Gefragte Konzerte – Sorgenkind Disco

Thun

Das Café Mokka in Thun steuert auf das Saisonende zu. Was den Besuch der Konzerte anbelangt, zieht Geschäftsführer Marc Schär eine positive Bilanz. Weniger erfreulich ist die Entwicklung im Discokeller.

Die Show der alternative-Rock-Band Dean Wake im November war eine von weit über 100 in der zur Erde gehende Mokka-Saison.

Die Show der alternative-Rock-Band Dean Wake im November war eine von weit über 100 in der zur Erde gehende Mokka-Saison.

(Bild: PD)

Wenn die Tage wärmer und länger werden, neigt sich die Clubsaison im Café Mokka jeweils dem Ende zu. Noch stehen im Musikclub an der Allmendstrasse bis zu den Betriebsferien im Juni zehn Abende mit Konzerten und Mottopartys auf dem Programm, darunter die Auftritte der bekannten Bands Grand Mother’s Funck (18. Mai, siehe auch Kasten), Tequila Boys (31. Mai) sowie die bereits ausverkaufte Show von Stiller Has (17. Mai).

Publikum schätzt die Vielfalt

Für Marc Schär ist es die zweite volle Saison, in der er im Mokka die Verantwortung trägt. Der Geschäftsführer zieht eine positive Bilanz der vergangenen Monate – insbesondere was die Aktivitäten auf der Clubbühne betrifft: «Ich bin sehr zufrieden, wie es mit den Konzerten gelaufen ist.» Viele Shows seien sehr gut besucht gewesen. Wo dies nicht der Fall war, sei es – genrebedingt – teilweise zu erwarten gewesen.

«Weil wir unserem Publikum ein abwechslungsreiches Programm bieten wollen, soll es auch Platz für Bands spezieller Sparten haben, die nicht ganz so viele Gäste anlocken.» Die Rückmeldungen der Besucher zeigen laut Schär, dass gerade diese Vielfalt durchaus geschätzt wird. Seit der 46-Jährige am Ruder ist, veranstaltet die Mokka-Crew pro Jahr bis zu 185 Konzerte – das ist sogar noch leicht mehr als während der Zeit von Mokka-Übervater Pädu Anliker. «Wir wollen damit auch zeigen, dass das Mokka weiterlebt», sagt Schär.

Wer einen Blick in die Charts wirft, erhält den Eindruck, dass beim jungen Publikum vor allem deutschsprachiger Gangsta-Rap neuster Prägung gefragt ist. Marc Schär relativiert: «Diese Art Hip-Hop zieht nach wie vor, aber das gilt auch für Berner Dialekt-Rap, wo in den letzten zwei, drei Jahren viele gut produzierte Künstler auf der Bildfläche aufgetaucht sind.»

Bei den nicht mehr ganz so Jungen seien in letzter Zeit zudem Folkbands sehr beliebt. Generell sei heutzutage alles viel schnelllebiger geworden. Trends würden sich rasch ablösen. «Nicht nur, aber auch deshalb wollen wir ein Ort der Vielfalt bleiben.»

Luft nach oben im Keller

Mehr zu kämpfen als mit der gut gebuchten Clubbühne hat der Kultmusikclub derzeit beim Discobetrieb. «Das junge Publikum ist immer schwerer zu erreichen. Die Zeit der ‹normalen› Disco ist ein wenig vorbei», hat der Mokka-Geschäftsführer beobachtet.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich aus der Generation Smartphone niemand mehr die Nächte im Club um die Ohren schlagen muss, um neue Bekanntschaften zu machen. Früher legten DJs von Mittwoch bis Sonntag im Mokka-Discokeller auf. Heute ist er freitags, samstags und jeden zweiten Donnerstag geöffnet – was bei weitem ausreicht.

«Es ist ein genereller Trend, dass sich Disco fast nur noch auf den Samstag konzentriert», sagt Marc Schär. Was hingegen gut funktioniere, seien spezielle Dance-Events auf mehreren Stockwerken oder Mottopartys.

Für die Zukunft hat sich Marc Schär vorgenommen, weiter «Berührungsängste abzubauen», die im Zusammenhang mit dem Mokka teilweise noch vorhanden sind. Er setzt dabei etwa auf das Festival Am Schluss auf dem Mühleplatz, Konzerte im Mokka-Garten oder aber Kollaborationen für bestimmte Anlässe, wie sie das Café Mokka in der Vergangenheit zum Beispiel bereits mit dem Kino Rex oder den Veranstaltern der Thuner Kulturnacht eingegangen ist.

Thuner Tagblatt

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