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Keine triftigen Gründe gegen Heirat

Steffisburg und Schwendibach wollen auf den 1. Januar 2020 fusionieren. Abklärungen haben ergeben, dass es keine Gründe gibt, die grundsätzlich gegen die Heirat sprechen.

Die Gemeinde Schwendibach liebäugelt schon länger mit einer Fusion.
Die Gemeinde Schwendibach liebäugelt schon länger mit einer Fusion.
Markus Hubacher

78 Seiten dick ist er, der Grund­lagenbericht zum Fusionsprojekt der Gemeinden Steffisburg und Schwendibach. Darin zeigt eine interkommunale Projektgruppe die Auswirkungen einer Fusion von Schwendibach und Steffisburg auf. «Es gibt keine eigent­lichen Knackpunkte mehr», ist Schwendibachs Gemeindepräsident Roland Amstutz überzeugt.

Der Gemeinderat von Schwendibach war es auch, der Ende 2014 den Stein ins Rollen gebracht hat. «Es ist absehbar, dass wir in ein paar Jahren pleite sind», sagt Amstutz. «Das macht keinen Spass.» Schwendibach hänge am Tropf des Kantons. «Wir können nur noch sehr wenige Entscheidungen selber treffen.» Viele Bereiche wie Feuerwehr, Polizei oder Sozialdienste habe man schon vor Jahren nach Steffisburg ausgelagert.

«Dass wir jetzt fusionieren, ist der logische nächste Schritt», sagt Amstutz. «Wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist es mit unserer Eigenständigkeit nicht mehr weit her.» So sei der Grossteil der Ausgaben einer Gemeinde vorgegeben. «Was haben wir denn noch? Eine kleine Verwaltung und fünf Gemeinderäte. Das ist alles.»

Schule als Knackpunkt

Der Schwendibacher Gemeindepräsident sieht sich im Grund­lagenbericht bestätigt. «Es gibt keine triftigen Gründe, die gegen einen Zusammenschluss sprechen.» Natürlich schwinge etwas Wehmut mit, aber «Schwendibach wird ja nicht verschwinden». Man bewege sich – falls die Fusion zustande käme – künftig einfach in einem etwas grösseren Gebilde.

Ein zentrales Thema bei den Abklärungen war die Schule. Schwendibach bildet gemeinsam mit Horrenbach-Buchen, Teuffenthal und Homberg die Schule linke Zulg. Mit dem Wegfall der Schwendibacher Schüler steht das bisherige Gebilde auf wackligen Füssen. Er verstehe die Ängste und Vorbehalte der anderen Gemeinden, sagt Amstutz, «aber wir müssen uns in erster Linie für die Schwendibacher einsetzen».

Im Rahmen der Abklärungen signalisierte Steffisburg, dass es den Sitz der Schule für alle Gemeinden im linken Zulgtal übernehmen könnte. Konsequenz daraus wäre gewesen, dass Steffisburg in Sachen Schule den Takt vorgegeben hätte und die Basisstufe damit wohl Geschichte gewesen wäre. Das wollten Horrenbach-Buchen, Teuffenthal und Homberg aber nicht. Aktuell ist vorgesehen, dass die Schwendibacher Schüler ab dem Schuljahr 2020/2021 in Steffisburg unterrichtet werden.

Fusionstermin bleibt

Die Gemeinderäte Schwendibach und Steffisburg wollen in einer öffentlichen Mitwirkung den Puls der Bevölkerung spüren. Bis zum 26. Februar steht auf den Internetseiten der beiden Gemeinden ein Fragebogen für die Rückmeldung zur Verfügung.

Nach Auswertung der Mitwirkung sollen am 15. Juni in Schwendibach die Gemeindeversammlung und in Steffisburg der Grosse Gemeinderat den Grundsatzentscheid über die Fortführung des Fusionsprozesses fällen. Bei einem Ja erarbeiten die Gemeinden den Fusionsvertrag und das Fusionsreglement. Im Mai 2019 würde dann der definitive Fusionsentscheid für den 1. Januar 2020 erfolgen.

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