Gafner und Post bauen doch nicht

Schoren/Thun

Fast vier Jahre standen die Bauprofile auf dem Gafner-Areal im Schoren: Jetzt sind sie verschwunden, weil die drei beteiligten Unternehmen Gafner, Post und Inducta das Projekt zurückgezogen haben.

Diese Wiese zwischen Bahnlinie und Zwetschgenweg bleibt vorläufig grün: Die Unternehmen Post, Gafner und Inducta haben ihr Projekt zurückgezogen.

Diese Wiese zwischen Bahnlinie und Zwetschgenweg bleibt vorläufig grün: Die Unternehmen Post, Gafner und Inducta haben ihr Projekt zurückgezogen.

(Bild: Patric Spahni)

Wenn Bauprofile demontiert werden, kann dies zweierlei bedeuten: Entweder wurde das Projekt bewilligt, und der Bau kann beginnen, oder das Baugesuch wurde zurückgezogen. Diese Woche wurden auf dem Industrieareal Gafner westlich des Coop-Verteilzentrums im Schoren die Bauprofile abmontiert. «Wir haben das Projekt zurückgezogen», sagte Urs Gafner auf Anfrage.

Zusammen mit der Post und der Uhrenfirma Inducta wollte er eine Gewerbeüberbauung realisieren. Das Projekt wurde im Sommer 2012 eingereicht. Doch Einsprachen von Anwohnern und die Planung der Erschliessung verzögerten das Projekt.

Inducta wechselte bereits

Das lange Warten auf eine Baubewilligung war zuerst der Uhrenfirma Inducta verleidet. Sie wird ihren Neubau deshalb nun im benachbarten Wirtschaftspark Schoren erstellen. Mitte Januar ist bereits der Spatenstich erfolgt. Sobald die laufenden Abklärungen des archäologischen Dienstes abgeschlossen sind, kann mit dem Bau begonnen werden.

Nun werfen auch die Post und das Transportunternehmen Gafner das Handtuch. «Ich konnte bereits am bestehenden Standort auf der Rösslimatte eine neue Lagerhalle erstellen und verzichte nun auf das Projekt im Schoren», sagte Gafner. Ursprünglich wollte er dort ein Containerlager erstellen. «Die Einsprachen und das langwierige Verfahren für die Erschliessung behinderten dann aber unsere Planung», ärgert sich Gafner.

Post will trotzdem bauen

Auch die Post ist über die Verzögerungen nicht erfreut. Sie wollte ihre Paketzentrale für das Berner Oberland von der Post Rosenau ins verkehrsmässig besser gelegene Schoren-Gebiet verlegen. «Weil das Projekt wegen Einsprachen auf unbestimmte Zeit blockiert ist, ziehen wir es nun zurück», bestätigte auf Anfrage Postsprecher Oliver Flüeler. Den Bau einer neuen Paketzentrale will die Post aber nicht aufgeben. «Die logistischen Voraussetzungen am Standort in der Rosenau in der Nähe des Bahnhofs Thun entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen», sagte Flüeler.

Die Paketmenge nehme wegen des Internetversandhandels laufend zu. So beförderte die Post letztes Jahr insgesamt 115 Millionen Pakete. Man werde deshalb dieses Jahr nun den längerfristigen Platzbedarf für einen Neubau in Thun definieren und ein neues Projekt ausarbeiten. Mit dem neuen Paketzentrum soll die Paketverteilung fürs ganze Oberland effizienter gestaltet werden. «Im Vordergrund steht dabei weiterhin das Areal im Schoren», sagte Flüeler. Das Land könnte die Post im Baurecht von der Gafner Immobilien AG übernehmen.

Beschwerde ist hängig

Damit ein neues Projekt realisiert werden kann, muss zuerst die Erschliessung geregelt werden. Vorgesehen ist, die Schorenstrasse auszubauen und mit einem Trottoir zu versehen. Die in erster Instanz bereits genehmigte Überbauungsordnung beinhaltet auch den Bau eines Kreisels auf der Kreuzung Schorenstrasse und C.F.L.-Lohnerstrasse.

Im Moment ist das Projekt jedoch durch eine Beschwerde blockiert, entscheiden muss darüber nun die kantonale Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion. «Wie lange die zuständige Stelle für einen Entscheid braucht, kann nicht abgeschätzt werden», sagte Christoph Kupper, Projektleiter beim Thuner Planungsamt, auf An­frage.

Berner Zeitung

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