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Eine «zämegwürfleti» Gruppe

Die Improvisationstheatergruppe Rönee begeistert schon seit vier Jahren das Publikum immer wieder mit ihren improvisierten Szenen. Die drei Thuner haben sich zufällig getroffen und bleiben dem Prinzip des Zufalls auch mit ihrem diesjährigen Programm treu.

Sie improvisieren gemeinsam auf der Bühne: Beatrice Bieri, Adrian Germann und Andreas Stettler (hinten).
Sie improvisieren gemeinsam auf der Bühne: Beatrice Bieri, Adrian Germann und Andreas Stettler (hinten).
Raffael Thielmann

Die Kunst des Improvisationstheaters richtet sich grundsätzlich nach sechs Regeln: wende das «Ja, und...»-Prinzip an, agiere flexibel, vertraue dem Team, entwickle Mut zum Risiko, packe den ersten Impuls, und bring Humor ins Spiel. Die Theatergruppe Rönee hat sich genau diesen Regeln voll und ganz verschrieben.

Seit drei Jahren treten die drei Thuner regelmässig in der Alten Oele auf und lassen sich von den Vorschlägen des Publikums inspirieren. «Improvisationstheater ist etwas sehr Natürliches, deshalb ist es auch so schön», sagt Adrian Germann. So natürlich wie das Improvisationstheater ist, so natürlich entstand auch die Gruppe selbst.

Natürlich entstanden

Adrian Germann, Beatrice Bieri und Andreas Stettler sind schon lange vom Theater fasziniert. Ihre Wege kreuzten sich vor einigen Jahren in der regionalen Theaterszene, und sie begannen, gemeinsam zu improvisieren. Adrian Germann erklärt: «Wir haben alle gemerkt, dass wir gerne improvisieren und dass wir zusammen weitermachen wollen.» Nun stehen die drei als Rönee bereits seit 2013 gemeinsam auf der Bühne und konnten sich schon über viele Kollaborationen freuen.

Für die drei Improvisationstalente sei aber nicht das Rampenlicht das Schönste an ihren Auftritten, sondern wenn sie sich komplett von ihren Erwartungen lösen können. «Es ist einer der schönsten Momente, wenn es einem gelingt, frei zu sein vom Kopf», sagt Stettler. Dies bedeute, einfach alles anzunehmen – ohne zu hinterfragen.

«Es ist sehr wichtig, Dinge zu behaupten und dazu zu stehen. Wenn man also ein Wort nicht kennen sollte, tut man so, als wüsste man, was es bedeutet, und die anderen müssen diese Definition schlicht und einfach akzeptieren.»

Obwohl die Gruppe sich jede Woche zu einer Theaterprobe trifft, ist Improvisationstheater, wie der Name schon sagt, reine Improvisation. «Jede Szene entsteht im Moment», sagt Adrian Germann, der das Ganze «Schwellenprep» nennt. «Es bringt nichts, wenn man versuchen will, einen Plan zu machen. Manchmal begegnet man im Alltag schönen Figuren, die man möglicherweise irgendwo einbauen könnte. Das Ziel ist aber, immer neue Charaktere zu kreieren.»

Der Name der Gruppe basiere sogar auf einem dieser neuen Charaktere. «Wir hatten mal eine Szene, wo plötzlich Rönee auftauchte, der seinen Mitbewohner nicht ausziehen lassen wollte», erklärt Beatrice Bieri.

Bei ihrem nächsten Auftritt in der Alten Oele werden sich die drei zwar wieder nach Vorschlägen des Publikums richten, aber ob sie den Ort, die Zeit oder einen Gegenstand definieren, wird von einem Würfel bestimmt. «Unser Programm heisst ‹zämegwürflet›, was eigentlich den einzigen ­Rahmen für die Aufführung darstellt», sagt Beatrice Bieri. «In einigen Szenen ist man zum Scheitern verurteilt», fügt Adrian Germann an. «Aber genau das kann für uns und das Publikum sehr amüsant sein.»

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