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Gemeinde übernimmt Fernheizung in Gadmen für 900'000 Franken

Betrieben wird die Fernheizung über eine Spezialfinanzierung.

Die Gemeinde Innertkirchen übernimmt das Areal Fernheizung Gadmen.
Die Gemeinde Innertkirchen übernimmt das Areal Fernheizung Gadmen.
André Hug

77 Stimmberechtigte stimmten stillschweigend, wie es das Gemeindereglement vorsieht, dem Kauf des Areals Fernheizung Gadmen und dem Reglement zu, das die Gemeinde ermächtigt, ab 1. Januar 2020 die Fernheizung zu betreiben. Offene Fragen gab es nicht, denn Gemeinderat Hans Ulrich Moser hatte schon im Vorfeld orientiert. Das Parkdeck, auf dem die 2012 abgebrannte Sägerei stand, wird weiter als Parkplatz benutzt. Auch für die übrige Nutzung ändert sich vorläufig nichts: Die Einstellhalle wird durch die Feuerwehr und Private belegt.

Zu einem Drittel ausgelastet

Die Fernheizung und das zugehörige Leitungsnetz sind laut fachmännischer Analyse technisch in Ordnung, die Kapazität der mit Holz befeuerten Heizung – aktuell sind es Schreinereiabfälle aus der Schweiz – ist erst zu einem Drittel ausgenützt. Die Gemeinde ist mit der Mehrzweckhalle und der Truppenunterkunft Truft die grösste Fernwärmeabnehmerin.

Als Kaufargumente führte der Gemeinderat die Sicherung von Wärme und Warmwasser, die zukunftsweisende Wärmeerzeugung und die Möglichkeit für weitere Entwicklungsschritte auf. 660'000 Franken des Übernahmepreises von insgesamt 900'000 Franken werden über den Steuerhaushalt finanziert, 240'000 Franken belasten das neue Konto Spezialfinanzierung Fernwärme Gadmen, kurz Ferga.

Mit der Annahme eines Reglements stimmte die Gemeindeversammlung zu, dass die Gemeinde die Fernheizung betreibt. Budgetiert ist, dass die Betriebsrechnung der Fernheizung positiv abschliesst. Das Gebäude und das Areal werden den Steuerhaushalt leicht belasten.

Stabile Finanzen

Dass dieser durch den Kauf nicht aus den Fugen gerät, bewies das Budget 2020. Gemeindepräsident Walter Brog sprach von einer sehr gesunden Finanzlage. Bei einem für Oberländer Gemeinden tiefen Steueransatz von 1,6 Einheiten schliesst der Gesamthaushalt mit einem Defizit von 46'700 Franken ab. Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Kehricht sind defizitär, beim Tourismus und bei der Fernwärme wird mit einem kleinen Ertrag gerechnet.

Der allgemeine Haushalt schliesst bei einem Ertrag von 5,39 Millionen Franken und der Einlage von 46'000 Franken in die Finanzreserven ausgeglichen. Die Entwicklung des Steuerertrags ist auch dank der Neubewertung der KWO-Liegenschaften positiv.

15,2 Millionen für Sicherheit

Investieren wird die Gemeinde bis 2024 voraussichtlich 6,2 Millionen Franken. Ein neuer Werkhof und umfassende Sanierungen im Bereich Wasser stehen an. Gemeindepräsident Walter Brog und fünf Gemeinderatsmitglieder stellten sich zur Wiederwahl für die Amtszeit 2020 bis 2022 und wurden still gewählt. Für den nach acht Jahren und einem gelungenen Schulhausausbau zurücktretenden Bruno Hählen wurde Armin von Deschwanden ebenfalls still gewählt.

Andreas Banholzer, Präsident der Schwellenkorporation Innertkirchen, zeigte auf, dass in den vergangenen acht Jahren 15,2 Millionen Franken für die Sicherheit verbaut worden sind. In drei Phasen ist an der Aare ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept realisiert worden, mit einer Geschiebedotierstrecke und Mauern, Sohlenabsenkungen und Dammerhöhungen im Dorf. Besser geschützt sind 330 Personen, 145 Haushalte, 110 Gebäude und 37 Firmen.

Für die Massnahmen im bewohnten Gebiet blieben der Schwellengemeinde nach den Subventionen von Bund und Kanton 1,4 Millionen Franken Restkosten. Die Hälfte davon hat die Mobiliar-Versicherung im Rahmen ihrer Schadenpräventionsstrategie übernommen. Banholzer erwartet, dass der Schwellentell von aktuell 2 Promille damit bald wieder gesenkt werden kann.

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