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Diese Geschichte ist ziemlich abstrakt

Die Komödie «Blick ins Paradies» der Kyburgbühne Thun ist nicht jedermanns Sache.

«Blick ins Paradies», heisst das neuste Stück der Kyburgbühne Thun, das am Mittwoch im Kleintheater Alte Oele Prémiere feierte.
«Blick ins Paradies», heisst das neuste Stück der Kyburgbühne Thun, das am Mittwoch im Kleintheater Alte Oele Prémiere feierte.
PD

Plastikbecher und Chipstüte liegen nicht geordnet herum, Pappkartons vom Pizzakurier gleich daneben, Bierharassen als Sitzgelegenheit und ein Einkaufswägeli aus dem Grossverteiler, gefüllt mit zahlreichen Utensilien: Das Bühnenbild an der Premiere der Kyburgbühne Thun im Kleintheater Alte Oele könnte überall in einer Stadt sein. Nur, das grosse Bild von der beleuchteten Unterführung zum Mühleplatz im Hintergrund zeigt: Die Szenerie handelt in Thun.

«Blick ins Paradies» heisst die Komödie des Thuner Laientheatervereins. Das Stück, frei nach dem Wiener Autor Jura Soyfer, feierte am Mittwochabend unter der Regie von Hermann Anthamatten Premiere. Die Aufführung ist kurz gesagt eine Zeitreise, um Erfinder in ihrer Tätigkeit zu hinterfragen. Im Vordergrund das Erfinden der Elektrizität.

Künstliche Intelligenz

Ausgangspunkt der Zeitreise ist das durchaus aktuelle Thema künstliche Intelligenz und die damit verbundene Arbeitslosigkeit des ausgesteuerten Edi Gerber (Oliver Ritschard). «Ich habe mal 8000 Stutz verdient», ruft er ins Publikum. Das war, bevor er durch einen Roboter ersetzt wurde. Und prompt taucht dieser auf.

Der Roboter Pepi (Jonas Gluch) ist unterdessen auch arbeitslos. «Mein Motor ist deutlich leistungsfähiger als derjenige der Menschen», meint er. Aber eben, seine Produkte werden nicht mehr gekauft. Und so beschliessen die beiden, die Schuldigen zu suchen. Eben die Erfinder von Strom und Buchdruck und die Entdecker der Welt, und dies bis zur Tür des Paradieses.

Skurrile Reise

Die Zeitreise an die Paradies­türe, zur Evolution des Menschen, wirkt skurril und zum Teil auch etwas an den Haaren herbeigezogen. Es braucht als Zuschauer ziemlich Fantasie, sich vorzustellen, dass Christoph Kolumbus 1492 in Thun aufgebrochen ist, um die Welt zu entdecken, und sein Schiff auf der Aare bereits an der Kuhbrücke einen Mastbruch erleidet. Während ein paar Szenen weiter ein Hit der deutschen Schlagersängerin Helene ­Fischer intoniert wird.

Das Stück ist ein Wagnis und für das Publikum ein Spagat. Damit soll die schauspielerische Leistung des sechsköpfigen Ensembles nicht geschmälert werden. Die Protagonistinnen und Protagonisten überzeugen allesamt mit viel Körpersprache, toller Mimik und auch mit wechselnden Rollenspielen. Wie etwa Jakob Hämmerli als blinder Bettler, Richter oder Portier zum Paradies. Der Schlussapplaus liess einen kurzen Moment auf sich warten. Ein Zeichen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer vom Stück Eindrücke mitnehmen.

Aufführungen: 22., 23., 24., 26., 27., 29., 30., 31.3., 2., 3.4. (wochentags 20, sonntags 17 Uhr); Res.: Kyburgbühne.ch, 079 55 22 917.

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