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Gemeinderat will Südstrasse

Am 23. September stimmt die Bevölkerung über die Überbauungsordnung «Erschliessung Heimberg Süd» ab. Das Projekt wurde zuletzt kritisiert. Der Gemeinderat spricht indes von einer «einmaligen Chance».

Hier sollen die Süd-Erschliessung von Heimberg und die Aarestrasse mit einem Kreisel zusammengeschlossen werden. (Archivbild)
Hier sollen die Süd-Erschliessung von Heimberg und die Aarestrasse mit einem Kreisel zusammengeschlossen werden. (Archivbild)
Marco Zysset

Auch die Neuauflage der Überbauungsordnung (ÜO) für die «Erschliessung Heimberg Süd» im Frühling brachte keine grundlegenden Änderungen mehr. Der Heimberger Gemeinderat will vom Jägerweg entlang des Gewerbegebiets Töpferweg hin zur Unteren Zulgstrasse und über die Zulg eine neue Strasse bauen.

Verbunden mit der Erschliessung des Gewerbegebiets Aarefeld in Steffisburg würde das Heim­berger Gewerbe einen direkten Anschluss an den Bypass Thun-Nord sowie den Autobahnzubringer A 6 erhalten. Zudem könnte die Achse Jägerweg–Blümlisalp-strasse von durchschnittlich 500 grösstenteils gewerblichen Fahrten pro Tag entlastet werden (wir haben berichtet).

Anderen Bahnübergang öffnen

So weit konnte Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP) am Mittwoch vor den Medien kaum inhaltliche Neuerungen zum Projekt präsentieren. Markanteste Änderung gegenüber der ersten Auflage ist die geplante Aufhebung eines Bahnübergangs: «Wir beantragten beim Entwicklungsraum Thun zuhanden der Agglomerationsprogramme, den Übergang beim Töpferweg wenigstens für den Langsamverkehr offen zu halten.»

Dafür soll der Übergang an der Unteren Zulgstrasse geschlossen werden. «Die Anwohner des Quartiers erreichen den Bahnhof Steffisburg künftig über den neuen Steg, der als Teil des Projekts Süderschliessung über die Zulg gebaut werden soll», sagte Röthlisberger. Bauverwalter Peter Fankhauser ergänzte, die BLS habe bereits ihre Zustimmung zur ÜO signalisiert.

Stichstrasse verschoben

Insgesamt soll die Strasse rund 550 Meter lang werden; hinzu kommt eine Stichstrasse, mit welcher das Gewerbegebiet Töpferweg einen zweiten Anschluss erhalten soll. Die Lage und die ­Linienführung dieser Strasse wurden von einigen der ansässigen Betriebe zum Teil heftig kritisiert.

«Wir haben sie jetzt etwas nach Süden schieben können, sodass das ganze Areal problemlos mit grossen Fahrzeugen erschlossen werden kann», sagte Peter Fankhauser, «wir haben alle Kurvenradien getestet.» Allerdings müssten die Gewerbler «gewisse Konzessionen» bei der Anzahl Parkplätze machen.

Offene Finanzfrage

Offen ist, mit welcher Summe sich die Anstösser finanziell am Strassenbau beteiligen müssten. In der Botschaft zur Urnenabstimmung vom 23. September ist ein Grundeigentümeranteil von 2,98 Millionen Franken aufgeführt. «Wie hoch der genaue Betrag sein wird, können wir derzeit noch nicht sagen», räumte Niklaus Röthlisberger ein.

Er betonte indes, dass der aufgeführte Grundeigentümeranteil ein Maximalbetrag sei. Peter Fankhauser ergänzte, man habe die Rahmenbedingungen von der Kantonalen Planungsgruppe Bern prüfen lassen. «Die Annahme ist seriös», sagte er – und wies darauf hin, dass die betroffenen Grundeigentümer sich im späteren Verfahrensverlauf bis zu dreimal äussern und notfalls auch Beschwerde führen könnten.

«Regionale Bedeutung»

Niklaus Röthlisberger wiederholte, was der Gemeinderatskollege und Ressortvorsteher Planung, Beat Schertenleib (EDU), in der Vergangenheit mehrmals betont hatte. «Wenn wir Ja sagen zu dieser Strasse, fahren weder nächstes Jahr die Bagger auf, noch zonen wir in der oberen Au gleich Land ein.»

Eine Einzonung werde frühestens mit der nächsten Ortsplanrevision in 15 bis 20 Jahren ein Thema. «Aber wir haben die einmalige Chance, uns Raum für Entwicklungen zu schaffen, die über die Gemeindegrenzen hinaus von Bedeutung sein können», sagte der Gemeindepräsident. In der Abstimmungsbotschaft heisst es, Baubeginn sei nicht vor 2022.

Auf die Frage, ob die Kostenschätzung von 6,95 Millionen für den Bau langfristig gültig sei – immerhin war in früheren Projektphasen noch von 5 Millionen die Rede –, sagte Röthlisberger: «Wir gehen davon aus, dass sich diese Zahlen in Zukunft nicht grundlegend ändern.» Bereits 2014 haben die Heimberger Stimmbürger einen Beitrag von 1,85 Millionen Franken an die Strasse in Steffisburg bewilligt.

Steffisburg will 2019 bauen

Die Bauarbeiten an dieser Strasse sollen laut Marcel Schenk (SP), Vorsteher des Departements Tiefbau/Umwelt im Gemeinderat von Steffisburg, 2019 starten. «Aktuell klären wir ab, welche Infrastruktur für den Gewerbepark Aarefeld eingebaut werden muss», sagte Schenk auf Anfrage. Der Anschluss an die neue Brücke aus Heimberg könne «später im Detail geplant und realisiert ­werden».

Öffentlicher Infoanlass: Montag, 27. August, 19.30, Aula Heimberg.

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