Gemeinde wehrt sich gegen Antenne

Uetendorf

Wieder soll eine neue Handyantenne installiert werden, und wieder laufen Anwohner dagegen Sturm. Doch in diesem Fall haben sie die Gemeinde hinter sich.

<b>Das Profil in der Bildmitte zeigt,</b> wie hoch die geplante Handyantenne an der Uttigtenstrasse würde.

Das Profil in der Bildmitte zeigt, wie hoch die geplante Handyantenne an der Uttigtenstrasse würde.

(Bild: Marc Imboden)

Eine Mobilfunkantenne mit Technikschrank will der Mobilfunknetzbetreiber Salt Mobile SA an der Uttigenstrasse 60 im Uetendorfer Allmendquartier erstellen. Doch gegen diesen Plan laufen die Anwohner Sturm. Zwölf Einsprachen sind bei der Bauabteilung der Gemeindeverwaltung eingegangen, darunter eine Sammeleinsprache mit 468 Unterschriften.

Mit dem Baugesuch an sich war eigentlich alles in Ordnung. «Jedoch sind bei solchen Mobilfunkanlagen Standort, Form und Farbgebung sowie Materialwahl unter dem Gesichtspunkt des Orts- und Landschaftsschutzes sorgfältig zu prüfen», sagt Bauinspektor Peter Lanz.

Aus diesem Grund entschloss sich die Hochbau- und Planungskommission (HPK), dem Gesuch den Bauabschlag zu erteilen. Mit anderen Worten: Sie lehnte das Gesuch ab und teilte dies der Salt Mobile SA am 7. Februar mit.

An der Einfahrt ins Quartier

«Die Antenne ist ganz vorne an der Strasse geplant und würde deshalb die Einfahrt ins Allmend-Quartier optisch erheblich stören», begründet Anna-Katharina Zenger (Grüne), als Gemeinderätin zuständig für die Abteilung Hochbau und Planung und von Amtes wegen Präsidentin der HPK, den Bauabschlag.

«Die Hochbau- und Planungskommission erachtet die Antenne an diesem Standort als unvereinbar mit dem Ortsbildschutz», fügt sie an. «Auf den Vorschlag, alternative Standorte zu prüfen, ging Salt nicht ein.»

«Wichtig für die Kunden»

Den Vorwurf, nicht auf den Vorschlag der Gemeinde eingegangen zu sein, kommentierte Salt auf Anfrage nicht. «Der Standort ist nach netzwerktechnischen Kriterien optimal, und wir sind der Ansicht, dass das Ortsbild in dieser Umgebung nicht beeinträchtigt wird», erklärt Mediensprecherin Viola Lebel.

Die Antenne in Uetendorf sei Salt wichtig, um das Netz in dieser Gegend für ihre Kunden zu verbessern. «Während der Gebrauch des Smartphones und die damit verbundene Datennutzung heute für praktisch alle selbstverständlich sind, tun sich die Leute aber immer noch schwer damit, dass es dafür auch die entsprechende Mobilfunkinfrastruktur braucht.» Salt gibt sich jedoch noch nicht geschlagen und wird den Entscheid bei der nächsten Instanz anfechten.

Schon Frutiger scheiterte

Das Grundstück Uttigenstrasse 60 liegt in der Arbeitszone II, die Gewerbebetrieben mit den dazugehörigen Büroräumlichkeiten vorbehalten ist. Zurzeit sind zwei Betriebe eingemietet: die Pneu Egger AG und die Kings Castle GmbH, die Tabak, CBD-Hanf-Produkte und Raucherzubehör vertreibt. Nicht erlaubt sind in der Arbeitszone II «grossflächige, wenig Arbeitsplätze bietende Betriebe, insbesondere reine Lagerbetriebe und Verteilzentren sowie Einkaufszentren», wie es im Baureglement der Gemeinde Uetendorf heisst.

Dieser Passus dürfte bereits vor fünf Jahren einem Bauprojekt das Genick gebrochen haben. Das Thuner Bauunternehmen Frutiger AG, dem das Grundstück gehört, wollte ein Spundwandlager einrichten, was 29 Einsprachen aus der Nachbarschaft nach sich zog. Die Hochbau- und Planungskommission veranlasste juristische Abklärungen, um die Frage nach der Zonenkonformität des Projektes beantworten zu können.

Bevor diese Abklärungen zu Ende waren, zog die Frutiger AG ihr Baugesuch zurück. Der bestehende Werkhof biete bessere Bedingungen, um die Spundwände zu reinigen und zu lagern, lautet die offizielle Begründung des Unternehmens für den Rückzug.

Thuner Tagblatt

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