Neues Gebäude soll Platznot lindern

Thun

ie Stadt plant, neben dem heutigen Standort der Verwaltung an der Industriestrasse für 8,4 Millionen Franken einen Erweiterungsbau zu realisieren. Er soll den Platzbedarf der Verwaltung langfristig decken.

So wie auf dieser Visualisierung soll der Erweiterungsbau der Thuner Stadtverwaltung an der Industriestrasse dereinst aussehen.

So wie auf dieser Visualisierung soll der Erweiterungsbau der Thuner Stadtverwaltung an der Industriestrasse dereinst aussehen.

(Bild: PD)

«Der Raumnotstand ist sehr gross.» Dies sagte der Thuner Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) im Oktober 2018 mit Blick auf den Standort der Verwaltung im Thunerhof an der Hofstettenstrasse. Der Stadtrat genehmigte damals einen Projektierungskredit von 823'500 Franken für einen Erweiterungsbau des heutigen Verwaltungsgebäudes an der Industriestrasse 2. Dort soll die grassierende Platznot gelindert werden.

Nun ist die Zeit reif für den nächsten Schritt: Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, hat das interdisziplinäre Team um die :mlzd Planer GmbH aus Biel das Wettbewerbsprojekt in der Zwischenzeit überarbeitet. Der Stadtrat wird an seiner nächsten Sitzung vom 24.Januar über den Kredit von 8,42 Millionen Franken für die Umsetzung des Erweiterungsbaus befinden.

Reserven fehlen derzeit

Dass die Wahl auf den Standort Industriestrasse fiel, entspreche einer langfristigen strategischen Planung und sei punkto Synergieeffekt und Erschliessung ideal. Das vorgesehene Gebäude «nutzt ein heute brach liegendes Stück eigenen Landes zwischen dem bestehenden Verwaltungsbau und jenem der Energie Thun AG», heisst es in der Medienmitteilung. Demnach können für die Stadtverwaltung zusätzlich 78 «zeitgemässe Arbeitsplätze» geschaffen werden.

Momentan weist der Standort an der Industriestrasse rund 100 Büroarbeitsplätze auf. Hinzu kommen deren 30 im Rathaus sowie 230 im Thunerhof. Letzterer beherbergt seit dem Jahr 1942 Teile der Stadtverwaltung; davor befand sich darin ein Grandhotel. Wegen der Platzprobleme wurden die vom Hotelbetrieb geprägten Flächen innerhalb des Gebäudes bereits neu verteilt.

«Die Platzverhältnisse bleiben aber eng, teilweise können die Minimalstandards für Arbeitsplätze nicht eingehalten werden», hält die Stadt fest. Zudem würden Reserven für die künftige Entwicklung fehlen. «Um den Platzbedarf mittel- und langfristig decken zu können», hat der Gemeinderat das aktuelle Erweiterungsprojekt angerissen. Im Gegenzug könnten die Aussenstandorte Bärfussgebäude und Chalet Hofstettenstrasse aufgehoben und die Verwaltung an den drei genannten Hauptstandorten konzentriert werden.

Personalbedarf wird steigen

Die Stadtregierung gibt zu bedenken, dass wegen des Bevölkerungswachstums und den zusätzlichen Aufgaben, die von Bund und Kanton an die Gemeinden übertragen werden, «in den nächsten Jahren mit einem Personalwachstum zu rechnen» sei. Dabei stehe die Stadt im Kampf um Talente im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft, der kantonalen oder eidgenössischen Verwaltung.

«Die Qualität des Arbeitsplatzes gewinnt bei der Stellensuche zunehmend an Bedeutung», findet der Gemeinderat. Mit dem geplanten Erweiterungsbau würden sich die Rekrutierungschancen auf dem Arbeitsplatz erhöhen. Im Stadtrat wurde 2018 indes kritisiert, dass die Stadt im geplanten Gebäude nicht stärker auf Co-Working-Spaces anstelle von eigenen Arbeitsplätzen setzt.

Die Hauptnutzerin im Erweiterungsbau, der 1014 Quadratmeter Fläche umfasst, wird die Abteilung Informatikdienste sein. Als weiterer Nutzer soll laut den Stadtratsunterlagen das Planungsamt ein Stockwerk beziehen. Total sind drei Obergeschosse als Büroräume konzipiert.

Im Parterre sind ein Schulungsraum, zwei Sitzungsräume und eine Cafeteria vorgesehen. Der Keller würde die Gebäudetechnik, Lagerräume und Garderoben beherbergen. Die Stadt will im Gebäude auf erneuerbare Energien setzen: «Es entspricht dem Minergie-P-ECO-Standard», steht in der Medienmitteilung.

Volk entscheidet im Mai

Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat, dem Kreditgeschäft in zwei Wochen zuzustimmen. So oder so kommt es danach aber am 17. Mai zur Volksabstimmung. «Sagen die Stimmberechtigten Ja, wird Mitte Juni 2020 das Baugesuch eingereicht», schreibt die Stadt.

Der Baubeginn würde dann im Frühling 2021 erfolgen. Die Übergabe des Neubaus an die Nutzer ist für den Herbst 2022 vorgesehen.

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