Freiheitsstatue als Bühnenbild

Für «Ich war noch niemals in New York» setzen die Thunerseespiele die Freiheitsstatue ins Zentrum des Bühnenbildes.

Die Bühne für «Ich war noch niemals in New York» wird als Schiffsform gebaut. So, dass das Publikum mit auf der Kreuzfahrt in Richtung Freiheitsstatue fährt. (Visualisierung)

Die Bühne für «Ich war noch niemals in New York» wird als Schiffsform gebaut. So, dass das Publikum mit auf der Kreuzfahrt in Richtung Freiheitsstatue fährt. (Visualisierung)

(Bild: ZVG)

Ein frisches Konzept, mit welchem die alte Geschichte neu erzählt wird, und ein Bühnenbild, welches auf der Thuner Seebühne die New Yorker Freiheitsstatue in den Fokus stellt. Die Thunerseespiele und Regisseur Werner Bauer gaben gestern Abend an ihrem Kick-off-Anlass auf der MS Berner Oberland erste Einblicke in die Arbeiten für ihre Neuinszenierung von «Ich war noch niemals in New York».

«Ich möchte die Charaktere stärker zu Identifikationsfiguren für unser Publikum machen und die Geschichte an die heutige Zeit anpassen», sagt Bauer. Denn die USA seien zehn Jahre nach Entstehung des Musicals nicht mehr das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, und die Freiheitsstatue als Symbol für Freiheit, Chancengleichheit und Selbstverwirklichung bröckle.

Nur im Kopf

Die Geschichte des Originals wäre für Werner Bauer daher wenig glaubhaft. «Deshalb verändern wir sie zwar nicht, jedoch den Blickwinkel, mit dem wir sie betrachten.» So flüchtet sich Maria (Sabine Martin), die Mutter von Lisa Wartberg (Kerstin Ibald), im Seniorenheim in ihre ­Gedanken und Sehnsüchte und erträumt sich, wie sie gemeinsam mit Otto (Hans B. Goetzfried), dem Vater von Axel Staudach (Patrick Imhof), auf einem Kreuzfahrtschiff flieht und ihn in New York unter der Freiheitsstatue heiratet. «Dieses Szenario findet aber nur im Kopf statt», erkärt der Regisseur, «denn Maria erträumt sich eine für sie selbstbestimmende Welt, in der das Gute siegt und das Böse keine Chance hat.» Damit sich die Wirklichkeit und Marias Vorstellungen deutlich optisch unterscheiden lassen, heckten die Thunerseespiele einen Trick aus.

Welcher Kniff zum Einsatz kommt, beschreibt Mareike Delaquis Porschka: «Wir verfolgen die Idee einer stilisierten Comicwelt von Maverick, Dick Tracy und Co.» Diese sei inspiriert von den Marvel-Figuren wie Spiderman und Badman und zeige sich sowohl in ihrer Kostümwelt als auch im Maskenbild von Ronald Fahm. Die in Spiez wohnhafte Kostümbildnerin schwärmte von schrillen und bunten Kleidern. «Ab April werden in Thun rund 280 Kostüme geschneidert», sagt sie. In der Berufsschule IDM Thun würden davon jene für zwei grosse Szenen hergestellt.

Die Kostüme für Otto Staudach und Maria Wartberg, stehend in der Traumwelt, sitzend in der Realität.

Eine Bühne wie ein Schiff

Optisch getragen wird das Konzept durch das Bühnenbild von Marlen von Heydenabers. Die Bühne wird in Form eines Schiffsbugs gebaut, so, dass das Publikum sozusagen ebenfalls auf dem Kreuzfahrtschiff in Richtung Freiheitsstatue mitfährt. «Aber unsere Lady ­Liberty ist nicht mehr perfekt, sondern fällt auseinander.» Nur in Marias Traumwelt sei sie intakt.

«Nach monatelanger Arbeit steht nun das Konzept für unsere eigene Version des Hitmusicals mit den Hits von Udo Jürgens», freut sich Markus Dinhobl, ausführender Produzent. «Bereits sind über 33 Prozent der Tickets verkauft», ergänzt Freddy Burger, Inhaber der Thunerseespiele, «und am 24. Oktober kommt der Film zum Musical ­sogar ins Kino.»

Sie sind Fans von den Liedern von Udo Jürgens (v.l.): Patrick Imhof, Kerstin Ibald, Pepe Lienhard und Markus Dinhobl.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen über die Hotline 0800 551 800 oder unter www.espacecard.ch.

Thuner Tagblatt

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