Thun

«Es waren sicher Füchse!»

ThunNicht frei laufende Hunde, sondern Füchse reissen am Thunersee immer wieder Schwäne. Davon ist der ehemalige Naturschutzaufseher Rudolf Schmid überzeugt.

Wenn Hunde bellend auf Schwäne zurennen, haben sie gegen die wehrhaften Vögel keine Chance, glaubt Rudolf Schmid (Archivbild/Gabriel Berger)

Wenn Hunde bellend auf Schwäne zurennen, haben sie gegen die wehrhaften Vögel keine Chance, glaubt Rudolf Schmid (Archivbild/Gabriel Berger)

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Im Naherholungsgebiet zwischen Thunersee und Gwattstrasse waren Ende letztes Jahr mindestens drei Schwäne gerissen worden. Wobei unklar war und ist, ob Hunde oder Füchse dafür verantwortlich waren. Wildhüter Andreas Rubin gab zu bedenken, dass sich ein Grossteil der Hundehalter, die ihr Auto beim ­Parkplatz Lindermatte abstellen, keinen Deut um das Verbot von frei laufenden Hunden in diesem Bereich scherten.

Die Lindermatte, speziell der Uferbereich, sei ein Wasser- und Zug­vogelreservat von nationaler ­Bedeutung, «und in diesem Bereich gilt Leinenpflicht für Hundehalter», betonte Rubin. Aber: «Zu nahezu 100 Prozent werden die Hunde auf dem Parkplatz aus dem Auto herausgenommen und nie unmittelbar angeleint. Daher sind Übergriffe auf grasende Schwäne auf der Lindermatte naheliegend.»

Anderes Jagdverhalten

Rudolf Schmid, der während mehr als 40 Jahren freiwilliger Naturschutzaufseher war, glaubt indes nicht, dass die Schwäne von Hunden gerissen wurden. «Ich hatte jahrelang mit Schwänen zu tun und kann ver­sichern, dass Hunde gegen diese Vögel kaum eine Chance haben.» Das habe auch mit dem Jagdverhalten der Vierbeiner zu tun. «Sie rennen, oftmals bellend, auf ihre Beute zu. Wenn sie das bei den wehrhaften Schwänen probieren, ziehen sie sehr schnell den Kürzeren.»

Anders verhielten sich die Füchse: «Sie schleichen sich in der Nacht an die schlafenden Schwäne an und beissen zu, bevor sich diese zur Wehr setzen können.»

Zurück an den Tatort

Auch als Schmid noch als frei­williger Naturschutzaufseher unterwegs war, wurden entlang der Schilfgürtel des Thunersees öfter Schwäne getötet. «Zusammen mit dem damaligen Wildhüter Fritz Wenger stellte ich in den folgenden Nächten jeweils Fotofallen auf. Der Fuchs kam in jedem Fall wieder an den Tatort zurück, um eventuelle Reste seiner Beute mitzunehmen.» Dies gehöre zum natürlichen Jagdverhalten: «Das getötete Tier zerreisen und Stück um Stück abtransportieren.»

Keine Populationskontrolle

Schmid ist überzeugt, dass es in Thun rund 60 Schwäne zu viel hat. «Wenger und ich kontrollierten die Population, indem wir Eier im Gelege der Schwäne anstachen.» Das werde heute nicht mehr praktiziert. «Die Folge: Viele Schwäne werden von ihren Artgenossen nicht mehr in Wassernähe geduldet und müssen sich weiter landeinwärts aufhalten, wo sie Füchsen zum Opfer fallen.» Das hohe Angebot an Beutetieren trage zu einem Wachstum der Raubtiere bei, gibt Schmid weiter zu bedenken. «In dem Schilfgürtel ­leben bereits heute sehr viele Füchse.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.01.2018, 18:49 Uhr

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