Zum Hauptinhalt springen

Fliegerass stellte neuen Rekord auf

Der Schweizer Flugpionier Léon Progin stellte vor 100 Jahren auf dem Flugplatz Thun einen neuen Höhenrekord auf. Es sollte sein letzter sein.

Pilot Léon Progin (links) und Chefkonstrukteur Andreas Häfeli um 1919. Foto: ETH Zürich, Bildarchiv
Pilot Léon Progin (links) und Chefkonstrukteur Andreas Häfeli um 1919. Foto: ETH Zürich, Bildarchiv

«Neuer Schweizerischer Höhenrekord auf dem Flugplatz Thun» titelte das Oberländer Tagblatt am 23. Oktober 1919. «Gestern Vormittag stellte Flieger Progin, dessen Höhenflug mit Passagier Häfeli, womit er erstmals einen kontrollierten Schweizerischer Höhenrekord von 7250 Meter aufstellte, noch in aller Gedächtnis ist, mit einem Flug auf 8000 Meter einen neuen höchst beachtenswerten Rekord ohne Passagier auf.» Das Barogramm sei bis jetzt noch nicht amtlich eröffnet worden; wahrscheinlich werde es aber eine noch höhere Höhenziffer ergeben. Die Kälte während des Fluges habe bis zu 35 Grad Celsius unter null betragen.

Es sollte der letzte Höhenrekord sein, welcher der Flugpionier aus dem freiburgischen Vaulruz aufstellte, bevor er im Folgejahr bei einem Akrobatikflug abstürzte und infolgedessen verstarb.

Was vor 100 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1.10.1919 Der Regierungsrat hat dem Reglement betreffend die Besoldungs- und Anstellungsverhältnisse der Beamten, Angestellten und Arbeiter sowie der Lehrerschaft von Thun vom 18.7.1919 die Genehmigung erteilt.

1.10.1919 Ferdinand Maier in Thun, Pontonier, rettete einem Mann, welcher von einem hohen Brückengerüst in die Aare fiel, das Leben und wurde von der Carnegie-Stiftung mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

4.10.1919 Stäheli hat zwei praktische Apparate erfunden. Beim Ersten handelt es sich um eine Messvorrichtung in Flugzeugen. Der Zweite ist geeignet für Velofahrer, die mittels einer aufmontierten Wasserwage die Steigung im Gelände berechnen können.

6.10.1919 Von Stadt und Land, weither aus allen Richtungen, kamen gestern patriotisch gesinnte Männer und Frauen zum Vaterländischen Volkstag auf die Allmend, um dem Vaterlande die Treue zu beweisen.

8.10.1919Fürsprecher Hans Galeazzi, Sohn des Malermeisters Arnold Galeazzi in Thun, wurde durch den Zentralvorstand des schweizerischen Gewerbeverbandes in Olten zum Sekretär II des Verbandes gewählt.

10.10.1919 Nach Anhörung eines Referates über den Zweck und das Ziel der evangelischen Volkspartei der Schweiz, gehalten von Muggli aus Bern, wurde der Grundstein zu der Sektion Thun und Umgebung gelegt.

11.10.1919 Mit 18 Ja gegen 7 Nein bei 2 Enthaltungen stimmte der Stadtrat dem Antrag des Gemeinderates über die Eingemeindung von Strättligen in Thun zu.

13.10.1919 Der schweizerische Metzgermeisterverband teilt mit, dass sich seine Sektion Thun bereit erklärt habe, den Verbandstag 1920 zu übernehmen.

14.10.1919 An der Ausschiesset war dieses Jahr neu das Gesslerschiessen der Schützengesellschaft im Zollhausstand. Der Sieger ging als Tell hervor und trug gestern das Gesslerbild im Fackelumzug durch die Stadt.

14.10.1919 Wilhelm Soldan-Tschaggelar, gewesener Buchhalter-Kassier der Licht- und Wasserwerke, Thuner Burger, Burgerratspräsident und Aktivmitglied der Stadtmusik, ist im Alter von 64 Jahren gestorben.

17.10.1919 Musikdirektor Friedemann feiert sein 50-jähriges Musiker- und 40-jähriges Dirigenten-Jubiläum.

21.10.1919 Die Buchdruckerei des Anzeigers für den Amtsbezirk Thun von Roman Steffen selig wird von dessen Kindern in bisheriger Weise unter dem Namen Roman Steffens Erben weitergeführt.

25.10.1919 Der Eidg. Pferderegieanstalt ist es gelungen, in Irland ein schönes Lot prächtiger vier- bis fünfjähriger Remonten (Huntertyp) zu kaufen.

29.10.1919 Im Kasernenhof in Thun ist anstelle der 1917 abgebrannten Geschützhalle kürzlich ein niedliches Soldatenhäuschen, Post Tenebras Lux, hingestellt worden. Es bietet Raum für etwa 100 Gäste.

31.10.1919Der Bundesrat hat die Gemeinde Thun ermächtigt zu verfügen, dass Personen und Familien, deren Mietvertrag auf 1. November 1919 abläuft und die bis dahin kein anderes Obdach gefunden haben, vorläufig in der Wohnung bleiben können.

Quelle: Stadtarchiv Thun

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch