Ein Güterschuppen wird zur Kunstgalerie

Der Dachboden des ­Güterschuppens ist gegenwärtig Ausstellungsort für sechs Thuner Künstlerinnen und einen Künstler. Zu geniessen ist eine Portion konkrete und abstrakte, innovative und vor allem viel­gestaltige Kunst.

Drei der ausstellenden Künstlerinnen (v. l.): Sarah Tschanz, Andrea Eberhard und Rahel Schneider.

Drei der ausstellenden Künstlerinnen (v. l.): Sarah Tschanz, Andrea Eberhard und Rahel Schneider. Bild: Hans Kopp

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Das Ambiente stimmt: Über eine knarrende Holztreppe erreicht man die Ausstellung von sechs Thuner Künstlerinnen und einem Künstler im Dachboden des ehemaligen Güterschuppens der SBB. Zuhinterst an der Ka­sernenstrasse, zwischen Autowaschanlage und Rangiergleisen, erhalten Besucherinnen und Besucher einen Einblick in das aktuelle Schaffen der Ausstellenden.

Da sich alle Beteiligten in spezifischer Weise einem eigenen Medium widmen, ist in der charmanten Örtlichkeit eine breite Rundschau der vielfältigen und spannenden Ausdrucksmöglichkeiten der bildenden Kunst zu sehen. Das Spektrum reicht von Analogien über Drucke, Fotografie, Malerei und Skulpturen bis zu Zeichnungen.

Andrea Eberhard stellt Reliefe in Holz und verhüllte Skulpturen aus, bei denen sowohl das Sichtbare wie auch das Verborgene bei den Betrachtenden bleibende Eindrücke hinterlassen. Bilder und Gedanken, die sich in des Menschen Kopf hie und da einnisten, wurden von Rebecca Gugger illustriert. So etwa ein Mann mit einem Brett vor dem Kopf oder eine Frau, die Vögel hat. In ihren kraftvollen Acryl- und Ölbildern beschäftigt sich Rahel Schneider mit dem Umstand, dass Antworten auf Fragen oft ausbleiben und dass es irgendwo im Nirgendwo Momente gibt, in denen dies keine Rolle spielt.

Von Michael Sommer gibt es schwungvolle Porträts und bunte Installationen zu entdecken, die in ihrer Farbigkeit in krassem Kontrast zu den schwarzweissen Fotografien von Sarah Tschanz stehen, auf welchen schroffes Gestein, kühne Gipfel und blendende Eismeere zu bestaunen sind. Von Vera Vuille liegen handbedruckte Bierdeckel und ein Bildband aus handgeschöpftem Japanpapier auf, in welchem sie die konsumistischen, orgiastischen und sittlichen Gebote des modernen Lebens erforscht. Einen alten Hut schliesslich und das Verweben des Kunstwerks interessiert Luise W. – «Jede Zeit hat ihren Stoff», wie sie in ihren Experimenten mit T-Shirts versinnbildlicht.

Erfolgreiche Vernissage mit 100 Personen

«Dies ist bereits unsere vierte Ausstellung in diesen Räumlichkeiten», erklärte Andrea Eberhard gegenüber dieser Zeitung. Die Räume haben drei Künstlerinnen und ein Künstler von der SBB als Atelier und Ausstellungsort gemietet. Ein Erfolg sei die Vernissage vom vergangenen Freitag gewesen, hätten doch rund 100 Kunstinteressierte daran teilgenommen, freute sich Eberhard.

Die Ausstellung im Dachboden des Güterschuppens an der Kasernenstrasse 4b in Thun ist bis 24. Juni jeweils donnerstags, 17 bis 20 Uhr, und samstags, 11 bis 16 Uhr, geöffnet. Finissage: 25. Juni ab 11 Uhr mit Musik von Benjahndo. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 13.06.2017, 07:44 Uhr

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