Ein historisches Museum im Schloss?

Thun

Vor 150 Jahren Anlässlich der Eröffnung eines Fussstegs auf der Ostseite des Thuner Schlosses wurde in der hiesigen Zeitung die Frage nach einem historischen Museum im Donjon gestellt.

Alte Fahnen sollten die Grundlage eines Altertumsmuseum bilden, hiess es im Mai 1869 im «Thuner Blatt».

Alte Fahnen sollten die Grundlage eines Altertumsmuseum bilden, hiess es im Mai 1869 im «Thuner Blatt».

(Bild: Patric Spahni)

Der Thuner Gemeinderat hatte bei der Regierung die Eröffnung und Erweiterung eines Fussstegs auf der Ostseite des Schlosses sowie die Erneuerung des «Thürmchens beim Kühlscherm» angeregt. Die bereits in Angriff genommene Arbeit enthalte eine wesentliche Verschönerung und ihre Ausführung sei auch mit Rücksicht auf den Fremdenverkehr als ein sehr glücklicher Gedanke anzusehen, hiess es im Bericht des «Thuner Blatts» vom 5. Mai 1869. Die Kosten betrügen 760 Franken und würden von Staat und Gemeinde hälftig geteilt.

Anlässlich des neuen Fussstegs wurde im Bericht auch über die Eröffnung eines Museums sinniert: «Aufs Neue taucht bei diesem Anlass die Idee auf, ob es wohl nicht möglich wäre, einen der alten Säle im Schloss, die gegenwärtig als Fruchtboden benutzt werden, so einzurichten, dass eine Sammlung von Alterthümern und Kunstgegenständen darin könnte erstellt werden.» Die Grundlage eines solchen Altertumsmuseums könnten die alten, im Besitz der Gemeinde befindlichen Fahnen und Burgunderteppiche bilden, hiess es weiter.

Bis das historische Museum im Donjon tatsächlich eröffnet wurde, musste sich die Thuner Bevölkerung dann noch bis 1888 gedulden.

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

5.5.1869Unterzeichneter ladet die Wirte der Stadt Thun hiermit zu einer Versammlung ein auf heute Mittwoch, abends um 7 Uhr, um sich betreff der Militärangelegenheit zu besprechen. Thierstein, Wirt im Café Fédéral.

8.5.1869 G. Baumann, Eisenhandlung vis-à-vis der Buchhandlung Christen, empfiehlt die vorzüglich geschliffenen französischen Gussstahl- als auch die immer noch so beliebten Traubensensen. Ächte Mailänder Wetzsteine, von welchen jeder, der sich nicht bewährt, umgetauscht werden kann, sind ebenfalls vorrätig.

12.5.1869 Die diesjährigen öffentlichen Impfungen beginnen am 13. Mai in der Wohnung des Unterzeichneten. K. Kauffmann, Arzt.

12.5.1869 Das Theater Concordia, Théatre mecanique, pitoresque et maritime, wird einige Tage in Thun seine Vorstellungen geben. Das Theater ist bequem eingerichtet und mit 250 Gasflammen brillant erleuchtet.

12.5.1869 Lebensmittelpreise in Thun. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.93 bis –.98. Kartoffeln per Zentner 2.30 bis 2.50. 10 bis 11 Eier für 60 Cts.

15.5.1869Der erste Zug von Thun nach Bern fährt nun 7 Uhr 10 Minuten morgens statt wie bisher 7 Uhr 45 Min. Alle übrigen Züge bleiben gleich.

15.5.1869 Wilhelm Knechtenhofer-Schild übernimmt den seinem Vater gehörenden Gasthof zur Krone auf den 19. Mai unter Zusicherung guter und redlicher Bedienung.

15.5.1869 Der Viehmarkt vom letzten Mittwoch fiel recht günstig aus. Es wurden etwa 1000 Stück aufgeführt und davon zwei Drittel verkauft, und zwar zu hohen Preisen. Beinahe so lebhaft war der Verkehr auf dem Schaf-, Ziegen- und Schweinemarkt.

19.5.1869 Christian Zimmermann, Küfer, verlegte seinen Wohnsitz vor dem Berntor in das Haus der Geschwister Teuscher.

22.5.1869 Rudolf Müller, Kleiderfärber, Appreteur und Drucker in Baden (Kt. Aargau), hat bei Hrn. J. Bochsler auf dem Plätzli ein Depot für Färben und Drucken eingerichtet. Die schönsten und neusten Dessins liegen zur gfl. Einsicht bereit.

26.5.1869 Eröffnung der Flussbadeanstalt im Schwäbis den 1. Juni nächsthin. Badezeit: Von der ersten Woche von mittags 11 Uhr an, nachher von morgens 6 Uhr an. Das Comite.

29.5.1869 Für Auswanderungslustige. Tüchtige, mit guten Zeugnissen versehene Arbeiter, welchen die nötigen Mittel zur Auswanderung fehlen, dieselbe jedoch gegen sehr leichte, gut bezahlte Arbeit abverdienen wollen, belieben Franko-Offerten innerhalb 6 Tagen unter Chiffre H.H. Nr. 49 an die Exped. dieses Blattes zu senden.

29.5.1869 Heftiges Hagelwetter letzten Mittwoch hat die Bäume beinahe entlaubt. Die Hoffnungen des Landmannes auf die Ernte sind vielerorts vernichtet oder doch sehr gesunken.

29.5.1869 Diese Woche wurde unter grosser Anteilnahme der frühere Besitzer des Freienhofs und alt-Statthalter Stähli beerdigt.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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