Er hat knapp 4000 Kindern auf die Welt geholfen

Thun

Der bekannte Thuner Gynä­kologe Rudolf F. Staub ist 76-jährig nach schwerer Krankheit gestorben.

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Eine grosse Trauergemeinde nahm kürzlich in der Thuner Stadtkirche Abschied von Rudolf F. Staub. Er ist im Alter von 76 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Knapp 4000 Kindern hat der Gynäkologe auf die Welt geholfen. In seiner Praxis und im Spital Thun als Belegarzt hat er seine Patientinnen mit fachlicher und menschlicher Kompetenz und grossem Engagement ärztlich betreut. Werdende Mütter vor und während der Geburt als Arzt zu begleiten, das hat er zeitlebens als Berufung empfunden.

Rudolf Staub war eine Persönlichkeit, die in Thun grosse Bekanntheit und Wertschätzung erlangt hat. Er hatte Schulen in Bern besucht und 1970 sein Medizinstudium an der dortigen Uni abgeschlossen. Nach der Weiterbildung zum Spezialarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und nach der ersten Assistenzarztstelle in Solothurn kam er an das Frauenspital Bern. Dort lernte er seine zukünftige Ehefrau Marianne kennen. Nach der Heirat 1975 zogen sie nach Biel, wo er als Oberarzt am dortigen Spital wirkte. Dem Ruf seines Kollegen Ueli Wirth folgend, entschloss er sich, 1978 seine eigene Praxis in Thun zu eröffnen. Die berufliche Zusammenarbeit und die enge Freundschaft mit Ueli Wirth waren ihm wichtig.

Fussball, Harley und Golf

Auch neben seinem Beruf war Rudolf Staub sehr aktiv. Er und seine Frau Marianne haben in Thun viele gute Freunde gefunden. Ihre Freizeit verbrachten sie oft in Zermatt beim Skifahren oder auf den Malediven beim Tauchen. Er liebte das aktive Fussballspiel, die Ausfahrten mit der Harley und die Fliegerei als Pilot. Oft war er auf dem Golfplatz anzutreffen. Er beeindruckte mit seiner Klugheit und analytischen Klarheit, aber auch mit seinem stets präsenten, feinsinnigen Humor. Mit Freude und Stolz unterstützte er seine Ehefrau bei ihrer politischen Karriere und ihrem Engagement beim Tierschutz.

Vor wenigen Jahren gelang es ihm, eine ideale Nachfolgeregelung für seine Praxis zu finden. Er fühlte sich stets gesund und topfit. So war es 2016 ein schwerer Schlag, als er die Diagnose einer aggressiven Krebserkrankung entgegennehmen musste. Nach zunächst erfolgversprechenden Therapien erfolgten Rückschläge. Zunehmend war er auf Hilfe im Tagesablauf angewiesen. Mit der Unterstützung durch seine Frau konnte er bis kurz vor seinem Tod in seinem vertrauten Haus bleiben, noch oft in seinem geliebten Garten verweilen und den Kontakt zu seinen Freunden aufrechterhalten.

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