kost: Unter anderem Geschnetzeltes mit Rösti, Oberländer Merinque­ oder Capuns, die Bündnerspezialität aus Lattichblättern. Mit 5 Liter Hubraum ausgestattet waren die beiden Mustangs der Firma Ford, die während den X-Days vor dem Grand Hotel Victoria-Jungfrau geparkt waren – und von den Teilnehmern ausgeliehen werden konnten.

«Wir haben Cabriowetter mitgebracht», sagte Andreas Schneider, Senior Key Account Fleet, als er beim einen Modell das Verdeck geöffnet hatte. Das Interesse sei gross gewesen, «die amerikanischen Legenden weckten das Kind im Manne». Die Achtzylindermotoren hätten symbolisch für Mobilität gestanden, diese wären keineswegs etwa als Technologieträger für die mobile Zukunft zu sehen. «Das werden wohl andere Antriebskonzepte sein, und diese werden entsprechend digital vernetzt sein», sagt Schneider.

Körper und Geist anstatt Smartphone und Laptop: Yogalehrerin Christina Eggenschwiler startete gestern Morgen mit rund 20 Teilnehmern in den Tag. Digital Detox hiess das Zauberwort, also die Entgiftung von all den digitalem Medien, die den modernen Menschen durch den Tag begleiten. Sie zeigte Übungen, wies auf die korrekte Atmung hin, ermunterte und gab Tipps, wie sich der vom Bürostuhl gequälte Körper entspannen lässt.

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