Ein zweites Gleis Richtung Thun

Uetendorf

Mitte 2019 bis Ende 2021 baut die BLS die Strecke Uetendorf–Thun für 35,8 Millionen aus. Zudem wird die Haltestelle Uetendorf-Allmend den neusten Anforderungen angepasst.

Die neue Doppelspur-Strecke. Grafik: Sandro Siemer

Jetzt ist das Vorhaben konkret. Die Bahnstrecke Uetendorf–Thun wird auf rund drei Kilometern auf zwei Spuren ausgebaut.

An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Montag orientierte Martin Pfister, Gesamtprojektleiter Bahnbau bei der BLS Netz AG, über den derzeitigen Stand der Planung: «Die Projektierung ist abgeschlossen, gerade heute ist die Eingabe in das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr erfolgt», so Pfister.

Dieses Verfahren dauert rund 12 Monate. Der Baubeginn ist für Ende Juni 2019 geplant, die Freigabe der neuen Strecke soll auf den Fahrplanwechsel 2021 erfolgen.Der Ausbau erfolgt aus verschiedenen Gründen. Einerseits wird die Umsteigezeit in Thun Richtung Uetendorf und Gürbetal für die Bahnkunden optimiert.

Für den flüssigen Bahnbetrieb wird die Wartezeit der Züge im Bahnhof Uetendorf verkürzt. Anderseits ist die Infrastruktur veraltet. Die Gleise in diesem Bereich stammen aus dem Jahr 1949 und die Brücke über den Glütschbach gar aus dem Jahr 1902.

Neu mit Mittelperron

Ausgebaut nach den neusten Anforderungen für alle Nutzer wird auch die Haltestelle Uetendorf-Allmend. Die Bahnstation wird über den Stationsweg und den Panoramaweg erschlossen. Der Zugang zum überdachten Mittelperron mit Wartehalle führt über die überdachte Rampe und Treppe.

Die Anlage wird nach den neusten Anforderungen behindertengerecht gebaut. Der grosse Strommast in der Nähe der Station wird nicht verschoben. Wie Martin Pfister weiter ausführte, sind die notwendigen Verhandlungen mit den betroffenen Landbesitzern derzeit im Gang. Er zeigte sich zuversichtlich, dass in allen Fällen eine Einigung erzielt werden könne.

Dazu Gemeindepräsident Albert Rösti (SVP): «Die Gemeinde steht für offene Fragen gerne zur Verfügung.» Die öffentliche Auflage dieses Projektes werde voraussichtlich im Herbst 2018 durchgeführt, so Pfister. Die Kosten für den ­geplanten Ausbau der Strecke und der Bahnstation belaufen sich auf 35,8 Millionen Franken.

Erfreuliche Finanzlage

Davon nicht betroffen ist die Gemeinde Uetendorf. Für dieses Projekt entstehen der Gemeinde keine Kosten. Derzeit freut sich Gemeinderätin Eva Bichsel (SVP), Ressort Bildung und Finanzen, über die Jahresrechnung 2017: «Weni­ger Aufwand, mehr Erfolg, das ist erfreulich.»

In den Ausführungen zu der Rechnung 2017, die vom Gemeinderat bereits genehmigt und den 150 Anwesenden an der Gemeindeversammlung zur Kenntnis gebracht wurde, führt der Gemein­derat aus, dass sich die strategische ­Aufgabenplanung (SAP) zur Sicherung eines nachhaltigen Finanzhaushaltes bewährt habe.

Bereits im ersten Jahr nach ­Inkrafttreten dieser Massnahmen schliesst die Rechnung der Gemeinde Uetendorf mit einem Überschuss von 1,05 Millionen Franken ab: «Geplant war eine ausgeglichene Rechnung», sagte ­Finanzverwalter Dieter Amstutz gegenüber dieser Zeitung.

Für die Besserstellung verantwortlich war unter anderem ein höherer Steuerertrag von 815'000 Franken. Bei den Einkommenssteuern der natürlichen Personen von 9,3 Millionen Franken wurde der Budgetwert erreicht. Da der Mehrertrag aus nicht planbaren Steuerarten resultierte, ist ein Strategiewechsel nicht angesagt. Der Gemeinderat erachte es nicht als sinnvoll, die SAP wieder aufzuheben.

Das Gesamtergebnis aus betrieblicher Tätigkeit der Gemeinde Uetendorf beträgt bei einem Aufwand von 24,76 Millionen und einem Ertrag von 25,82 Millionen Franken 1,06 Millionen Franken. Das Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung beträgt 974'060 Franken. Das Eigenkapital beträgt 17,76 Millionen Franken. Das Fremdkapital lag Ende 2017 bei 15,19 Millionen Franken.

Neues zur Ortsplanungsrevision

«Für die ZPP 1 Landi werden derzeit durch drei Architekturbüros Ideen­studien ausgearbeitet», berichtete Vizegemeindepräsidentin Anna Katharina Zenger (Grüne), Ressort Hochbau und Planung. Die Planung ZPP 2, Seite Höhenweg, sei weit fortgeschritten.

Thuner Tagblatt

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