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Gang durch 500 Jahre Geschichte

Nach jahrelanger Planung haben beim Landhaus endlich die Bauarbeiter das Sagen. Die Baustelle ist ­anspruchsvoll und komplex – und trotzdem sollen die Arbeiten zügig vorangehen.

Der voluminöse Landhaus-Saal wird künftig als Empfangsbereich fürs Ärztezentrum genutzt, die Bühne (links) als Wartezimmer.
Der voluminöse Landhaus-Saal wird künftig als Empfangsbereich fürs Ärztezentrum genutzt, die Bühne (links) als Wartezimmer.
Patric Spahni
Hier muss das Fundament verstärkt werden.
Hier muss das Fundament verstärkt werden.
Patric Spahni
Im Zwischenbau werden Treppen und Lift eingebaut.
Im Zwischenbau werden Treppen und Lift eingebaut.
Patric Spahni
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Die Baustelle im Steffisburger Oberdorf ist imposant. Die Risse, die im Landhaus da und dort im Mauerwerk sichtbar werden, auch. Und ebenso die Mauerstücke, die zum Teil in den Grundmauern fehlen. «Der Bau birgt gewisse Herausforderungen», sagt Bruno Marti.

Der stellvertretende Leiter der Abteilung Hochbau/Planung der Gemeinde Steffisburg berichtet engagiert vom Bauprojekt, für das er seitens der Gemeinde die Verantwortung trägt. «Der Anspruch, die Interessen von Liegenschaftsbesitzern, Architekten, Nutzern und Denkmalpflege unter einen Hut zu bringen, ist gross», sagt Marti. «Aber ich glaube, wir sind auf ­guten Wegen.»

Haus stand lange leer

Lange stand das Landhaus leer, nachdem die AEK Bank 1826 im Jahr 2011 das historische Gebäude im Zentrum des Dorfes der Wirtefamilie Iseli abgekauft hatte. Dann trieb die Gemeinde zusammen mit der AEK die Projektierung sowie die Gründung der Landhaus Steffisburg AG voran, welcher der Bau heute gehört. Andererseits gleiste sie mit mehreren Ärzten aus dem Dorf eine Betriebsgesellschaft für ein Ärztezentrum auf. Im letzten Sommer haben nun die Bauleute an der Oberdorfstrasse das Kommando übernommen.

Mauern bröckeln

Hinter dem historischen Haus – die Denkmalpflege taxierte sowohl das alte Landhaus, als auch den Saalbau als schützenswert – wurden weitere Anbauten abgerissen und bereits Platz für einen neuen Anbau geschaffen. Mit dem Abriss wurde indes auch sichtbar, was vorher im Verborgenen geblieben war: Mauer- und Fundamentteile aus bröckelndem Bruchstein, die ersetzt werden müssen, schiefe Backsteine oder Stahlträger, wo historisch eigentlich Holz sein müsste. Aber auch fast 500-jährige tragende Holzbalken, die ihren Dienst auch in Zukunft noch tun, und das Haus in die nächste Epoche seiner langen Geschichte tragen.

Komplexer Bau

Der Rundgang durch das Gebäude zeigt, wie komplex die verschiedenen historischen und architektonischen Konzepte ineinander verwoben sind. «Das ist die grosse Herausforderung bei diesem Bau», sagt Bruno Marti: «Welche Teile werden in Anlehnung an welche Epochen saniert und umgebaut?»

So ist noch offen, ob die ehemalige Gerichtsstube als ein Raum erhalten bleibt – oder aufgeteilt wird in zwei Räume, wie es zwischenzeitlich auch der Fall war. Auch wird derzeit noch geklärt, ob gewisse Wandmalereien, die unter mehreren Schichten Farbe und Verputz zum Vorschein kamen, hervorgehoben werden oder nicht. «Zentral ist aber, dass der historische Charakter des Gebäudes spür- und erlebbar wird», sagt Bruno Marti.

Neues Fundament

Dass es nicht immer ganz einfach ist, diesen Anspruch zu erfüllen, zeigt der Blick in den Zwischenbau zwischen Gerichtsgebäude und Saalbau: Die Geschosse der beiden Bauten liegen auf unterschiedlichen Höhen. Mit einem neuen Treppen- und Lifthaus werden die beiden Gebäudeteile erschlossen.

Aber auch im Saalbau des Landhauses selber müssen Niveauunterschiede ausgeglichen werden; hinzu kommt die neue Unterkellerung für Technik- und Personalräume fürs ganze Haus. «Als Nächstes müssen die Ostfassade des Saals abgestützt und dann Stück für Stück die Fundationselemente sowie die neuen Kellermauern darunter gebaut werden», erklärt Bruno Marti. Ist der Untergrund erst mal gesichert, soll es dann aber mit dem neuen Anbau und der ­Sanierung der Altbauten zügig vonstattengehen.

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