Fusionspläne rufen Gegner auf den Plan

Forst-Längenbühl

Eine Grupppe von Fusionsgegnern will die Diskussion im Dorf Forst-Längenbühl anregen, der Gemeinderat hält sich an die Fakten. Entscheiden wird die Gemeindeversammlung vom 22. August.

Droht ein Sturm um den Dittligsee? Die Fusionspläne stossen in Forst-Längenbühl auf Widerstand.

Droht ein Sturm um den Dittligsee? Die Fusionspläne stossen in Forst-Längenbühl auf Widerstand.

(Bild: Archiv/Samuel Ryter)

In Forst-Längenbühl regt sich Widerstand gegen die geplante Gemeindefusion mit Wattenwil und Pohlern.

An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch wurde bekannt, dass neun Personen, die sich «Gruppe Fuge» (Fusionsgegner) nennen, in den Gemeindeteilen Forst und Längenbühl über 300 Unterschriften von gleichgesinnten Bürgerinnen und Bürgern gesammelt haben.

Die Eingabe an den Gemeinderat haben die neun Initianten unterschrieben, die Unterschriften der über 300 Mitunterzeichnenden lägen der Gruppe vor, sagte Stefan Bättig, Sprecher der Fusionsgegner, gegenüber dieser Zeitung.

Mit der Aktion wollte die Gruppe vor allem erreichen, dass in ihrer Gemeinde über die Fusionsabsichten breit diskutiert wird: «Vor unserem Engagement hat sich kaum jemand für die geplante Gemeindefusion interessiert. Unser Ziel war und ist es deshalb, die Auseinandersetzung der Bürger mit dem Thema anzuregen.» sagte Bättig weiter.

Entscheid im August

Die Statistik der Auswertung der Fragebogen zum Mitwirkungsprojekt gibt den Initianten recht: In den drei Gemeinden haben im Rahmen der Mitwirkung von den insgesamt 3126 Einwohnern nur gerade 62 Personen einen Fragebogen ausgefüllt zurückgesandt.

Das sind 1,98 Prozent aller Bewohner. In Wattenwil waren es 19 von 2327 Stimmberechtigten und in Pohlern neun von 185. Am höchsten war die Teilnahme in Forst-Längenbühl.

Von 614 Stimmberechtigten hatten 34 Personen ihre Meinung abgegeben. Davon haben sich bereits damals 65 Prozent gegen die Fusion ausgesprochen.

In den beiden anderen Gemeinden sieht die Statistik anders aus: In Pohlern sagen 67 Prozent der Mitwirkungsteilnehmer Ja, in Wattenwil sind es gar 79 Prozent.

Die Fusionsgegner aus Forst-Längenbühl sehen gerade in den geringen Teilnehmerzahlen das grösste Problem: «Eine derart wichtige Entscheidung für die Zukunft muss viel breiter diskutiert werden», sagte Stefan Bättig.

Die Auswertung der Mitwirkung ist auf www.3636.chund den Homepages der anderen beiden Gemeinden aufgeschaltet.

Mit Vehemenz und mit Fakten zu den Finanzkennzahlen der vergangenen zwölf Jahre engagierte sich der ehemalige Vizegemeindepräsident von Längenbühl, Ernst Hadorn, für eine Fusion: «Unser Eigenkapital hat stetig abgenommen, und das wird in den kommenden Jahren, mit den anstehenden Aufgaben, nicht besser», sagte er.

Er rief die 79 Anwesenden, das sind 18,9 Prozent der Stimmberechtigten, dazu auf, über ein Nein zu der Fusion noch einmal gut nachzudenken. Der definitive Entscheid über das weitere Vorgehen fällt an den drei ausserordentlichen Gemeindeversammlungen im August.

Gemeindepräsident Kurt Kindler lässt sich durch die Initiative der Fusionsgegner und von den 300 Unterschriften aus seiner Gemeinde nicht beirren: «Das ist ein demokratischer Vorgang, den der Gemeinderat akzeptiert», sagte Kindler gegenüber dieser Zeitung.

Der Gemeinderat halte sich weiter an die Fakten aus dem Mitwirkungsbericht: «Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wird am 22. August gefällt und nicht vorher.»

Finanzen noch im Lot

Trotz Defiziten von 13926 Franken im Gesamthaushalt – bei einem Aufwand von 2'585'349 Franken – sowie 24'880 Franken im Allgemeinen Haushalt sind die Finanzen von Forst-Längenbühl im Lot.

Das Eigenkapital beläuft sich auf 1'582'692 Franken, die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall sind insgesamt gut dotiert. Die Rechnung 2018 wurde klar genehmigt.

Thuner Tagblatt

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