Einsprache doch noch zurückgezogen

Ein Mann aus der Region Thun erhielt von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen Verbrechen gegen das Waffengesetz. Seine Einsprache zog er nun zurück.

Der Angeklagte hatte unter anderem elf Softair-Waffen ohne Waffenerwerbsschein erworben.

Der Angeklagte hatte unter anderem elf Softair-Waffen ohne Waffenerwerbsschein erworben.

(Bild: iStock)

Ein 46-jähriger Schweizer aus der Region Thun betrieb einen Laden, in welchem er diverse Survival- und Militariaprodukte anbot. Dabei verkaufte er die Ware einerseits per Onlineversand, andererseits betrieb er eine Verkaufsstelle. In diesem Geschäft bot er in der Vitrine 22 Ordonnanzbajonette, fünf Offiziersdolche und sechs Dolche mit symmetrischer Klinge sowie zwei einhändig bedienbare automatische Messer zum Verkauf an.

Eine entsprechende Waffenhandelsbewilligung oder eine kantonale Ausnahmebewilligung besass er nicht. Die beiden Messer hatte der Mann vorgängig im Ausland erworben, die restlichen Waffen besass er schon vor dem Jahr 2008. Er führte das Geschäft, um damit ein namhaftes Einkommen zu erzielen.

Von Schusswaffen kaum zu unterscheiden

Im Weiteren erwarb der Beschuldigte vor dem Jahr 2008 eine Thompson-Maschinenpistole, unterliess aber nach deren Einführung die Meldung an die zuständige Stelle. Im Herbst 2017 wurde festgestellt, dass der Mann insgesamt elf Softair-Waffen (Druckluftwaffen, die oft von echten Schusswaffen kaum zu unterscheiden sind) ohne Waffenerwerbsschein erworben hatte.

Seinem minderjährigen Sohn schenkte er eine meldepflichtige Waffe (Druckluftpistole), was nach Waffengesetz nicht erlaubt ist. Zudem besass der 46-Jährige Waffen und Munition, ohne einen schriftlichen Vertrag über den Erwerb abgeschlossen zu haben. Wegen dieser Sachverhalte wurden ihm Verbrechen, Vergehen und Übertretungen gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Bedingte Geldstrafe und Bussen

Weil der 46-Jährige Marihuana angepflanzt und konsumiert hatte sowie in angetrunkenem Zustand Auto gefahren war, kamen noch Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Strassenverkehrsgesetz dazu. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, verurteile den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 112 Tagessätzen zu je 50 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Zudem wurde der Mann mit Bussen von insgesamt 2700 Franken bestraft. Zusammen mit den Gebühren hätte er 3700 Franken bezahlen müssen. Weil der Mann gegen den Strafbefehl Einsprache erhoben hatte, kam es am Mittwoch zur Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland in Thun.

Späte Einsicht

«War ein Rückzug der Einsprache ein Thema?», fragte Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann zu Beginn der Verhandlung den Beschuldigten, der mit einer privaten Verteidigerin erschienen war. Das sei so, sagte diese, ohne darauf einzutreten. Damit begann die rund anderthalbstündige Einvernahme des Mannes. Den Begriff «Waffe» wolle der 46-Jährige mit dem kantonalen Waffenbüro Bern abgeklärt haben, sagte er unter anderem. Aufgrund dieser Nachfrage und weiterer Aspekte sei er sich keiner Schuld bewusst.

Nach einer Verhandlungspause wendete sich das Blatt: Der Mann zog seine Einsprache zurück, womit der Strafbefehl rechtskräftig wird. Damit erübrigte sich auch die Befragung eines aufgebotenen Zeugen.

Berner Oberländer

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