Die Feldmusik gibt seit einem Jahrhundert den Takt an

Seit einem ganzen Jahrhundert gibt die Feldmusik in Heimenschwand musikalisch den Takt an. Zum Jubiläum gibt es für die Musikanten ein neues Outfit.

Das Eufonium ist oft dabei: Ruth Winzenried ist Präsidentin der Feldmusik Heimenschwand und gleichzeitig Kopf des Organisationskomitees für die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum.<p class='credit'>(Bild: Stefan Kammermann)</p>

Das Eufonium ist oft dabei: Ruth Winzenried ist Präsidentin der Feldmusik Heimenschwand und gleichzeitig Kopf des Organisationskomitees für die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum.

(Bild: Stefan Kammermann)

Weinrotes Jacket, silbergraue Kopfbedeckung und entsprechende Hose: Seit 26 Jahren sind die Musikantinnen und Musikanten der Feldmusik Heimenschwand in diesen Farben bei Auftritten und Anlässen unterwegs. «Die Uniform ist in die Jahre gekommen und hat farblich einiges eingebüsst», sagt Ruth Winzenried, Präsidentin der Feldmusik und gleichzeitig Kopf des Organisationskomitees für die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum der Musikanten.

Zum runden Geburtstag beschenken sich die Vereinsmitglieder gleich selber mit einem neuen Outfit. Wie die Feldmusik Heimenschwand künftig auftreten wird, bleibt vorerst unter Verschluss. «Das Geheimnis werden wir am kommenden Sonntag lüften», erklärt die Präsidentin und schmunzelt. Am Wochenende haben die 26 Musiker dann auch einiges vor. Nebst der neuen Uniform wird das 100-jährige Bestehen des Vereins entsprechend gefeiert (siehe Kasten).

111 Franken für die Erste

Gegründet wurde die Feldmusik Heimenschwand 1915 von sechs musikbegeisterten Männern unter dem Namen Musikgesellschaft Buchholterberg. Bis die Musikanten allerdings ihren ersten grösseren Konzertanlass im Dorf bestritten, strichen genau 10 Jahre ins Land. 9 Jahre später, 1934, konnten sich die Musiker schliesslich die erste Uniform leisten. Sie kostete pro Musikant 111 Franken.

1938 kam auch die erste Fahne dazu. Mit der Fahnenweihe nannte sich die Musikgesellschaft fortan Feldmusik Heimenschwand. Während der Kriegszeit schrumpfte die Zahl der Aktivmitglieder. «Wenn die Musikübung nur fünf Männer besuchten, wurde auch mal ein Jass geklopft, während der fünfte Mann zuschaute», steht in der Jubiläumsschrift zum Jahrhundertfest.

2600 Franken für die Neue

Genau für dieses Jahrhundertfest wird sich die Feldmusik herausputzen. «Die neue Uniform kostete 2600 Franken pro Mitglied», sagt Ruth Winzenried. Der Vorstand hat deshalb die Mitglieder auf Sammeltour und Sponsorensuche geschickt. Mit Erfolg. Rund 40'000 Franken sind so zusammengekommen. Den Rest bestreitet der Verein aus Erspartem und mittels Zustupf des Kantonal-Bernischen Musikverbandes. «Wir freuen uns sehr auf den neuen Auftritt», betont die Präsidentin. Und lässt sich entlocken: «Wir werden zeitgemäss auftreten.»

Dies dürfte auch den Nachwuchs freuen. Wie Ruth Winzenried weiter ausführt, werde es zunehmend schwierig, junge Leute vom Musizieren zu überzeugen. «Weil Sport und andere Aktivitäten meist Vorrang haben», sagt sie. Für die Zukunft setzt der Verein denn auch auf eine kostenlose Ausbildung von Interessierten, Mund-zu-Mund-Werbung und ein Repertoire mit modernen und trendigen Musikstücken.

www.feldmusikheimenschwand.ch

Thuner Tagblatt

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