Die Jugendreporter zieht es weiter

Es begann als Angebot des Ferienpasses Thun: das Jugendreporterprojekt Jurep 2.0. Unterdessen ist daraus ein Verein entstanden. Dieser soll noch weiter wachsen.

Die Jugendreporter im Einsatz bei der Feuerwehr Thun.

Die Jugendreporter im Einsatz bei der Feuerwehr Thun.

(Bild: PD)

Vom Angebot im Rahmen des Thuner Ferienpasses hin zum eigenständigen Verein, der mit einer möglichen Expansion in die ganze Schweiz liebäugelt, und das innert zweier Jahre: Der Jugendreporterkurs Jurep 2.0 hat einen Senkrechtstart hingelegt.

Wie es dazu kam? «Das Projekt hat einfach Potenzial», sagt Kommunikationsfachfrau Jennifer Müller, die letztes Jahr als Projektleiterin des Ferienpasses für dessen neuen Auftritt zuständig war und nun als Präsidentin des Vereins Jurep 2.0 waltet. Weiter sitzen Ueli Gnägi (Vizepräsident), Silvia Setz (Beisitz), Marc Hüppi (Beisitz), Konrad Moser (Beisitz) und Marco Zysset (Kommunikation) im Vorstand.

«Innovativ und einzigartig»

Im Sommer 2017 starteten die Jugendreporter mit einem Pilot­versuch: Drei Studentinnen der Hochschule Luzern initiierten nach einer Idee von Marc Hüppi, Leiter Soziales der Gemeinde Steffisburg und Mitglied im Vorstand des Vereins Thuner Ferienpass, das Projekt.

Unterstützt wurden sie von Fachpersonen aus dem Bereich Soziales und Medien. Während vier Tagen bildeten sie acht Jugendreporterinnen und -reporter aus. Ein Jahr später lief das Projekt im Grossformat, in viermal drei Tagen wurden 35 Jugendliche ins Handwerk des Video- und Printjournalismus sowie in die sozialen Medien eingeführt.

Die neu gegründete Projektgruppe rund um Jennifer Müller wurde insbesondere von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Steffisburg, unterstützt. Sechsmal bestritten die Jungjournalisten im letzten Sommer die Jugendseite «Pfeffer» des «Thuner Tagblatts» und berichteten via Instagram, Youtube oder Facebook über andere Ferienpass-Angebote.

«Wir haben viele gute Rückmeldungen zum Projekt erhalten, es ist innovativ und bisher einzigartig und lässt sich weiterentwickeln», begründet Müller die Idee, Jurep 2.0 vom Thuner Ferienpass abzulösen und eigenständig zu werden.

«Nationale Unterstützung wäre sehr hilfreich für uns.»Jennifer MüllerPräsidentin Verein Jurep 2.0

Anfang dieses Jahres wurde der Verein Jurep 2.0 gegründet. «Wir wollten uns nicht an Thun oder den Ferienpass binden, sondern die Möglichkeit haben, Wachstum zuzulassen.» Es gingen Anfragen von externen Organisationen ein: Dieses Jahr engagierte erstmals die Schweizer Künstlerbörse oder der FC Thun für seinen Family & Friends Day Jugendreporter aus dem Pool des Vereins Jurep 2.0., um auf ihren Social-Media-Kanälen aus Sicht der Jugendlichen über die Anlässe zu berichten.

Noch freie Plätze

«Jetzt müssen wir eine Strategie entwickeln und festlegen, wie es weitergehen soll», sagt Müller. Offen ist noch, ob der Verein weiterhin an einem Standort Jugendreporter ausbildet und an Externe «ausleiht» oder ob die Projektwoche in Gemeinden und Institutionen durchgeführt wird, damit diese ihre eigenen Jugendreporter ausbilden können. «Eine Möglichkeit wäre auch, ein Konzept zu entwickeln und dieses anderen Schweizer Städten anzubieten», sagt Müller.

Doch um weiterzuwachsen, brauche es mehr Ressourcen: mehr Geld, mehr Personal. Aktuell ist der Verein im Austausch mit nationalen Stiftungen, zudem bestehen Kontakte zum Medieninstitut des Verbandes Schweizer Medien. «Nationale Unterstützung wäre sehr hilfreich für uns.» Sobald klar sei, wohin es mit dem Verein gehen solle, würden auch Mitglieder angeworben, sagt Müller.

Die Projektleitung der Jugendreporter-Sommerkurse im Rahmen des Ferienpasses, die nach wie vor angeboten werden, hat sie an Sarah Foken und Lukas Boss – beide studieren an der Uni Bern – abgegeben. Noch sind in den Kursen Plätze verfügbar. Anmelden können sich Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren auf www.thunerferienpass.ch. Ausgebildete Jureps haben die Möglichkeit, das ganze Jahr über gegen Entlöhnung Einsätze zu leisten.

Thuner Tagblatt

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