Gemeindeversammlung – die letzte

Nofel

Züpfe, Käseplatte, Fleischplatte: Vor der letzen Gemeindeversammlung in Noflen wähnte man sich an einem Fest, wenn man sah, was alles hereingetragen wurde. Über vierzig Personen waren gekommen. Die Stimmung war heiter, kein einziges trauriges Gesicht war zu sehen.

An der letzten Gemeindeversammlung in Noflen wurde unter anderem eine Fleischplatte aufgetischt (Symbolbild).

An der letzten Gemeindeversammlung in Noflen wurde unter anderem eine Fleischplatte aufgetischt (Symbolbild).

(Bild: zvg)

Die letzte Gemeindeversammlung in Noflen hatte eine kurze Traktendenliste: Es galt, noch ein paar Geschäfte abzuschliessen. Im neuen Jahr ist Noflen Teil der Viererfusion mit Kirchdorf, Mühledorf, Gelterfingen zur ­neuen Gemeinde Kirchdorf. Auf die Feststellung, dass alle glücklich sind mit der Fusion, sagt Gemeindepräsident Martin Meier: «Ja, das ist so. Wir haben schon bisher eng mit Kirchdorf zu­sammengearbeitet. Die Verwaltung war zusammengelegt, die Schule und die Feuerwehr ebenfalls. Also war es ein logischer Schritt.»

Der Schritt war aber auch nötig, wie Meier weiter erklärt. ­Noflen habe Mühe gehabt mit den Finanzen, ohne das Geld aus dem Lastenausgleich hätte Noflen nicht existieren können. Das machte Druck auf die Gemeinde. Noflen hatte zu wenig Schüler und musste die Schule schliessen. «Jetzt beginnt etwas Neues. Ich sehe keine Nachteile fürs Dorf durch die Fusion.» Meier war schon früher einmal Gemeinderat, zuletzt war er zwei Jahre im Rat und nun seit vier Jahren Gemeindepräsident. «Meine politische Karriere endet nun, aber ich finde es gut so. Es ist auch eine Entlastung, und ich nehme viele gute Erinnerungen mit.»

«Jetzt beginnt etwas Neues.  Ich sehe keine ­ Nach­teile fürs Dorf durch die Fusion.»Der scheidende Gemeinde­präsident Martin Meier

Für drei geht es weiter

Im Gemeinderat von Kirchdorf werden drei Vertreter aus Noflen sitzen. Therese Reusser und Alex Röthlisberger sind seit zwei Jahren Gemeinderäte. «Ich bin noch nicht amtsmüde, sondern erst gerade eingearbeitet», sagt Reusser, «darum freue ich mich sehr darauf, weiterfahren zu können.» Röthlisberger freut sich ebenfalls aufs Weitermachen: «Es ist gut für Noflen, stellen wir im neuen Gemeinderat drei Räte. Vielleicht ist es ein Nachteil, dass Gelterfingen niemanden im Rat haben wird.» Für Noflen wird auch Priska Brönnimann neu im Gemeinderat von Kirchdorf sitzen.

Wegen der Fusion musste an der Gemeindeversammlung das Organisationsreglement des Sekundarschulverbands Wichtrach angepasst werden. Die Versammlung nahm danach noch Kenntnis von zwei Kreditabrechnungen, die beide unter dem bewilligten Kredit abschlossen.

Folgende Personen wurden mit Dank verabschiedet: Gemeindepräsident Martin Meier, Gemeindevizepräsident Hermann Blatter, Gemeinderat Urs Meier, Jürg Schwab, Rechnungsprüfungskommission, Martin Reusser und Andreas Wüthrich, Abgeordnete Wasserverband, Abwart-Stellvertreterin Erika Meier und Abwasser-Anlagewart Hansueli Herzig. Nach den vielen Dankesworten konnte das Fest starten. Die Stimmung war fröhlich, die Gespräche angeregt – und niemand schien nach Hause gehen zu wollen.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt