FC-Thun-Stars trainierten mit Flüchtlingen

Seit Jahren engagiert sich der FC Thun in sozialen Projekten. So durften am Mittwochnachmittag rund 60 Flüchtlingskinder das Training der ersten Mannschaft besuchen.

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«Fussball kennt keine Grenzen, keine Sprachbarrieren und keine Vorurteile. Gemeinsam können die Kinder und Jugendlichen unbeschwert und sorgenfrei einen Nachmittag verbringen, neue Freunde finden und ihre Idole treffen», hielt Nik Thomi, Leiter Medien und Kommunikation des FC Thun, fest.

Durch das Projekt «FC Thun macht Schule» steht der Verein in Kontakt mit verschiedenen Institutionen, darunter auch solche, die Flüchtlinge betreuen. Am Mittwochnachmittag durften nun nebst den Kindern mit und ohne geistiger Behinderung aus der Region auch Flüchtlingskinder mit Spielern der 1. Mannschaft Fussball spielen.

Schüchternheit abgelegt

59 der rund 150 anwesenden Kinder waren Flüchtlinge, darunter auch Waisen, die alleine aus ihren Herkunftsländern in die Schweiz geflohen sind. Für das gemeinsame Training wurden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 25 Jahren eingeladen. Sie stammen ursprünglich aus Albanien, Angola, Afghanistan, Eritrea, dem Jemen, Kongo, dem Irak, Syrien und Somalia.

«Die Kinder kommen aus den Asylzentren Riggisberg, Unterseen, Freyberg und Aeschiried», sagte Thomi. Begleitet von ihren Vätern und Müttern standen die Kinder am Anfang eher schüchtern am Feldrand, spätestens aber nach dem gemeinsamen Einlaufen waren die Schüchternheit und alle Sprachbarrieren verschwunden.

Bevor das Training starten konnte, wurden die Kinder und Jugendlichen in Altersgruppen eingeteilt. Gemeinsam wurden unzählige Penaltys geschossen, Kopfbälle geübt, gedribbelt und jongliert. Kleine Gruppenwettkämpfe untereinander – wie etwa Wettrennen, Anzahl Tore auf gewisse Zeit oder welche der beiden Gruppen mehr Kopfbälle treffen konnte – lösten allerlei Reaktionen aus: Die Kinder strahlten und lachten, liefen schreiend mit beiden Händen in die Höhe gereckt über den Rasen der Stockhorn-Arena.

Zum Schluss ein Gruppenfoto

«Das Beste war, mit den grossen, berühmten Spielern des FC Thun auf einem Feld zu stehen und gemeinsam mit ihnen Fussball zu spielen. Ich war einmal an einem Match in Luzern und habe sie nur von weitem gesehen. Heute konnte ich ihnen Pässe zuspielen», sagte Noël am Ende des Trainings strahlend. – «Ich selber habe auch zwei Kinder. Sie sind jedoch noch zu klein, um dabei zu sein», meinte Thomas Reinmann, Verteidiger beim FC Thun. «Trotzdem ist es immer wieder schön, mit Kindern und Jugendlichen zu spielen.»

Die Kinder lachen zu hören, sei wirklich toll, und zu sehen, wie sehr sie sich darüber freuten, gemeinsam mit der 1. Mannschaft Fussball zu spielen, freue Reinmann sehr. Er sagte, dass es ihm am wichtigsten sei, dass die Kinder Spass hätten und einen schönen Nachmittag erlebten. «Die meisten Flüchtlinge haben sehr schwere Schicksale hinter sich. Sie sollen einfach nur mit uns spielen können und Freude daran haben.»

Grosse Freude machte sich am Schluss des Trainings breit, als alle Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den Spielern ein Gruppenfoto machen durften. Dann bildete sich ein grosser Andrang rund um die FC-Thun-Spieler und deren Autogrammkarten. Nebst diesen wurden auch T-Shirts und Sporttaschen unterschrieben. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.11.2015, 19:01 Uhr

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