Thun

Einigkeit am runden Tisch – «Mediterrane Nächte» auch 2017

ThunDie Bilanz zum Versuch «Mediterrane Nächte» ist positiv. Am runden Tisch haben sich die Verantwortlichen darauf geeinigt, dass die Lösung mit verlängerten Öffnungszeiten im Sommer 2017 weitergeführt werden soll.

Lauschige Sommernacht auf dem Mühleplatz: Bei solchen Verhältnissen sollen Gäste draussen auch 2017 länger bewirtet werden können.

Lauschige Sommernacht auf dem Mühleplatz: Bei solchen Verhältnissen sollen Gäste draussen auch 2017 länger bewirtet werden können. Bild: Markus Hubacher

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Die mediterranen Nächte des Sommers 2016 sind Geschichte – und doch hallen sie bis in den Herbst nach. Denn schliesslich war die wärmste Jahreszeit in diesem Jahr in der Thuner Innenstadt nicht «business as usual»: Im Rahmen eines Pilotversuchs galten für mitmachende Beizen vom 1. Juli bis zum 7. August jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verlängerte Öffnungszeiten.

Das hiess: Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer wurden in den Aussenbeizen in sogenannt mediterranen Nächten bis 1.30 statt bis 0.30 Uhr bedient (wir berichteten). Konzerte beim Mühleplatz-Festival Am Schluss durften an diesen Abenden zudem bis 23 Uhr und damit eine Stunde länger dauern.

«Haben uns rasch geeinigt»

Auf diesen Kompromiss hatten sich die städtische Abteilung Sicherheit, der Innenstadtleist und der Verein Pro Nachtleben geeinigt. Zwischen diesen drei Exponenten fand nun am runden Tisch eine gemeinsame Auswertung des Versuchs statt. Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) nimmt das Ergebnis vorweg: «Wir haben uns relativ rasch einvernehmlich darauf geeinigt, dass im nächsten Sommer die gleiche Regelung wie während des diesjährigen Pilotversuchs gelten wird.» Die Lösung habe sich bewährt. Laut dem Sicherheitsvorsteher gab es einige wenige Reklamationen – grundsätzlich sei die Akzeptanz aber gross. Die Betriebe hätten sich zum allergrössten Teil an die Spielregeln gehalten.

«Perle» im Nachtleben

Zwar habe sich der Verein Pro Nachtleben eine Ausweitung gewünscht (siehe auch Kasten), doch Siegenthaler betont: «Das würde bewilligungsmässig schwierig – dann bräuchte es höchstwahrscheinlich ein Baubewilligungsverfahren für die Betriebe, die mitmachen wollen. Das wäre unverhältnismässig.» Am runden Tisch sei die getroffene Lösung auch als «Perle im Thuner Nachtleben» bezeichnet worden – und diese solle etwas Ungewöhnliches bleiben.

Klar ist für Peter Siegenthaler weiterhin, dass die Stadt keine Instanz will, die jeweils entscheidet, wann es sich nun um eine mediterrane Nacht handelt. Auswüchse, die diese wenig konkrete Regelung ad absurdum geführt hätten, habe es nicht gegeben.

Nur für den Sommer 2017

Der definitive Entscheid, dass die Beizen auch im Sommer 2017 in lauschigen Nächten eine Stunde länger draussen bedienen dürfen, fehlt allerdings noch: Dafür braucht es die Zustimmung des Gesamtgemeinderats. «Dieser wird voraussichtlich im Verlauf des Monats Oktober darüber befinden», sagt Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler.

Klar ist: Sagt die Gesamtregierung Ja zur Weiterführung, gilt dies nur für die Zeit ab dem letzten Juni­wochenende bis und mit erstem Augustwochenende 2017 – «danach würde wieder Bilanz gezogen», führt Siegenthaler aus.

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 26.09.2016, 17:51 Uhr

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SP-Stadträtin Alice Kropf engagiert sich im Verein Pro Nachtleben Thun. Sie sagt zur Fortführung des Pilotversuchs «Mediterrane Nächte» im Jahr 2017 (vgl. Haupttext): «Grundsätzlich begrüsse ich den Entscheid.» Da es zu keinen nennenswerten Problemen gekommen sei, sei von Pro Nachtleben und den Gastrobetrieben am runden Tisch eine weitergehende Regelung gefordert worden. «Gerne hätten wir den Versuch insbesondere auf den ganzen Sommer ausgedehnt. Da dies jedoch ohne Baubewilligungsverfahren unmöglich umzusetzen wäre, sind wir mit der Lösung zufrieden.»

Der zusätzliche Sicherheitsdienst von 1.15 bis 2.15 Uhr wäre nach Ansicht von Kropf nicht mehr nötig gewesen – «doch im Sinne eines Entgegenkommens entsprechen wir dieser Forderung der Anwohner- und der Stadtvertreter auch 2017, obwohl es mit viel administrativem Aufwand verbunden ist».

Mit der Forderung, die Spielzeiten beim Mühleplatz-Festival Am Schluss permanent von 20–22 Uhr auf 20.45–22.45 zu verlegen, «konnten wir bei den Anwohner- und Liegenschaftsvertretern nicht durchdringen».
«Wir hatten nur wenige negative Rückmeldungen», sagt derweil René E. Gygax, Co-Präsident des Thuner Innenstadtleists. Der zusätzliche Lärm habe sich in Grenzen gehalten – allerdings sei die Verschiebung des «Aufbruchlärms» um eine Stunde durchaus spürbar.

Der Leist habe jedoch selber vorgeschlagen, die Variante 2016 auch für das nächste Jahr gelten zu lassen. «Wir zeigen damit, dass wir keine sturen Verhinderer sind, sondern aufgeschlossen und kompromissfähig», hält Gygax fest. Gegen eine Ausweitung – sei es bei den Uhrzeiten oder bei den Kalenderwochen – habe sich der Leist hingegen gewehrt. Die terminliche Ansetzung während der Sommerferienzeit sei richtig, im Juni und im August sei es in der Regel zu kühl, um eine Verlängerung der Öffnungszeiten für Aussenbeizen bis 1.30 Uhr zu rechtfertigen.

Und: Im September 2017 müsse die Situation im Hinblick auf 2018 wieder neu beurteilt werden. Gygax: «Der Innenstadtleist will keine generelle Bewilligung für mehrere Jahre.»mik

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