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Fünf Tote nach Bootsunglück

Vor 100 Jahren forderte ein Unglück, bei dem ein Weidling in Thun an der unteren Aareschleuse zerschellte, fünf Menschenleben.

Ein solcher typischer, aus Holz gefertigter Weidling zerschellte im Mai 1919 an der unteren Aareschleuse.
Ein solcher typischer, aus Holz gefertigter Weidling zerschellte im Mai 1919 an der unteren Aareschleuse.
Wikimedia/Marc Dusseiller

Es war ein Sonntagvormittag im Mai 1919, an dem die Gebrüder Gottlieb und Johann Dietrich aus Leissigen einen von ihnen erstellten Weidling nach Bern fahren wollten. Doch dort sollten sie nie ankommen.

Nach der Landung unterhalb der Allmendbrücke in Thun stiessen weitere Passagiere zur Mannschaft. Zur Weiterfahrt nach Bern befanden sich nun zehn Männer und eine Frau auf dem Boot.

Wie es im Unglücksbericht des «Oberländer Tagblatts» hiess, vermochten die Schiffsführer den Weidling nicht ganz in die Strömung der vollständig geöffneten Fahrschleuse zu bringen.

Der Vorderteil des Schiffs stiess darauf an den Pfeiler der beiden mittleren Schleusen, worauf das Schiff durch den Wasserdruck seitlich am Pfeiler anprallte und zerschellte.

Von den elf Insassen konnten sich sechs aus den Fluten retten. Gottlieb Dietrich, der einen Beinbruch erlitt und auf einem Schiffbruchstück trieb, konnte erst bei Münsingen aus der Aare gerettet werden.

Fünf Passagiere hingegen galten als ertrunken, ohne dass ihre Leichen zum Vorschein gekommen wären. Die Opfer hiessen Johann Dietrich, Fritz Walther, Fritz Ringgenberg, Robert Bodmer und Rosa Siegrist-Schmocker.

Was vor 100 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1.5.1919

Die Generaldirektion der SBB hat das von mehreren Gemeindebehörden gestellte Gesuch um Aufhebung der für die Strecke Bern–Scherzligen vorgesehenen Schnellzugszuschläge abgewiesen.

3.5.1919

Der Stadtrat beschliesst gemäss Antrag des Gemeinderates, die Einführung der 48-Stundenwoche für alle Arbeiter der städtischen Betriebe auf 1. Juni 1919 einzuführen.

3.5.1919

Der Bundesrat hat seine Verordnung betreffend Bekämpfung der Obdachlosigkeit auch auf die Gemeinde Thun ausgedehnt. Nun ist die Gemeinde ermächtigt zu verfügen, dass Personen, die nach Ablauf des Mietvertrages keine Wohnung finden, die alte Wohnung weiter benützen können.

7.5.1919

Damit die Wehrmänner des Waffenplatzes Thun für den Aufenthalt in der dienstfreien Zeit nicht einzig auf öffentliche Lokale angewiesen bleiben, beabsichtigt das Platzkommando Thun, einige Mannschaftszimmer der Kaserne als Soldatenstuben einzurichten.

13.5.1919

Heute findet im Sädel die Gründung der Fortschrittspartei Thun statt.

13.5.1919

Offenbar ist der Spenderwille der Thuner Bevölkerung für die Soldatenstube in der Kaserne sehr klein, denn es wurden anstatt Tische und Stühle nur Bücher gespendet.

13.5.1919

Die Bauern- und Bürgerpartei Thun-Goldiwil wurde am 4. Mai 1919 endgültig gegründet. Sie besteht aus sieben Vertretern von Thun und sechs von Goldiwil. Ihr Präsident ist Fr. Feller, Vizepräsident Hans Oehrli und Sekretär Chr. Grossniklaus-Hadorn.

15.5.1919

Die Rechtsufrige Thunerseebahn STI gibt einen Gratisfahrplan im Taschenformat heraus, der auch die Automobilkurse Thun–Heiligenschwendi, Gunten–Sigriswil sowie die Oberlandbahnen umfasst.

16.5.1919

Die Kommission für soziale Fürsorge hat in Verbindung mit den hiesigen Abstinenzvereinen die Initiative zur Schaffung einer Trinkerfürsorge des Amtsbezirks Thun ergriffen.

17.5.1919

Der 1758 in Säckingen geborene Maler Marquard Wocher war stets von der Ansicht der Alpen, des Sees und der Stadt Thun entzückt. Er malte das Wocher-Panorama.

24.5.1919

Der Hotelierverein Thun hat seine Mitglieder aufgefordert, sich bei der Fortschrittspartei einschreiben zu lassen, weil deren Zweck und Ziele der Hotelindustrie entsprechen.

26.5.1919Mit einem Feldgottesdienst auf der Allmend wurde eine Feier zum Andenken an die 56 Wehrmänner abgehalten, welche 1918 im Dienste des Vaterlandes gestorben sind.

26.5.1919

Unser seit Kriegsausbruch hinter Laden verschlossener und verlassener Kursaal hat seinen Dornröschenschlaf ausgeschlafen und ist zu neuem Leben erwacht.

31.5.1919

Die Schweiz. Flugplatzdirektion Dübendorf teilt mit, dass nun auch in Thun die Gelegenheit geboten wird, Passagierflüge mitzumachen. Pilot und Militärflugzeug sehen zur Verfügung.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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