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Finaler Rückbau am Kunsthaus

Der Rückbau der Holzfassade am leer stehenden Bushaus in Steffisburg ist vollendet. Reto Leibundgut übernahm die fünfte und letzte Etappe. Die künftige Nutzung des temporären Kunsthauses ist offen.

Das Endprodukt des etappenweisen Rückbaus der Holzfassade am Kunsthaus ist ein fahrbarer Zug: Projektleiter Hanswalter Graf und Erbauer Reto Leibundgut (rechts).
Das Endprodukt des etappenweisen Rückbaus der Holzfassade am Kunsthaus ist ein fahrbarer Zug: Projektleiter Hanswalter Graf und Erbauer Reto Leibundgut (rechts).
Sylvia Kälin

Vor dem Bushaus sorgt derzeit eine hölzerne Zugkonstruktion für Aufsehen. Kinder und Erwachsene bestaunen das originelle Gefährt im Dorfkern von Steffisburg. Schöpfer ist der Kunstschaffende Reto Leibundgut. Er ist der letzte von fünf Künstlern, die sich mit dem Abbau der bunten Holzfassade am Kunsthaus beschäftigt haben.

Ein Projekt, das sich über eineinhalb Jahre hinzog und auf das Jakob Jenzer, Mitglied der Kulturkommission Steffisburg, stolz ist. «Möglich wurde das Vorhaben dank Unterstützung des Projektleiters Hanswalter Graf, der Gemeinde Steffisburg, der Stadt Thun und des Kantons», erklärte er am Samstag an der Vernissage.

Stapel für das Finale

Hanswalter Graf liess daraufhin die etappenweise Veränderung am Kunsthaus nochmals Revue passieren: «Als Erster stellte Christoph Rihs Thesen zur Frage auf ‹Was ist Kunst?›»

Tashi ­Brauen habe dann das Wort Kunst aus den Aussagen seines Vorgängers ausgeschnitten, sagte Graf. «Paul Legrand gestaltete aus der Lattenkonstruktion ein Panoramabild, und Raffaela Chiara demontierte die Fassade schliesslich zu einem Stapel für das Finale.»

Vergangene Woche machte Reto Leibundgut daraus ein mobiles Objekt. Sein Ziel: Die Arbeiten der Vorgänger verdichten, neu arrangieren und wegführen.

Für einmal ohne Säge

«Im Gegensatz zu meiner gewohnten Technik», wandte sich Reto Leibundgut an die gut vierzig Gäste, «habe ich die Holzlatten nicht zersägt, sondern die Waggons ihrer Grösse entsprechend zusammengebaut.»

Entstanden sei ein simples Objekt, ohne grosse Veränderung, meinte der 51-Jährige, der dann doch noch auf einige Details hinwies, die ihm bei der Realisierung wichtig erschienen. So etwa die gebogenen Dächer der Waggons oder der angedeutete Motor im Triebwagen.

«Das Gefährt passt irgendwie zu den umliegenden Gebäuden», gab sich Leibundgut überzeugt. Er wolle die Installation aber nicht nur als Kunst­objekt verstanden wissen. Entstanden sei vielmehr ein Produkt, das auch benützt werden könne, so Leibundgut, der in ­Basel lebt und arbeitet.

«In drei Monaten lösen wir die Bremsen», machte er deutlich, «und fahren den Zug dann endgültig weg.» Eine Weiterverwendung werde derzeit geprüft, erklärte Jakob Jenzer und liess durchblicken, dass Interessierte sich bei der Kulturkommission melden könnten.

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