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Eine immer neu belebte Tradition

«Gniessets!»: Der spontane Wunsch eines Fotografen war an der Thuner Ausschiesset Programm. Der farbenfrohe Umzug am ersten Tag weckte genauso Begeisterung wie die Konzertbeiträge auf dem Rathausplatz.

Setzten einen frischen Farbtupfer in die Thuner Innenstadt: Die Kadetten bei ihrem Umzug durchs Bälliz. Fotos: Markus Hubacher
Setzten einen frischen Farbtupfer in die Thuner Innenstadt: Die Kadetten bei ihrem Umzug durchs Bälliz. Fotos: Markus Hubacher

Der diesjährige Ausschiesset hat einmal mehr das Zeug zu einem veritablen Volksfest. Tausende genossen Am Sonntagnachmittag die frohe Stimmung, das Wiedersehen mit alten Bekannten oder ganz einfach das tolle Herbstwetter. Dutzende verfolgten die Szenerie von ihren Fenstern oder Balkonen aus. Die ganze Innenstadt war voller Farben, Musik und Fröhlichkeit.

«Geschütz geladen ... Geschütz geladen!»

Fast schien es, als würden am Sonntagnachmittag die Uhren stehen bleiben. Beim sehnlichst erwarteten «Bumm» der Kanone blieb es erst mal still. So ertönte die Meldung «Geschütz geladen!» für einmal gleich zweimal. «Gut möglich, dass das mit Schwarzpulver gefüllte Kartonrohr nicht ganz genau justiert war», meinte ein Schiessleiter gegenüber dieser Zeitung.

Ganz sicher war die Fehlerursache nicht bei den Kanonieren zu suchen. Die «Mannschaft» bestand dieses Jahr erstmals aus Mädchen. Erstmals ging der Schuss Richtung Schwäbis los. Als drittes Novum schliesslich wurde der «Schiessplatz» rund um die Kanone aus dem Jahr 1852 aus Sicherheitsgründen abgesperrt.

Mit vollem Einsatz bei der Sache: Die 64 Fulehüngli verteilten Hiebe mit ihren Söiblaatere und erfreuten mit ihrem Eifer und Engagement.
Mit vollem Einsatz bei der Sache: Die 64 Fulehüngli verteilten Hiebe mit ihren Söiblaatere und erfreuten mit ihrem Eifer und Engagement.

Farben und Tönein den Gassen

«Jetz fats a!» Der achtjährige Nico aus Allmendingen fieberte nach dem erfolgreich abgegebenen Ausschiessetknall dem grossen Umzug entgegen. Die verschiedenen Musik- und Schützengruppen hatten sich in der Scheibenstrasse aufgereiht. Natürlich sei er ein wenig aufgeregt, meinte der diesjährige Hauptmann Nico Hunziker. Als er dann den Umzug anführte, sahen viele in ihm bereits einen Routinier.

Während sein grosser Namensvetter die Strecke Scheibenstrasse–Bälliz–Freienhofgasse–Hauptgasse–Marktgasse und Rathausplatz abschritt, konnte sich Nico aus Allmendingen an den vielen Uniformen, Instrumenten und Menschen kaum sattsehen. Wie er verfolgten viele Kinder mit grossen Augen das Spektakel in den Gassen Thuns, insbesondere den Auftritt der 64 Fulehüngli.

Die Spielführerinnen Fabienne Wenger (l.) und Florence Brügger zusammen mit Kadettenhauptmann Nico Hunziker.
Die Spielführerinnen Fabienne Wenger (l.) und Florence Brügger zusammen mit Kadettenhauptmann Nico Hunziker.

Diese marschierten dieses Jahr erstmals nach den Kadetten. Die Vielfalt von farbenfrohen Uniformen, musikalischen Klängen und Tambourenschlägen brachten Farbe und Stimmung in die Stadt. Tausende von Schaulustigen säumten nun die engen Gassen, ermunterten Kinder und Bekannte mit einem Lächeln und verdankten die musikalischen Darbietungen mit spontanem Applaus.

Grosser Showdownauf dem Rathausplatz

Pünktlich um 13.15 Uhr folgte der Auftakt zum gemeinsamen Konzert auf dem Rathausplatz. Dass die altehrwürdige Turmuhr erst 13.13 Uhr zeigte, störte niemanden. Die Darbietungen von Musikkorps und Tambouren zeugten von Spielfreude und hohem musikantischem Können. Die jungen Künstler spielten sich mit frohen Melodien und heissen Rhythmen in die Herzen der Zuhörer.

«Äs gramselet mi geng wieder!», meinte eine Ur-Thunerin beim abschliessenden «Berner Marsch». Jahr für Jahr besucht sie traditionell den Ausschiesset und scheut die Anreise aus dem grenznahen Ausland nicht. Und wie viele andere freut sie sich auf den Auftritt des Fulehung – mit Respekt und auch etwas Angst. «Doch wenn er einen nicht schlägt, ist man halt doch ein wenig beleidigt!»

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