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Durchgezecht und unter Mordverdacht

Dass ein Klassentreffen alles andere als harmlos enden kann, zeigt «Die Affäre Rue de Lourcine» von Eugène Labiche. Sie wird am 10. November bei der Kunstgesellschaft Thun gezeigt.

Im Stück «Affäre Rue de Lourcine» geht es um Gedächtnisverlust durch ausgiebigen Alkoholkonsum.
Im Stück «Affäre Rue de Lourcine» geht es um Gedächtnisverlust durch ausgiebigen Alkoholkonsum.
zvg

Schon wieder ein Franzose: Nach dem Auftakt der Saison mit «Vater» von Florian Zeller steht bereits das zweite Stück eines frankophonen Autors auf dem Programm der Kunstgesellschaft Thun (KGT). Diesmal geht es nicht um Alzheimer, sondern um Gedächtnisverlust durch ausgiebigen Alkoholkonsum. Dazu hat Eugène Labiche 1857 eine herrlich skurrile und abgründige Komödie geschrieben, die vordergründig schwankhaft daherkommt, aber gerissen und bösartig an der Fassade des gut situierten Bürgertums rüttelt.

In der «Affäre Rue de Lourcine» steht ein Klassentreffen im Mittelpunkt. Oder besser: die Nachwirkungen davon. Denn in jener durchzechten Nacht ist so viel Alkohol geflossen, dass der rechtschaffene und wohlhabende Bürger Lenglumé am Morgen danach mit einem gewaltigen Kater und ohne jegliche Erinnerung aufwacht. Neben ihm liegt und schnarcht zu seiner Überraschung sein Schulkamerad Mistingue.

Grausamer Mord im Rausch

Später lesen sie in der Zeitung von einem Mord an einer jungen Kohlenschlepperin, der sich in der vergangenen Nacht zugetragen hat. Seltsam ist nur, dass die beiden Schulkameraden kohlenschwarze Hände haben und eine Reihe von Indizien den Schluss zulassen, dass Lenglumé und Mistingue den grausamen Mord im Rausch begangen haben könnten. Panik ergreift sie – die bürgerliche Fassade erleidet bedenkliche Risse. Gleichzeitig wird der Blick auf tief sitzende Ängste der im Stück auftretenden Figuren freigelegt.

Das Theater Kanton Zürich ist mit dieser irren und albtraumartigen Farce – von Elfriede Jelinek übersetzt – bei der KGT am 10. November zu Gast. Elina Finkel führt Regie. Dabei spielt ein Hasenkostüm eine nicht unwichtige Rolle … Bekannte Schauspieler wie Andreas Storm, Stefan Lahr und Michael von Burg versprechen beste Unterhaltung – begleitet von einem wohligen Gruseln. (pd)

Eugène Labiche: Die Affäre Rue de Lourcine. Komödie. Samstag, 10. November, 19.30 Uhr. Kultur- und Kongresszentrum Thun. Einführung um 18.45 Uhr. Vorverkauf: über die Abostelle (Tel. 079 737 60 14), über abo@kgt-thun.ch oder über www.kgt-thun.ch.

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